Harley-Davidson Tourer-Baureihe 2017 – Vorstellung

Harley-Davidson Tourer-Baureihe 2017 – Vorstellung


Milwaukees neuer Motor

Die wichtigste Neuerung bei Harley-Davidson für 2017 heißt „Milwaukee-Eight“ und ist der neue Treibsatz für die Touring-Modelle. Die neue Euro 4-Homologation macht’s notwendig, dass die Amis ihre Tourer-Baureihe komplett umkrempeln.

Mehr Hubraum, mehr Leistung, weniger Verbrauch, geringere Emissionen, das ist das Ergebnis moderner Technik mit Vierventil-Zylinderkopf, Doppelzündung, mehr Verdichtung und einer Ausgleichswelle. Die „Milwaukee-Eight“-Triebwerke gibt es in zwei unterschiedlichen Kühlsystem-Ausführungen und zwei Hubraumgrößen. Basistriebwerk ist der Milwaukee-Eight 107-Motor mit exakt 1745 Kubikzentimetern Hubraum, einer Leistung von 91 PS bei 5450/min und 153 Nm maximalem Drehmoment mit ölgekühltem Zylinderkopf. Als „Twin-Cooled Milwaukee-Eight 107“ weist das Triebwerk dieselben Leistungsdaten auf, ist aber wassergekühlt. Dritte Motorvariante ist der „Twin-Cooled Milwaukee-Eight 114“ mit einem auf 1869 Kubikzentimeter vergrößerten Hubraum und Doppelkühlung – Wasser und Öl –, woraus eine Maximalleistung von 102 PS bei 5250/min und 166 Nm Drehmoment resultiert.

Die neunte Generation der Big-Twin-Triebwerke aus Milwaukee ist zunächst der Touring-Baureihe vorbehalten. Die ölgekühlte Version des Milwaukee-Eight kommt in den Modellen Street Glide Special, Road Glide Special, Road King und Road King Classic zum Einsatz, außerdem dient es einem Trike mit Namen Freewheeler als Antrieb.

Die mit der Doppelkühlung ausgerüsteten Milwaukee-Eight-Motoren werden in die Modelle Ultra Limited, Ultra Limited Low, Road Glide Ultra und das Trike Tri Glide Ultra eingebaut. Der Flüssigkeitskühler ist hier in die ausladenden Beinverkleidungen integriert. Der 114er-Motor kommt nur in den CVO-Sondermodellen Limited und Street Glide der hauseigenen Tuningschmiede „Custom Vehicle Operations“ zum Einsatz.

Unverändert bleibt der Zylinderwinkel von 45 Grad, die Leistungscharakteristik soll ähnlich wie bisher ausfallen. Allerdings mit bis zu elf Prozent höheren Spitzenwerten, was den Fahrleistungen nicht abträglich sein dürfte. Ergänzt wird der neue Motor in den Touring-Modellen durch ein neues Fahrwerk mit größerem Einstellbereich der Federbein-Vorspannung mittels eines hydraulischen Drehrades. Vorne kommt eine Cartridge-Gabel von Showa zum Einsatz.

Dass all diese Errungenschaften nicht zum Selbstkostenpreis zu haben sind, ist klar: Die beliebte Road King gibt es 2017 ab 24.295 Euro.

Text: Thilo Kozik

Bilder: Harley-Davidson