Suzuki Burgman 125 und 200

Suzuki Burgman 125 und 200


Das doppelte Burgmännlein

Präsentationen finden oftmals im sonnigen Süden Spaniens statt, der Wettersicherheit wegen. Der Stapellauf des neuen Suzuki Burgman 125/200 in Andalusien ging jedoch in einem sintflutartigen Regen unter, der Mensch und Material komplett unter Wasser setzte

Umfangreiche Modellpflege

Nach dem luxuriösen 650er und dem aufgewerteten 400er Burgman bekommt dieses Jahr der kleine 125er Burgman sein Fett weg in Form einer umfangreichen Modellpflege. Doch das ist nicht alles, die Suzuki-Verantwortlichen stellen ihm quasi als Verstärkung gleich einen 200er zur Seite – identisch in Aufmachung und Fahrwerk, nur eben etwas muskulöser. Beim Fahrtest im südspanischen Jerez de la Frontera – dem legendären Schauplatz vieler GP- und Sherry-Schlachten – standen natürlich beide Varianten zum Aufsitzen bereit, doch irgendwie konnte sich keiner der anwesenden Journos so richtig entscheiden. Erst ein „Wollt ihr jetzt losfahren oder lieber warten, bis die Sonne rauskommt?” beschleunigte die Abfahrt.

Dabei hätten wir die als Frage getarnte Aufforderung des Suzuki-Mitarbeiters mit „Abwarten” beantworten sollen – schließlich tröpfelte es beim verzögerten Start zur Testtour mit den neuen Suzuki Burgman-Modellen zaghaft vom grauen Himmel. Doch war dies nur die Ouvertüre zu einem Schauspiel, das sich nur noch mit „Land unter” halbwegs korrekt beschreiben lässt – es schüttete vom Himmel, als ob jemand dort oben ein Vollbad nehmen wollte.

wie Ewigkeiten auf glühenden Kohlen

Im Nachhinein werden allerdings keine Beschwerden mehr angenommen, schließlich gab es zu viele ungewöhnliche Vorzeichen, die uns die Augen hätten öffnen müssen. Das fing schon beim Einchecken am Frankfurter Flughafen an: Fragt mich die Dame hinterm Schalter, ob ich nicht lieber gegen Zahlung von 400 Euro einen Tag später fliegen wolle – der Flieger sei überbucht. Ein andermal gerne, aber ich musste ja am nächsten Morgen in Jerez sein, um den Burgman zu testen und der „Technical Presentation” beizuwohnen. Da konnte ich ja noch nicht ahnen, zu welch einem Desaster sich die Informationsveranstaltung auswachsen sollte. Zunächst einmal brannten während des Vortrags der Entwicklungsingenieure gleich zweimal die Sicherungen durch. Das gesamte Auditorium musste murmelnd warten, bis das Laptop wieder hochgefahren war und einen Kontakt zum Beamer herstellen konnte – Momente, die den perfektionsbewussten Japanern wie Ewigkeiten auf glühendheißen Kohlen vorkommen mussten. Dass das Mikrofon anschließend infolge altersschwacher Batterien den Dienst versagte, war verschmerzbar – die Kollegen waren so schockiert und daher mucksmäuschenstill, dass man den Japaner auch ohne Verstärker verstehen konnte. Nur das alle dreißig Sekunden vom Beamer an die Wand geworfene Popup-Fenster des nun aktivierbaren hoteleigenen Wireless-Netzwerks und die darob einsetzende hektische Betriebsamkeit am Pult, dieses wieder zu löschen, störte ein wenig.