TECHNISCHE DATEN

ModellCVO Street Glide FLHXSE, BJ 2010-
HerstellerHarley-Davidson
KategorieChopper/Cruiser
ZylinderV2
Hubraum1800 ccm
Leistung72 KW kw
Bei Drehzahl5010 U/Min
Drehmoment156 NM
Bei Drehzahl3750 U/Min
SekundärantriebZahnriemen
Anzahl Gänge6
Federweg vorn/hinten117 mm/51 mm
Reifen vorn130/70B18 63H
Reifen hinten180/55B18 63H
Sitzhöhe690 mm
Leergewichtk.A.
Trockengewicht367 kg
Zul. Gesamtgewichtk.A.
Tankinhalt22,7

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TESTBERICHTE

Vergleich Harley-Davidson Street Glide und Kawasaki VN1700 Voyager Custom

Feuerrotes Spielmobile vs. Schwarzen Japaner


Feuerrotes Spielmobile vs. Schwarzen Japaner-Vergleich Harley-Davidson Street Glide und Kawasaki VN1700 Voyager Custom


Die Street Glide ist quasi eine Electra-Glide-Light. Die Voyager Custom ist der grimmige Ableger des Cruisingsofas VN1700 Voyager. Im Grunde genommen also unterschiedliche Konzepte die dann aber erstaunlich ähnlich daherkommen. Verkleidung und Koffer ja, Topcase und Zusatzscheinwerfer nein. Dazu noch nahezu identische Eckdaten. Im Vergleich zeigen beide was sie können – und was nicht.

Eindruck

2 mächtige Motorräder stehen da auf der Straße. Die Harley-Davidson Street Glide ist mit dem 103-cui-Motor ausgerüstet. Der schöpft aus 1.690 Kubik satte 84 Pferdestärken und 135 NM Drehmoment. Der Kawasaki-V2 bringt es auf exakt 1.700 Kubik die für 73 PS und 136 NM sorgen. Harley setzt klassischerweise auf Luftkühlung, die Voyager ist wassergekühlt. Noch eine Gemeinsamkeit gefällig? Die Instrumente hätten vor nicht allzu langer Zeit auch einem PKW der Oberklasse gut gestanden. Sowohl Harley als auch Kawa verlassen mit ihren Dashboards die motorradübliche Instrumentierung. Auch die Ausstattung ist mehr als komplett: Koffersystem, ABS Radio mit Soundsystem, Tempomat, Schnittstelle für MP3-Player, Bordcomputer. Klingt einmal mehr nach 4 statt 2 Rädern. So viel Motorrad hat natürlich sein Gewicht und auch Preis. Die Kawasaki Voyager Custom bringt es vollgetankt auf 383 kg und kostet 17.995 Euro. Die Harley-Davidson Street Glide kommt auf 368 kg, beim Kauf sind 22.995 Euro fällig.

Viel Geld für 2-Räder, aber man bekommt ja einiges geboten. Zum Beispiel einen ultrabequemen Sessel für den Fahrer. Auf beiden Motorrädern breit, gut gepolstert und für lange Strecken wie geschaffen. Die Füße ruhen stilecht auf Trittbrettern, die Lenker kommen dem Fahrer in beiden Fällen weit entgegen. Ergibt eine aufrechte Sitzposition mit komfortablem Beinwinkel und rückenschonender Haltung. Davon können Beifahrer nur träumen. Sowohl auf der Street Glide als auch der Voyager Custom finden diese nur schmale Sitzbrötchen vor die zudem noch nach hinten abfallen. Für Kurzstrecken o.k., auf Dauer allerdings nicht zumutbar. Die Bedienung gestaltet sich ausstattungsbedingt natürlich nicht ganz so einfach. Die Kawasaki lässt sich bequem und einigermaßen intuitiv vom Lenker aus bedienen. Gleiches gilt für die Harley-Davidson. Ein Blick ins Handbuch kann dennoch nicht schaden.

Optisch sind beide Motorräder echte Hingucker. Die Street Glide kommt sehr klassisch daher. Sofort denkt man an alte US-Polizeimotorräder, auch wenn unser Testbike eher an die Feuerwehr erinnert. Insgesamt 6 analoge Instrumente zieren das Cockpit der Harley, digital ist lediglich das Display des Radios. Die Verarbeitung ist gut, allerdings wirkt der Kunststoff des Instrumententrägers alles andere als hochwertig und der Preisklasse nicht ganz entsprechend. Die Voyager Custom hat tatsächlich einen grimmigeren Auftritt. Komplett in Schwarz gehüllt kommt sie flacher als die Harley daher. Das Bad-Boy-Image bekommt die Kawa optisch ganz gut hin. Das ganze Bike hat weniger Ecken und Kanten, wirkt nicht ganz so klassisch. Die 4 analogen Rundinstrumente erinnern vom Styling her an alte amerikanische Straßenkreuzer, das große zentrale Digitaldisplay ist ein Geständnis an die Moderne.

