Honda X-ADV – Vorstellung

Honda X-ADV – Vorstellung


Africa-Scooter

Die Africa Twin ist ein Riesenerfolg für Honda, was liegt also näher als die Adventure-Familie weiter auszubauen. Da hat es so einige Ideen die nahe liegen. Die einen geländegängigen Scooter zu bauen, wäre sicher die letzte gewesen. Aber genau das hat Honda mit der X-ADV getan.

Nachdem die Africa Twin in diesem Jahr eingeschlagen ist wie eine Bombe, träumte so mancher (der Autor inklusive) von einem weiteren Modell mit viel Historie: warum nicht auch eine neue Transalp? Da ist eine echte Lücke im Programm und die Konkurrenz ist da gut aufgestellt und verkauft auch gut. Als die ersten Videos über ein weiteres Adventure-Bike auftauchten, war die Vorfreude groß. Noch größer war die Überraschung als durchsickerte was da tatsächlich auf Stollen heranrollte: eine geländegängige Version des Integra soll kommen. In Mailand ließ Honda dann die Katze aus dem Sack und zeigte die X-ADV. Tatsächlich ein Enduro-Scooter auf Basis der NC-Technik. 

Honda spricht im Fall der X-ADV von der Kombination eines Adventure-Bikes mit Go-anywhere-Appeal und gängigem Pendler-Transportmittel, praktisch ausgestattet mit viel Stauraum. Zumindest letzteres gilt für Scooter in jedem Fall. Wer daran zweifelt sollte sich mal in südeuropäischen Metropolen umschauen. Hier sind die Scooter ganzjähriges Fortbewegungsmittel und werden vor allem als Pendlerfahrzeug genutzt. Entsprechend prägen die Roller das Verkehrsbild in Großstädten wie beispielsweise Mailand. Während die Blechlawine steht, schlüpfen die Roller durch und finden ihren Weg durch den täglichen Verkehrswahnsinn. In unseren Breitengraden mit kalten und nassen Wintern ist dies natürlich schwieriger. Und während die hiesigen Motorradfahrer den X-ADV meist weitgehend verständnislos beäugen, sind die Italiener auf der EICMA richtig aus dem Häuschen.

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Warum? Der X-ADV ist in allen Lagen anders, unterscheidet sich von allem was bisher da war. Hier vereint sich tatsächlich Offroad-Optik mit Rollertugenden. Das kantige Design der Front, die Handprotektoren und die grobe Bereifung auf Drahtspeichenrädern sehen tatsächlich nach Geländeambitionen aus. Dazu der hochgezogene Endtopf und der Doppelscheinwerfer, speziell mit der Tricolor-Lackierung kommt so etwas wie Africa-Twin-Feeling auf. Gegen tatsächlich ernsthaften Geländeeinsatz spricht schon die Bereifung mit 17 Zoll vorne und 15 Zoll hinten. Die Federwege sind zwar länger als beim Integra (120 mm vorne und hinten), aber mit 154 mm vorne und 150 mm hinten doch begrenzt. Das ist aber im Grunde genommen auch Wurscht, denn fast alles was sich heute Geländefahrzeug schimpft, ist für den Einsatz auf Asphalt gebaut.

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Antriebsseitig bedient sich der X-ADV im NC-Baukasten. Der bekannte Reihenzweier schöpft aus 745 Kubik überschaubare 55 PS und 68 NM und ist im diesem Fall grundsätzlich mit dem Doppelkupplungsgetriebe DCT zu haben. Um im Automatik-Modus D flotter voran zu kommen, ist dieser jetzt kürzer übersetzt. Der Sport-Modus S bietet drei Abstufungen die unterschiedlich spät hoch- bzw. runterschalten. Wesentlicher Unterschied zu den NC-Modellen ist die Bremsanalage. An der Front ist eine Doppelscheibenanlage mit radial verschraubten 4-Kolbensätteln verbaut. Der Integra und seine Schwestermodelle müssen mit einer Scheibe auskommen. 

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Honda