Kawasaki Z900 – Vorstellung 2017

Kawasaki Z900 – Vorstellung 2017


Modellupgrade mit großem Namen

Kawasaki überarbeitet sein 800er Mittelklasse-Modell und macht daraus die Z900 – ein großer Name in der Kawa-Historie. Allerdings hat die neue Z900 mit der berühmten Ahnin tatsächlich nur den Namen gemein. Sie ist ein absolut eigenständiges und modernes Motorrad. Ganz die kleine Schwester der Z1000 und nicht klassischer Retro-Engel.

Obwohl - wenn man es genau nimmt, so eine auf klassisch getrimmte Z900 wäre auch nicht schlecht. Gerne mit möglichst vielen Zitaten der Urgroßmutter. Nachdem die W800 aus dem Programm rausfällt und die Retro-Welle noch immer kräftig schwappt, sicher nicht die schlechteste Idee. Aber auch so ist die Z900 eine echte Kawa. Ob man jetzt der Marketing-Keule auf den Leim geht und das Sugomi in dem Krad sucht, macht ebenso Sinn wie die dunkle Seite in Yamaha-Mopeds zu ergründen. Die Z900 trägt das typische Kawa-Design der Neuzeit und das hat nachgewiesenermaßen eine stolze Zahl von Fans.

Und auch die inneren Werte der 900er sollten dem weiteren Erfolg im Sinne der Z800 nicht im Wege stehen – im Gegenteil. Denn die Z900 rüstet ordentlich auf. Da ist zunächst ein deutlicher Zuwachs an Hubraum: 948 Kubik statt bisher 806. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf Leistung und Drehmoment aus. Der Reihenvierer kommt jetzt auf 125 PS bei 9.500 Umdrehungen (bisher: 113 / 10.200) sowie 98,6 NM bei 7.700 Umdrehungen (bisher: 83 / 8.000). Das ist schon mehr als eine Kleinigkeit. Da der Sound ein wesentlicher Bestandteil der gefühlten Performance ist, hat sich Kawasaki – wie schon bei der Z1000 – intensiv um das Ansauggeräusch gekümmert. Vorteil: das gewünschte Plus an Sound nimmt vor allem der Fahrer wahr, die Nerven der Umwelt bleiben unangetastet.

Ein weiteres, vielleicht sogar noch größeres Plus als die gestiegene Leistung ist der Gewichtsverlust der Z900. Kawasaki hat die Z-Mittelklasse ins Fitnessstudio geschickt und die hat neben gestiegener Muskelmasse ordentlich an Pfunden verloren. Die Z900 bringt 21 Kilo weniger auf die Waage als ihre 800er-Vorgängerin. Das ist ein sehr stolzer Wert. Hauptgrund hierfür ist der neue Rahmen der den starr montierten Motor als tragendes Element aufnimmt. An der Front arbeitet eine 41 mm starke Upside-Down-Gabel mit einstellgaren Federvorspannung und Zugstufendämpfung. Der hintere Stoßdämpfer ist ebenfalls in Federvorspannung und Zugstufe einstellbar. Gebremst wird über Scheiben im Petal-Design, vorne arbeitet eine Doppelscheibenanlage mit 300 mm Durchmessern und Vierkolbensätteln, hinten eine 250er Scheibe.

Kawasaki Z900 2017 14

Mehr Leistung bei weniger Gewicht ist ein toller Ansatz. Allerdings muss man der Z900 eine recht magere Ausstattung ankreiden. Ob Fahrmodi notwendig sind, kann man ja noch diskutieren. Eine saubere Abstimmung ziehen wir in jedem Fall schlecht abgestimmten Fahrmodi vor. Was fehlt ist (aus Sicht der Autors) die Traktionskontrolle, zumal Leistung und Drehmoment deutlich gestiegen sind und die Konkurrenz damit glänzt. Nichts desto trotz freuen wir uns auf die erste Fahrt mit der erstarkten Z900 und werden ausführlich darüber berichten.

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Kawasaki