Suzuki GSX 1250 F

Suzuki GSX 1250 F


Volle Verkleidung, voller Fahrspaß

Während der Rest der Motorradindustrie mit sinkenden Preisen kämpft, wirft Suzuki die GSX 1250 F – einen vollausgestatteten Allrounder – für 9.590 Euro auf den Markt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn technisch gesehen ist es beinah noch eine alte 1250er SA Bandit – nur die Ausstattung und das Zubehörangebot machen sie flexibler einsetzbar und verpassen ihr ein sportlicheres Aussehen.

Der 1255-Kubik-Motor läuft ebenso mühelos wie in der 1250er Bandit. Die Vortriebskraft ist sofort da und konzentriert sich im unteren und mittleren Drehzahlbereich. In der oberen Hälfte geht ihm allerdings die Puste aus. Am besten früh schalten und die Kraft rund um 4.000 U/Min nutzen. Die GSX1250F wiegt vollgetankt zwar 275 Kilogramm aber das kaschiert sie gut. Die niedrige Sitzhöhe und die hochgezogenen Lenkerenden bieten eine prima Sitzposition, um sich langsam durch den Verkehr zu schlängeln oder über leere Straßen zu jagen.

Suzuki GSX 1250 F

 

  

Die Grenzen der billigen Dämpfer zeigen sich bei richtigen Schlaglöchern – Abhilfe könnte die Einstellung der Zugstufenregelung bringen. Halbwegs glatte Straßen sind aber kein Problem, die GSX rollt stabil ohne überflüssige Lastwechsel, die überarbeitete Gabel und Federn der Bandit haben da geholfen. Auch das ABS ist gut: Es pulsiert zwar durch den Hebel, ist aber nicht rau und das ABS greift auch auf glitschigen Straßen selten ein.

 

Als günstiges 9.590 Euro Bike hat die GSX1250FA natürlich nicht viel Gimmicks in der Standard-Ausführung, aber was sie hat ist nützlich: Einen Hauptständer, Sitzbankverstellung zwischen 805 und 825 Millimeter, Tankanzeige, Ganganzeige, zwei Kilometerzähler plus einem Kilometer-Countdown wenn die Reserveversorgung eingesetzt hat. Aber Achtung: Die Reserve setzt schon bei 5,5 verbleibenden Litern ein, bei einem 19 Liter Tank. Die erste Warnung kommt also sehr früh und die zweite Warnung kommt erst, wenn nur noch ein Liter übrig ist. Der richtige Zeitpunkt zum Tanken ist also eher schwer zu bestimmen. Die Spiegel sind allerdings sehr praktikabel.

Traditionell ist die Bandit-Modellreihe technisch prima, aber eher schlecht verarbeitet. Der Rahmen der GSX1250F ist zwar pulverbeschichtet, aber wer die restlichen Anbauteile nicht nach jedem Regen gründlich putzt wird keine Freude haben. Dafür stimmt das Design: Die Verkleidung wirkt souverän, der Metalliclack sieht prima aus und das Cockpit sieht beinah besser aus als bei manchem Sportbike. Am besten also schon mal den Umgang mit Schrubber und Schwamm trainieren.

Die GSX1250F fällt gegenüber ihren teuereren Konkurrenten zwar etwas zurück, aber dafür ist sie auch wahnsinnig günstig, in Zeiten, wo Motorradpreise langsam ins Unerhörte steigen. Sie ist nur unwesentlich teurer als ein 600er Allrounder und kostet das gleiche wie ein drei oder vier Jahre alter gebrauchter Allrounder in ihrer Klasse. Wer ein Suzuki Motorrad als Arbeitstier sucht, mit der GSX1250F geht die Rechnung auf. Für diesen Preis gibt es keine andere Maschine mit der man so schön touren und über Landstraßen kratzen kann.