TECHNISCHE DATEN

ModellSR 500, Bj. 1991-1998 (48T/91)
HerstellerYamaha
KategorieNaked Bike
Zylinder1
Hubraum499 ccm
Leistung17 kw
Bei Drehzahlk.A.
Drehmomentk.A.
Bei Drehzahlk.A.
Sekundärantriebk.A.
Anzahl Gängek.A.
Federweg vorn/hintenk.A.
Reifen vornk.A.
Reifen hintenk.A.
Sitzhöhek.A.
Leergewichtk.A.
Trockengewichtk.A.
Zul. Gesamtgewichtk.A.
Tankinhaltk.A.

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TESTBERICHTE

Yamaha SR 500 (1978 - 1999)

Nur das Wesentliche - ein wunderbarer Youngtimer


Nur das Wesentliche - ein wunderbarer Youngtimer-Yamaha SR 500 (1978 - 1999)


Die SR 500 von Yamaha ist das Kultmotorrad der 80er und 90er Jahre. Damals als die "Größte der Kleinen", fand der für den deutschen Markt auf 27 PS gedrosselte Einzylinder mit seinem klassischen Tropfentank eine große Fangemeinde. Der Kreis der SR Besitzer ist auch heute noch groß, 32 Jahre nach ihrer Markteinführung. Interessanter noch: 12 Jahre nach Ihrer Marktausführung.

Einer der Hauptgründe für die treue Anhängerschaft ist die Tatsache, dass die SR per Kickstarter angetreten werden muss. Für den Geübten nicht schwer. Aber Meister fallen nicht viele vom Himmel. Es hat so manchem Anfänger etliche Liter Schweiß gekostet, bevor er den Bogen raus hatte. Aber einmal geschafft ist die Verbundenheit mit diesem Kult - Zweirad um so größer.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit ist die unglaublich robuste und leicht zu wartende Technik. Richtig gepflegt und gewartet ist der simple Motor der SR 500 nahezu unzerstörbar. Die japanischen Konstrukteure haben hier seinerzeit einen Motor realisiert, in dem alle Bestandteile unmittelbar wesentlich für die Funktion sind. Jede technische Raffinesse und unnötiger Schnickschnack wurden weggelassen. Dieser Motor fasst wirklich nur das Wesentliche, was ihn ebenso einfach wie haltbar macht.
Einzige technische Neuartigkeit ist der Verzicht auf eine Zündung über Unterbrecherkontakte, wie sie die ein Jahr früher eingeführte Schwestermaschine XT 500 noch besaß. In der SR werkelt eine kontaktlose CCI-Zündung und dass mit der stoischen Präzision eines Schweizer Uhrwerks.

Erstaunlich auch das Handling der Maschine. Ein simpler Ein-Schleifen-Rohrrahmen, ein schmales 18-Zoll Hinterrad, ein noch schmaleres 19 Zoll Vorderrad. Letzteres seit 1986 durch ein 18-Zoll-Rad ersetzt, gepaart mit einer recht breiten, gut an der Hand liegenden Lenkstange sorgen für ungetrübtes Fahrvergnügen. Besonders auf kurvigen Landstraßen kann dieser Youngtimer auch heute noch problemlos mit den modernen Tourenmaschinen mithalten.
Der Einzylinder entwickelt mit seinem Vergasermotor bei gerade mal 155 kg Lebendgewicht einen lebhaften Vorwärtsdrang. Das kleine Leistungsloch bei 2700 UPM ist dabei verschmerzbar, zieht der Motor doch zügig und flexibel darüber hinweg.
Das Durchzugsvermögen des Motors muss den Vergleich mit den 27 PS Maschinen der heutigen Technik nicht scheuen.

Einziger Wehrmutstropfen ist die Qualität der Bremsanlage. Die eine schwere Bremsscheibe vorn mit ihrem starren Einkolbenbremssattel, gepaart mit einer historisch anmutenden Trommelbremse hinten erfordern vom Fahrer schon einen sehr aufmerksamen Blick auf die Verkehrssituation. Daran ändert die Modellpflege der 90er Jahre hin zu einer geschlitzten Scheibenvariante vorn auch nur wenig.
Die eigens für den deutschen Markt von 1996 bis 1999 angebotene Duplextrommel statt der Scheibe vorn wollen wir hier nicht vertieft betrachten. Diese lustige Spielerei hat die Bremsschwäche der SR 500 nun wirklich nicht verbessert.
Die Art und Weise, wie moderne Motorräder geradezu Anker werfen, wenn die Bremsen betätigt werden - davon kann der SR-Fahrer jedenfalls nur träumen.

Der ein oder andere SR Fahrer kritisiert das "Schwimmen" der Maschine bei schnellen, langen Kurven oder Autobahnfahrten bei einem Tempo oberhalb von 110 km/h. Dieses Verwinden ist aber nicht der alten Fahrwerkstechnik zuzuschreiben, sondern in diesen Fällen alten, unzureichend gewarteten Dämpferfedern. Der Austausch weich gewordener Federbeine und/oder ein Gabelölwechsel wirken hier Wunder.

Allerdings die modernen Selbstfahreigenschaften heutiger Motorräder zu erwarten wäre zuviel verlangt. Dieses Motorrad zeigt, dass es lebt. Die Vibrationen des ungedämpften Einzylinders sind allgegenwärtig, unverzerrte Sicht über die Rückspiegel so gut wie nie der Fall. Durch die breite Lenkergeometrie lässt sich die Fahrt hervorragend kontrollieren, dennoch erinnert das SR Fahrgefühl mehr an ein Fahrrad. Gemessen an dem stoischen Geradeauslauf heutiger Tourer. Die SR 500 ist noch eines der Motorräder, die davon ausgehen, dass der Fahrer sich aktiv am Vorwärtskommen beteiligt. Mal ehrlich, so soll es ja auch sein.

Fazit:

Die SR 500 ist ein wundervolles altes Eisen. Noch immer eine gute Wahl für diejenigen unter uns, die überschaubare Technik zu schätzen wissen, ein wenig "Schrauber - Talent" mitbringen und sowieso nie vorhatten, schneller als mit 125 km/h von A nach B zu kommen.
Diese Maschine ist zwar etwas für die Geschichtsbücher der Mobilität und im Laden schon seit langem nicht mehr zu bekommen, aber als günstige Gebrauchte zum Einstieg noch immer eine Überlegung wert.
Dass die Technik überdies noch immer nicht veraltet ist, zeigt allein, dass sie in Japan noch immer vom Band rollt. In einer 400 ccm Version.

Text/Fotos: Men at Work - TV

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199 5 bei 2
 

BILDER YAMAHA SR 500 (1978 - 1999)

SR 500
SR 500 1
SR 500 2
SR 500 3
SR 500 4
SR 500 5
SR 500 6
SR 500 7
SR 500 10
SR 500 11
SR 500 Detail
SR 500 Doppelscheibe

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