Ducati SuperSport – Vorstellung

Ducati SuperSport – Vorstellung


Super trotz weniger Sport

Ducati baut schon immer anbetungswürdige Supersportler – wunderschön, aber in der Praxis aufgrund der kompromisslosen Auslegung zugunsten der Rennstrecke machen sie einem das Leben nicht gerade leicht. Jetzt präsentiert Ducati die SuperSport – sozusagen ein Freizeitsportler mit hoher Alltagstauglichkeit, überschaubarer Leistung und sehr schicker Optik.

Der Auto gibt es unumwunden zu: Die Ducati SuperSport ist für mich das schönste Motorrad der Intermot 2016. Und das obwohl ich mich nicht wirklich zur Zielgruppe zähle. Endlich verbindet Ducati das tolle Design der Sportler mit Alltagstauglichkeit. Die Front strahlt mit einem Doppelscheinwerfern über denen sich das Tagfahrlicht als LED-Lichtband erstreckt. Die schlanke Taille geht in ein kurzes Heck über, darunter hat man Dank der Einarmschwinge freie Sicht auf das Hinterrad. Unverkennbar ein Ducati-Sportler, aber einer der seinem Piloten entgegenkommt und nicht in die sportliche Demutshaltung zwingt. Denn die beiden Lenkerhälften sind deutlich höher positioniert als es bei den Rennern der Fall ist, zusammen mit der Fußrastenposition ergibt sich eine zwar sportliche aber sehr erträgliche Sitzposition. Das Windschild lässt sich in der Höhe um 50 mm verschieben. Das böse Wort vom Sporttourer wollen wir aber nicht in den Mund nehmen, denn für die Tour hat man gerne mal einen Sozius dabei. Das könnte schwierig werden. Und ein Gepäcksystem ist zum einen schwer vorstellbar und zum anderen noch schwerer ertragbar (aus rein optischen Gesichtspunkten).

Ducati SuperSport S 06

Die Eckdaten der SuperSport kommen einem durchaus bekannt vor. Der V2 hat 937 Kubik und leistet 113 Pferde bei 9.250 Umdrehungen, das maximale Drehmoment liegt mit 96 NM bei 6.500 Umdrehungen an. Ja, erinnert sehr an die Hypermotard 939. Der Leistungsfetischist mag da leicht die Nase rümpfen, Menschen die lieber um die Ecken biegen statt geradeaus am Gas zu hängen, wissen das im Landstraßenbetrieb mit 113 Pferden kein Leistungsmangel bestehen wird. Erst recht nicht wenn ein gut ausbalanciertes Fahrwerk verbaut ist. Auf den ersten Blick gibt es da keinen Grund zur Klage. Die SuperSport hat vorne eine voll einstellbare Mazocchi Upside-Down-Gabel, am Heck arbeitet ein ebenfalls voll einstellbares Sachs-Federbein an der Einarmschwinge. Für die notwendige Verzögerung sorgen radial verschraubte Brembo-Bremsen mit 4-Kolben M4-32 Sätteln an der Front, das ABS kommt von Bosch. 

Wie bei Ducati üblich, kommt auch dieses in 2 Varianten. Neben dem Standardmodell gibt es noch die SuperSport S. Wesentlicher Unterschied ist das Fahrwerk von Öhlins, dazu kommt noch ein Quickshifter (hoch und runter) sowie die Soziusabdeckung.

Ducati SuperSport S 14

Beiden gemeinsam ist das komplette Elektronik-Package. Das ABS bietet 3 Einstellungsmöglichkeiten und ist zusätzlich abschaltbar. Die 8-stufige Traktionskontrolle wird einerseits innerhalb der Riding-Modi gesteuert, kann aber auch individuell vom Fahrer eingestellt werden. Die Riding-Modes sind die üblichen: Sport, Touring und Urban (=Regen). 

Bleibt die Preisfrage. Im Fall der Ducati SuperSport geht es bei 12.990 Euro los, allerdings ausschließlich in Ducati-Rot. Die SuperSport S kostet in Rot 14.590 und in Weiß (White Silk) 14.790 Euro. Nicht wenig für einen sportlichen Allrounder, aber günstig für eine sportliche (und wunderschöne) Ducati.

Test: Matthias Hirsch

Bilder: Ducati