Motor

Die Eckdaten mögen sich auf dem Papier ähneln, in der Realität sieht es ganz anders aus. Optisch mag die Voyager Custom als Bad Boy durchgehen. Motorseitig ist sie ein ganz braver Zeitgenosse. Sanft blubbert der V2 der Kawa vor sich hin, bleibt auch beim Beschleunigen ein sehr gesitteter Vertreter seiner Gattung. Fast hört man ihn flüstern: ich bin ja gar nicht so. Die Performance geht insgesamt in Ordnung. Die 1700 Kubik sorgen für einen sauberen Antritt aus dem Drehzahlkeller. Kein Schütteln oder Ruckeln stört den Fahrer. Nervige Vibrationen sind dem Aggregat ebenfalls völlig fremd. Sanft setzt die Voyager jeden Gasbefehl um und schiebt die Karre ordentlich nach vorne. Eigentlich soweit alles gut – eigentlich. Dennoch wünscht man dem grimmigen Äußeren auch eine entsprechende Performance. Der Sound müsste nicht ganz so nachbarschaftskonform sein, der Antritt ruhig etwas packender und so ein paar Vibrationen haben auch noch keinen umgebracht. Eigentlich genauso wie es die Street Glide macht. Bollernd nimmt der V2 die Arbeit auf, bei der Beschleunigung genießt der Fahrer den typischen V2-Sound luftgekühlter Harleys. Das Drehmoment scheint direkt mit der Gashand des Fahrer verbunden zu sein. Jeder kleine Bewegung dieser wird spontan in Vorwärtsdrang und Sound umgesetzt. Im Stand überträgt der Motor seine Arbeitstakte in das komplette Motorrad – good vibrations eben. In Fahrt verschwinden diese fast völlig.

Fahreindrücke

Wer es sportlich bevorzugt braucht nicht weiter zu lesen. Cruising ist angesagt. Die Street Glide mimt motorseitig den Dynamiker. Den spontanen Leistungseinsatz in allen Drehzahlbereichen traut man dem Dickschiff gar nicht zu. Prompt nutzt man jede Gelegenheit zum Zwischensprint, genießt den Antritt und den typischen Harleysound. Trotz der barocken Optik lässt sich unser feuerrotes Spielmobil recht einfach um die Ecken treiben. Vor der Kurve die Geschwindigkeit runtergenommen, Fuhre abkippen und mit Zug durch die Biegung. Am Scheitelpunkt den Hahn aufdrehen und aus der Kurve rausbollern. Ohne Hektik und trotzdem zügig. Große Schräglagen sind nicht drin, die Trittbretter nehmen genrebedingt recht früh Kontakt mit dem Straßenbelag auf. Spätestens bei schlechterer Straßenqualität geht man allerdings automatisch vom Gas. Gerade einmal 117 mm vorne und ultraknappe 51 mm Federweg hinten stehen zur Verfügung. Das Vorderrad nimmt Unebenheiten gerade noch akzeptabel auf, das Hinterrad verliert die Fassung recht schnell. Wie es besser geht, zeigt die Kawasaki. Grundsätzlich gelten für sie die gleichen Regeln. Allerdings verwässert der sanfte Motor und der Flüstersound die Performance etwas. Die Bodenfreiheit ist noch etwas knapper bemessen, die Voyager Custom kratzt noch früher über die Straße als die Street Glide. Dafür hat die Kawasaki dank längerer Federwege deutlich mehr Reserven auf schlechten Wegstrecken. Die 140 mm vorne und 80 mm hinten arbeiten in allen Bereichen besser. So bietet die Kawasaki einen tollen Komfort und bügelt die meisten Hinterlassenschaften des letzten Winters klaglos weg. Ohne deshalb bei groben Schlägen auf den Block zu gehen. Bei artgerechter Bewegung zieht die Kawasaki noch klaglos ihre Bahn wo die Harley-Davidson schon die weiße Fahne schwenkt.

Die Bremsen verrichten bei beiden Motorrädern einen unauffälligen und dennoch ausreichend guten Job. Sowohl Harley als auch Kawa sind serienmäßig mit ABS ausgerüstet. Wer schnell zum Stillstand kommen will, sollte Bremshebel und –pedal kräftig betätigen. Die erreichbare Verzögerung geht in Ordnung, kommt aber nicht an die sportlicher Bikes heran.

Fahrzit

Mächtige Motorräder für den coolen Ritt und Auftritt. Die Kawasaki Voyager Custom begeistert mit ihrer grimmigen Optik und hüllt sich bis hin zum Windschild ganz in Schwarz. Im Gegensatz dazu steht der allzu sanfte Motor und der brave Sound. Fahrwerk und Bremsen passen dafür sehr gut. Die Harley-Davidson Street Glide gewinnt mit ihrem zupackenden Motor und dem bärigen Sound schnell Freunde. Leider bietet das Fahrwerk wenig Reserven und stößt auf schlechten Straßen schnell an seine Grenzen. Letztendlich ist es eine Frage des Geschmacks. Was wir uns wünschen würden? Kult, Motor und Sound der Harley mit der Optik und dem Fahrwerk der Kawa.

Text und Bilder: Matthias Hirsch

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BILDER VERGLEICH HARLEY-DAVIDSON STREET GLIDE UND KAWASAKI VN1700 VOYAGER CUSTOM

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02 Kawasaki VN1700...
03 Harley-Davidson...
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