Honda CBF 125

Honda CBF 125


Yes, we can

Ja, wir geben alles! Und ist der Motor noch so klein, jedes Quäntchen Power wird mit Dir sein!

Verstopfte Straßen? Verkehrsstau zur Rush Hour? Wirtschaftliche Rezession und hohe Spritpreise? Abhilfe und ein hohes Maß an Beweglichkeit leistet da ein ganz neues, agil einspuriges Fahrzeug, passend motorisiert, ansprechend anzusehen. Souverän in Szene gesetzt, vermag diese Neuerfindung der Hondianer nicht nur die Jugendbanden der 16 bis 17-jährigen zu beeindrucken. „125 ccm sind mega in engen Gassen!“ Klar wollen die nur spielen… so oder ähnlich lässt sich erklären, warum die kleine 125er Honda mit dem großen Namen „CBF“ auch mal ihre Wheelie-Tauglichkeit unter Beweis stellen muss. Und kann. Bravourös sogar. Clemens aus Austria hat zwar die Teenie-Phase laut Kalender längst überschritten, nicht aber etwa das Kind im Manne überwunden. Er zeigt uns Träglingen, wie sich 11,3 PS auf die wilde Hinterhand hieven lassen, steil bergauf, quasi aus dem Stand raus. „Da seht ihr mal, dass weniger manchmal mehr ist“, sagt ’s und bringt nach belieben das Vorderrad hoch in die Luft der Bergstraße oberhalb von Nizza. Da haben die jung gebliebenen Jungs schon den anderen Härtetest an der Kleinen mit der schmucken Halbschalenverkleidung praktiziert. Burnout. Auch da ist nicht die Quantität sondern Qualität gefragt. Nur kurz das formschöne Heck am Haltegriff hinter der fesch zweigeteilten Sitzbank gepackt und die in der Federvorspannung dreifach einstellbaren Stoßdämpfer gedrückt, und schon dreht das 17 Zoll große Aluminium-Sechsspeichen-Gussrad emsig auf der Stelle, der schmale Pneu beginnt unter großem Hallo und immenser Rauchentwicklung kleine Gummikrümmel um sich zu verteilen.

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Ein Quantum Power

Und das bei gar nicht mal so harmloser Geräuschentwicklung. Die wissen wir beim Runterschalten vor den spitzen Kehren noch mal so heftig akustisch zu manipulieren: einfach am Gas bleiben, den fahrtwindgekühlten Viertakt-Einzylinder-Motor so richtig hochjubeln – weil „der Vertrauen erweckend ruhige, vibrationsfreie Motorlauf mit der angenehmen Laufcharakteristik“ kann auch mal mit ordentlich Druckmachen aus der braven Reserve gelockt werden - frohlocken jetzt Buben wie Mädelz gleichermaßen. Fast wie die Brabus-Elektroniker per „Space Sound Generator“, Klangmarke „Beam“ oder „Warp“. „Yes, we can“, schreien die kleinen, hochroten CBFs mit der so erwachsenen, elektronischen PM-FI Benzineinspritzung vergnügt in den noch warmen Wind der Cote d’Azur. Da müssen wir doch gleich mal den nächsten Check durchführen, schließlich führt uns ein Stück unserer Route auch über die südfranzösische Autobahn. Klar, die Einheimischen richten uns kalt lächelnd mit ihren aufgemotzten Scootern und all den hubraumstärkeren Artgenossen. Aber die 125er legt sich mit einer derartigen Energie ins Zeug, dass wir – flach liegend an den formschönen Tank gepresst - ganze 135 km/h auf den Tacho-Uhren vor Augen haben. Nicht so dafür die Abfahrt, die wir unter großem Johlen glatt verpassen. Der kleine Exkurs hat weder unsern Übermut noch den Zentralrohrrahmen aus Stahl auch nur annähernd erschüttern können. Selbst die Bremsanlage mit der Einzelscheibe und der Nissin-Zweikolben-Zange vorn noch die Trommelbremse hinten kommen bei dem harten Manöver der krassen Korrektur zur Pfadfindung ins Schwitzen. Aber das haben wir bereits zuvor bei der Bergabfahrt der Pässe gen Küste lobreich festgestellt. Von den geringen Betriebskosten und der umweltschonenden Katalysatortechnik samt streng eingehaltener Euro 3-Norm berichtete man uns, dass die Benzinuhr allerdings leichte Gleichlaufschwankungen zeigte mit einem fast nicht wahrnehmbaren Verbrauch, nahmen wir schmunzelnd zur Kenntnis. Dennoch: der 13 Liter Tank soll erst nach über 600 Kilometern geleert sein, durchaus glaubhaft.

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Erschwingliche Mobilität

Der kostengünstige Aspekt wird wohl auch ein Kaufgrund sein für die maßhaltigere Altersklasse der über 45-Jährigen. Solch eine kleine Wunderwaffe im dichten Straßenverkehr des Stadtrummels von Nizza zeigt ganz klar seine weiteren Vorteile des nicht nur Klein- und Fein- sondern auch Gemein-Sein-Faktors. Ampelgewinner-Start, zwischen den Blechflächen hindurchwuseln, Mittellinie gleich Ideallinie? Alles kein Problem, so gewünscht. Spielend leichtes, dabei stabiles Kurven-Handling, superkleiner Lenkradius bei aufrechter Sitzposition wegen des gerade positionierten Lenker – alles Faktoren, die enorm zum Spaßfaktor beitragen. Hinzu kommt die wertige, robuste Verarbeitung bei einem ansprechenden Preis von knapp über 2.000 Euro. Honda bietet im gleichen 125-Kubik-Sektor die sportlicher ambitionierte, vollverkleidete Version der CBR 125, die allerdings preislich knapp 900 Euro höher angesiedelt ist. Im gleichen Hubraum-Terrain wildert auch die beliebte Innova mit großem Erfolg, ist aber eher wie ein Mokick mit seiner Wipp-Schaltung und dem Durchstieg wie beim Roller aufgestellt. Das erleichtert nicht gerade die Qual der Wahl. Aber vielleicht überzeugt den jetzt noch um Entscheidung Ringenden das geringe Gewicht von 128 kg vollgetankt bei niedriger Sitzhöhe von nur 792 mm. Schlanke Daten für schlanke Fortbewegung. Für frischen Aufwind wird dieses forsche Leichtkraftrad mit neuem Konzept allemal sorgen. Soll mal einer sagen, dass Minderheiten nicht auch stark sein können. Da zählt nur der Wille: Yes, we can

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