Neuvorstellung Kawasaki Ninja 400

Neuvorstellung Kawasaki Ninja 400


Die kleine Große Ninja

Die Neue Kawasaki Ninja 400 ist kein kleines Update zur 300er geworden, sondern ein komplett neuer Renner. Die Stylingstipps für den erwachsenen Auftritt hat Sie sich von der großen Schwester Ninja H2R geholt.

Dass die Motorrad Einsteigerklasse A2 erwachsen wird, zeigt sich nicht erst durch die kürzlich erwischten KTM Erlkönige 390 Scrambler und 390 Adventure. Auch Kawasaki hat die Zeichen der Zeit verstanden und renoviert seinen bisherigen Klassenvertreter Ninja 300. Herausgekommen ist dabei die Ninja 400. Was sich auf den ersten Blick nach einer schnöden Hubraumerweiterung anhört, erweist sich bei genauerem Hinsehen als vollkommen neues Motorrad.

Eine Ninja wird erwachsen

Beim Design für die neue Ninja 400 stand keine geringere als die große Kompressor-Schwester Ninja H2 Pate. Und tatsächlich weist die aggressiv gestylte Frontpartie der Ninja 400 mit ihren schmalen LED-Doppelscheinwerfern frappierende Ähnlichkeiten zum PS-Monster H2 auf. Verkleidungslippe, Heckverkleidung, das alles riecht verdächtig nach überbordender Leistung und ungezügeltem Highspeed-Bolzen. Doch nicht nur bei der H2 hat sich die Ninja 400 bedient. Von der größeren Schwester Ninja 650 hat die 400er das Cockpit geerbt. Damit sind nicht nur die Zeiten des poppigen Mäusekinos aus der Vorgängerin gezählt, sondern Ganganzeige, Multifunktions-LCD-Anzeige und großer analoger Drehzahlmesser feiern in einem ausgewachsen wirkenden Cockpit ihre Premiere. Dieses versteckt sich übrigens hinter einer neuen Verkleidungsscheibe mit verbessertem Windschutz. Die Sitzhöhe von 785 mm wurde von der Vorgängerin übernommen, jedoch fällt der neue, verstärkt gepolsterte Fahrersitz 30 mm schmaler aus, was kurzbeinige Fahrer besonders erfreuen dürfte. 

Motor und Fahrwerk

Kawasaki beschränkt sich bei der neuen Ninja 400 nicht nur auf Äußerlichkeiten. Im Inneren werkelt ein neuer Reihenzweizylinder, der aus 399 cm³ Hubraum 45 PS bei 10.000 U/min leistet und ein maximales Drehmoment von 38 Nm bei 8.000 U/min bereitstellt. Für ordentlich Punch aus dem Drehzahlkeller und sanftes Ansprechverhalten hat Kawasaki die Fallstrom-Einspritzanlage mit einer größeren Airbox versehen. Eine neue, kleinere Assist- und Rutschkupplung mit weniger Kupplungsscheiben verhindert nicht nur wirksam Hinterradstempeln beim Herunterschalten, sondern wartet zusätzlich mit 20% geringeren Bedienkräften auf. Montiert wird der Motor starr in einen neu konstruierten Gitterohrrahmen. Die Führung des 110/70 R17 Vorderrades mit neuer, 310 mm großen Bremsscheibe übernimmt eine konventionelle, nicht einstellbare Gabel mit 41mm Durchmesser. Für ein besseres Ansprechverhalten der Bremse sorgt ein neuer Hauptbremszylinder, der von einem Nissin ABS überwacht wird. Die Hinterradfelge mit breiterem 150/60 R17 Reifen wird von einer Stahl Kastenschwinge geführt und von einem Gasdruck-Stoßdämpfer mit 5-fach einstellbarer Federbasis gefedert. Addiert man alle Komponenten zusammen, ergibt sich exakt das gleiche Leergewicht von 174 kg wie bei der Vorgängerin Ninja 300. Leider bietet die Ninja 400 nur noch 14 Liter Tankvolumen (Ninja 300: 17 Liter). Bleibt zu hoffen, dass der neue Motor kein Schluckspecht wird. 

Die geplante Markteinführung der in Metallic Spark Black oder rassig gestyltem Lime green/ebony ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Bis dahin hat Kawasaki hoffentlich auch den Preis für die neue Ninja 400 bekannt gegeben.

Fotos: Kawasaki

Text: Timo Leichtfried