Honda CB500F, CB500X und CBR500R

Honda CB500F, CB500X und CBR500R


Drei auf einen Streich

Mit der CB500-Familie baut Honda sein Einsteigerprogramm weiter aus. Die Reihe erinnert zwar in weiten Teilen deutlich an die NC700-Reihe, allerdings ist mit der CBR500R ein Einstiegssportler an Bord. Wir sind alle drei CB500-Modelle gefahren und konnten uns von den vorhandenen Qualitäten überzeugen.

Ein wenig darf man sich schon wundern. Honda hat mit NC 700 S und NC 700 X ja bereits sehr erfolgreiche Einsteiger im Modellprogramm. Dennoch kommen für 2013 noch weitere Einsteiger hinzu. Die CB500F kommt als fast nackte Straßenvariante daher und sieht auf den ersten Blick der NC 700 S verblüffend ähnlich. Gleiches gilt für die Crossover-Variante CB500X, die eine optische Nähe zur NC 700 X nicht verleugnen kann. Wo die NC-Modelle allerdings anstelle eines Tanks jeweils ein praktisches Staufach haben, tragen die CB-Schwestern wieder einen ganz normales Spritfass. Absolut eigenständig kommt lediglich die CBR500R daher. Die trägt eine sportlich schicke Vollverkleidung und steht verdammt echt schnittig auf der Straße.

Eindruck CB500F

Das Naked-Bike. Und gleichzeitig die günstigste Variante einen 500er-Twin von Honda zu bewegen. Die Ergonomie ist honda-üblich sehr gelungen und passt für  kleinere wie größere Zeitgenossen. Erst sehr langbeinige Motorradler werden murren – für die bietet sich mit der X ja die passendere Variante an. Die Bedienung ist narrensicher, die komplett digitalen Instrumente kennt man bereits von anderen Honda-Modellen. Leider auch deren Schattenseiten. Das Display ist weder besonders schön noch lässt es sich gut ablesen. Rekordverdächtig ist der Preis: gerade einmal 5.490 Euro stehen für die CB500F in der Preisliste – inklusive ABS.

02 Honda CB500F

Eindruck CB500X

Die Crossover-Variante. Reiht sich direkt zu Crosstourer, Crossrunner und NC700X ein. Wesentlicher Unterschied zu den 500er-Schwestern: jeweils 20 mm mehr Federwege vorne und hinten, besser gepolsterte Sitzbank und mehr Tankvolumen. Zusammen mit dem höheren Lenker sitzt es sich entsprechend höher und aufrechter auf der CB500X. Die Sitzbank schmeichelt dem Gesäß ein wenig mehr, die Reichweite steigt – schon übernimmt die X die Rolle der Alleskönnerin. Preislich liegt sie mit 5.990 Euro etwas über F.

02 Honda CB500X

Eindruck CBR500R

Die Sportlerin. Der Lenker etwas tiefer montiert, dazu eine Vollverkleidung im Stil der RR-Schwestern und fertig ist der Einstiegssportler. Das Fahrwerk entspricht exakt dem der F, lediglich die Bodenfreiheit ist aufgrund der Verkleidung etwas geringer und das Gewicht um 2 kg höher. Da an der CBR500R mehr dran ist als an der F, kostet sie auch etwas mehr. Mit 5.990 Euro kostet die R genauso viel wie die X.

01 Honda CBR500R

Antrieb CB500

Alle 3 Modelle teilen sich den Antrieb. Wo 500 drauf steht, ist nicht immer 500 drin. In diesem Fall bringt es der Reihenzweier auf exakt 471 Kubik und ist für 48 Pferde bei 8.500 Umdrehungen gut. Geschaltet wird über ein 6-Gang-Getriebe. Ab Standgas nimmt der Twin sauber Gas an. Soll es flott voran gehen, will der Zweier allerdings ordentlich gedreht werden. Hier ist auch der große Unterschied zur NC. Wo der 700er bereits in den Begrenzer rennt, legt der 500er nochmal nach und gleicht damit den schwächeren Antritt bei niedrigen Drehzahlen aus. Ein Gedicht ist die Laufkultur der CB-Reihe. Der Motor läuft über den gesamten Drehzahlbereich seidenweich, was der Drehfreude zusätzlich entgegen kommt. Soundtechnisch sollte man keine Wunder erwarten, alle 3 Hondas belassen es bei bravem Twin-Sound der Marke starke Nähmaschine.

08 Honda CB500

Fahreindrücke Honda CB500-Familie

Antriebsseitig gleichen sich die 500-er Schwestern wie ein Ei dem anderen. Dennoch ergeben sich deutliche Unterschiede. Die CB500F gibt sich genau so problemlos wie man es von einem Einsteiger erwartet. Das Handling ist spielerisch, die Fahrwerksauslegung tendiert mehr in Richtung Komfort denn Sport. Von einem Schaukelpferd ist die CB dennoch Welten entfernt. Zusammen mit der wirklich bequemen Sitzposition lässt es sich auch auf längeren Strecken gut aushalten. In Sachen Windschutz sieht es naturgemäß weniger gut aus. Hier kommt die CBR500R ins Spiel. Die Verkleidung hält den Fahrtwind in angenehmen Grenzen. Die bessere Aerodynamik sorgt zusätzlich für flotteres Vorankommen auf der Autobahn, was automatisch für eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit sorgt. Ansonsten liegt die Performance nahezu gleichauf mit der F. Unterschiede ergeben sich tatsächlich mit dem Wechsel zur CB500X. Dies ergibt sich zwangsläufig durch die höhere und aufrechtere Sitzposition und dem Plus an Federwegen. Die zusätzlichen 20 mm lassen das Fahrwerk sensibler auf den Straßenzustand reagieren. Wo F und R bereits kräftig dämpfen, schluckt die X Unebenheiten noch locker weg. Auf schlechter Wegstrecke ein echtes Plus. Die in 2 Positionen montierbare Verkleidungsscheibe sorgt für ausreichend Windschutz und macht die CB500X endgültig zum Fall für die lange Strecke.

Fahrzit

Für jeden etwas. Damit lässt sich die 500er-Einsteigerklasse von Honda am besten beschreiben. Die CB500F für die Freunde unverkleideter Motorräder, die CBR500R für den sportlichen Auftritt und die CB500X übernimmt die Rolle der Alleskönnerin. Das alles zu einem sensationell günstigen Preis inklusive ABS. Einsteiger was wollt ihr mehr?

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Honda, Buenos Dias