Kawasaki Z900 RS

Kawasaki Z900 RS


Wiedergeburt einer Legende?

Bei der Entwicklung der Kawasaki Z 900 RS stand keine geringere, als die Ur-Z von 1972 Pate.

Als 1972 die Kawasaki Z 900 Z1 das Licht der Welt erblickte, galten 79 PS und 230 km/h Spitze selbst unter erfahrenen Motorradfahrern als unvorstellbar. Die Geburt des ersten „Big Bikes“ definierte die Standards in der neuen Motorradklasse neu und begründete den Ruhm von Kawasaki, echte „Männermotorräder“ zu bauen.

Retro-moderne Z900 RS

Die jüngst auf der Tokyo Motor Show vorgestellte Z900 RS stellt weit mehr als nur eine Huldigung an die altehrwürdige Z1-Urahnin dar. Kawasaki wandelt mit der Z900 RS absolut stilsicher auf der aktuell schwer angesagten Retro-Welle. Dabei stammt die Basis von der aktuellen, futuristisch gestylten Z900. Der feine Gitterrohrrahmen wurde im Bereich der Oberrohre modifiziert, damit der wunderschön gestaltete, 17 Liter Brennstoff fassende Tropfentank Platz findet. Der 948 cm³ große Reihenvierzylinder wurde für mehr Punch aus der Mitte in seiner Spitzenleistung um 14 PS gekappt und leistet jetzt 111 PS bei 8500 U/min. Für potenten Vortrieb sorgt das bereits bei 6500 U/min anliegende, maximale Drehmoment von 98 Nm. Elegante Kühlrippen Attrappen an den Zylindern täuschen trotz Wasserkühlung und Euro 4 Norm formidabel einen luftgekühlten Motor vor. Auch in Sachen Sound soll der Motor den Retro Gedanken weiterführen. So soll der Motor beim Druck aufs Knöpfchen kurz aufschreien und direkt in ein tiefes Grollen übergehen, ganz nach dem Vorbild der Ur-Z, die gerne mit Hilfe des Gasgriffs angelassen wurden. Weggefallen ist leider die wunderschöne Vier-in-vier Auspuffanlage des Vorbilds. Auf der rechten Seite sorgt bei der Z900 RS nun ein sauber verschweißter, einzelner Endtopf für die Euro-4 konforme Entsorgung der Abgase. Eigentlich schade, denn der große Sammler unter dem Motor hätte es sicherlich ermöglicht, dieses unvergleichliche Erkennungsmerkmal zu ermöglichen.

Kawasaki Z900 RS (6)

Moderne Retro-Optik

Besonderes Augenmerk hat Kawasaki neben dem Tropfentank auch auf das Heck der Z 900 RS gelegt, dessen Form dem der Ur-Z900 wirklich sehr, sehr nahe kommt. Ganz neuzeitlich wurde ein LED-Rücklicht in den Bürzel integriert, dessen spezielles Glas das Bremslicht komplett ausleuchtet. Leider rundet statt eines stilechten Chromschutzblechs ein schnödes Plastikteil die Heckansicht der Z900 RS ab. Mit der gleichen Technik zur kompletten Ausleuchtung des Scheinwerfers wurde auch das Standlicht des LED-Frontscheinwerfers ausgerüstet. Kawasaki betont, dass durch die spezielle Technik der LED-Scheinwerfer die Optik eines klassischen Scheinwerfers erhält. Klassischer Look hält auch bei den Gussfelgen mit den schmalen Speichen Einzug, die den Look von Drahtspeichenrädern erzeugen. Passend dazu gesellt sich ein Cockpit mit zwei großen Rundinstrumenten in den dazu passenden Bechern. Ein LCD-Multifunktionsdisplay mit Ganganzeige und Tankanzeige in der Mitte zollt dagegen der Neuzeit Tribut.

Kawasaki Z900 RS (4)

Fahrwerk und Technik

Keinerlei Zugeständnisse an die gute alte Zeit machen Bremsen und Fahrwerk der Z900 RS. Gebremst wird vorne mit radial verschraubten Vierkolben-Festsattelzangen, die sich in 300 mm große Bremsscheiben verbeißen. Sollten Bremsmanöver mit dem Radial-Hauptbremszylinder doch einmal eine Spur zu kräftig ausfallen, wacht ein modernes ABS über blockierende Räder. Für Ruhe im Fahrwerk sorgt vorne eine komplett einstellbare Upside-Down Gabel mit 41mm Durchmesser. Hinten übernimmt diesen Part ein horizontales Back-Link Federbein mit einstellbarer Federbasis und einstellbarer Druckstufe. Für zusätzliche Sicherheit beim schnellen Kurvenräubern hat die Z900 RS eine zweistufige Traktionskontrolle an Bord, die sich bei Bedarf abschalten lässt. Hinterradstempeln beim Herunterschalten gehört dank der verbauten Assist- und Rutschkupplung komplett der Vergangenheit an. Gleichzeitig verringern sich die beim Kuppeln benötigten Handkräfte um mehr als 20%. Im Gegensatz zur modernen Schwester Z900 wurde die Sitzposition bei der Z900 RS aufrecht entspannt gewählt. Kleinere Fahrer freuen sich über die Ergo-Fit Sitzbank, die die Sitzhöhe der Z900 RS um 35 mm reduziert. 

Unter dem Strich ist die vorgestellte Kawasaki Z900 RS ein äußerst gelungenes Retro-Revival. Kawasaki hat es geschafft, ein modernes Motorrad mit dezent versteckter Technik in ein hübsches Retro-Kleid zu verpacken. Motorradfahrer, die auf der weiterhin schwer angesagten Retro-Welle surfen wollen, bekommen mit der Z900 RS damit eine Alltagsbegleiterin zur Seite gestellt, die nicht nur vor der Disco oder dem Eiscafé alle Blicke auf sich zieht.  Die Reise in die Zeit der Schlaghosen und Disco-Musik beginnt ab Frühjahr 2018 beim freundlichen Kawasaki Händler. Eintrittskarten für die Z900 RS gibt es dann ab 11.695 Euro.

Fotos: Kawasaki