Motorradtour Sauerland

Motorradtour Sauerland


Typisch Sauerländer Flair

Östlich von Dortmund ist die Welt noch lange nicht zu Ende, obwohl das Ruhrgebiet ja hier aufhört. Dort beginnt das Sauerland, nur einen Katzensprung weit weg vom pulsierenden Leben der Großstädte.

Wenn man an der Ausfahrt Schwerte/Ergste die A 45 verlässt, empfängt einen sofort ein Hauch von Ländlichkeit. Hinter Ergste links ab und nach etlichen Kilometern an der Aral wieder links über die Ruhr, bis dass man nach Schwerte reinkommt. Direkt an der ersten Ampel rechts in Richtung Fröndenberg. Durch zwei Kreisverkehre geradeaus durch fahren und immer der Nase nach. Der Schein trügt: Das breite Sträßchen wird auf einmal immer enger und kurviger! Soweit das Auge reicht, nur noch Gegend. In Ardey geht´s dann ziemlich unvermittelt scharf links ab nach Fröndenberg.

Die relativ kleine Stadt empfängt uns mit dem typischen Sauerländer Flair. Kleine Häuser, meist mit Fachwerk und verschiefert. Weiter geht´s nach Menden. Auf dem Weg dahin sind ein paar wunderschöne Kurven und so eine Art Schlucht, deren Durchfahren richtig Spaß macht. Wer sich für schmucke Altstädte interessiert, sollte in Menden ruhig mal eine Runde durch die City drehen, bevor er sich auf der B 7 in Richtung Arnsberg auf die Socken macht. Gut und breit ausgebaut schlängelt sie sich, meist von Tempo-70-Schilder flankiert, durch die Landschaft bis Neheim-Hüsten. Immer in Richtung Möhnesee halten. Noch 13 km bis zur Sperrmauer. Zwischendurch kommt man durch Günne, wo das Heinrich-Lübke-Haus ist. Der frühere Bundespräsi war ja aus dieser  Gegend.

Das plötzliche Auftauchen geparkter Motorräder an der Straße kann man als sicheres Zeichen dafür nehmen, den Mopped-Treff „Wolf´s Revier“ direkt an der Staumauer erreicht zu haben. Wer sich die Zeit nimmt, mal auf das Jahrhundertbauwerk zu laufen, findet in einem der Türme eine Gedenk-Tafel. Hier kann man nachlesen, dass die Staumauer von 1912 ist und der Ruhr-Verband den Steinhaufen hat bauen lassen, um den Wasserstand der Ruhr konstant zu halten. Was man nicht nachlesen kann ist, dass die Briten im 2. Weltkrieg echt trickreich versucht haben, das Ding mit Luftminen zu sprengen, um mit den angestauten Millionen Kubikmetern Wasser das ganze Ruhrgebiet als Energie- und Rüstungszentrum zu ersäufen.

Schleicher sparen

Weiter in Richtung Delecke. Hier zieht sich eine Brücke quer über den Möhnesee. Die schönere Route geht allerdings immer am Ufer lang rund um den Ostzipfel vom Teich, bis man irgendwann wieder am anderen Ende der Brücke vorbei kommt. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass bei Badewetter auf der Uferstrecke immer der Bär los is. Also weg vom See in Richtung Arnsberg, Regierungsbezirk mit Sitz des Regierungspräsidenten. Am anderen Ende der Sauerländer Metropole auf die B 7 bis Meschede rollen. Dann am Henne-See vorbei auf der B 55 bis Bremke. Gute Straße, schöne Kurven. Und weil das so ist, sind hier auch bei schönem Wetter immer die grünen Jungs von der Rennleitung unterwegs, um noch paar Euro einzusammeln. Das gilt übrigens für das gesamte Sauerland. Strukturschwache Region eben, Besucher zahlen Eintritt!

Am schon von weitem sichtbaren Kirchturm von Bremke geht´s dann links ab in Richtung Schmallenberg. Wer hier Ende April unterwegs ist, sollte sich nicht über seltsame Gestalten in Westernkluft wundern, Schmallenberg ist nun mal die Heimat von Tom Astor, dem Country-Sänger, und so findet hier alljährlich ein Truck- und Country-Festival statt. Wir fahren auf der B 236 weiter nach Lennestadt und von hier über Finnentrop nach Plettenberg. Die ganze Gegend ist voll von alten oder noch produzierenden Erzgruben und stillgelegten Eisenhütten. Manche Industrieruine zeugt heute noch von der glanzvollen Zeit, als kleine Klitschen sich noch über Wasser halten konnten. Apropos Wasser: Das Flüsschen, das uns dauernd begleitet, ist die Lenne, verantwortlich für den damaligen Aufschwung der Städte hier. Kein Wasser – keine Industrie, das war schon immer so. Und so fährt man denn immer mal rechts, mal links des Rinnsals über Werdohl nach Altena. Hoch über der Stadt thront die alte Burg, die heute als Jugendherberge genutzt wird.

Weil wir aber nicht übernachten wollen, halten wir uns auf  Iserlohn/Letmathe. Da ist auch schon der Wegweiser in Richtung A 46! Rauf auf die Bahn und ab nach Hagen, wo wir wieder auf die Sauerlandlinie (A 45) kommen. Wenn man nun in Richtung Dortmund fährt, hat man je nach Wohnort Gelegenheit genug, über de A 1, B 54, A 44, A 40, A 42 oder A 2 sein Zuhause auf dem kurzen Dienstweg möglichst zügig anzufliegen. Bike zuhaus - Motor aus.

  

Länge: ca 150 km

Schwierigkeit: auch für Anfänger geeignet

Besonderes: Imbissbuden sind rar und oft Sonntags zu!