Der Westerwald

Der Westerwald


...lässt keinen Biker kalt

Eingerahmt von Rhein, Lahn, Sieg und A45 liegt mit dem Westerwald eine Motorrad-Region, die um einen Platz im Olymp deutscher Motorradhighlights kämpft. Also, nichts wie hin, um zu sehen was Land und Leute zu bieten haben.

Genau fünf Tage habe ich Zeit, um die Region der Keramikspezialisten unter die Reifen zu nehmen. Als erstes Basislager wähle ich das Hotel Paffhausen in Wirges aus, wo Inhaber Christoph Meurer nicht nur Motorradfahrer mit guten Küchenleistungen verwöhnt.

Da es bei meiner Ankunft gerade Mittagszeit ist, muss ein „Wäller Krüstchen“ dran glauben, bevor es zu einer kleinen Nachmittagsrunde Richtung Lahn losgeht. Mit dem Gelbachtal ist bereits in kürzester Zeit ein Motorrad-Klassiker erreicht. Ein Zwischenstopp im Motorrad-Museum Montabaur, auch als Ausflugslokal „Wirzenborner Liss“ bekannt, ist Pflicht. Während ich nach Erreichen der Lahn in Cruisermanier an Deutschlands bekanntestem Kanufluss entlang fahre, freue ich mich schon auf die Bergprüfung von Bad Ems nach Montabaur. Brachial die Kurven, gewaltig der Anstieg – Alpenfeeling im Westerwald. Da bläst nicht nur der Wind.

  

Am nächsten Tag steht der hessische Teil der 3-Bundesländer-Region auf dem Programm. Die historischen Gemäuer in Limburg, Runkel, Weilburg und Braunfels machen die Route zur Tour-de-Burg. Das Bike steht auf dieser Kurvenorgie kaum gerade und ein entspannender Bummel durch eine der besuchenswerten Altstädte, sorgt für den verdienten Ausgleich zur „Arbeit“ auf dem Bock.

  

Ein Besuch beim BMW-Spezialisten Wunderlich, dessen Standort in Sinzig nur rund 50 km vom Hotel entfernt liegt, steht am 3.Tag an. Mit der Anfahrt durchs Kannebäcker Land und das romantische Wiedbachtal, sind bis nach Sinzig dann doch 130 km mehr auf der Uhr, denn wie so oft beim Touren, ist der Umweg der schönste Weg. Es gibt bei Wunderlich kein Upgrade für BMWs, das es nicht gibt. Dieses Jahr feiert man 25-jähriges Firmenjubiläum und nicht nur deshalb ist der 25.4.2010 bereits fest im Terminkalender eingetragen, wenn hier in Sinzig mit der „Anfahrt“ der Saisonstart gefeiert wird.

  

Am nächsten Morgen verabschiede ich mich von Christoph, denn ich möchte weiter in den nördlichen Westerwald und mit dem Hotel Landsknecht in Hennef-Uckerath ein Haus besuchen, das neben einer guten Ausgangslage fürs Touren, mit einer einmaligen Partyatmosphäre aufwartet. Mit Tenne, Roter Mühle und Schaukelkeller haben gleich drei Locations für jeden Musik- und Tanzgeschmack etwas zu bieten. Mit seiner 240m langen Theke verfügt der Schaukelkeller über die Längste im Westerwald. Da kann man schon ein paar Freunde mitbringen. Auch zeitlich ist das Vergnügen kaum eingeschränkt. So schließt der Schaukelkeller erst früh am Morgen um 4.30 Uhr. 

  

Wer die Öffnungszeiten ausgereizt hat, sitzt wahrscheinlich erst ein wenig später wieder im Sattel. Macht nix, denn man ist bereits mittendrin im schönsten Tourengebiet und ist nicht auf nervige Anfahrten angewiesen. Mit Altenkirchen, Bad Marienberg und Hachenburg stehen bekannte Westerwaldstädte auf dem Tourprogramm. Immer wieder faszinieren die kleinen und wenig befahrenen Straßen. Ob mit oder ohne Navi, eine Karte sollte man immer dabei haben. Durch die selten optimale Ausschilderung würde man sonst vielleicht tolle Stopppunkte, wie z. B. den Biergarten vom Waldhotel Imhäuser in Marienthal verpassen.

Zurück im Hotel mache ich mich für den Abend fertig und freue mich auf den Abend im Partyhaus. Da ich morgen eine lange Heimreise vor mir habe, beschließe ich die Öffnungszeiten im Schaukelkeller heute nicht auszunutzen. Ob ich das geschafft habe, weiß ich erst am späten Abend, bzw. am frühen Morgen.

 

Text: Klaus Hinterschuster

Fotos: Westerwald Touristik-Service

Motorradfreundliche Unterkünfte

Hotel Paffhausen
Bahnhofstr. 100
D - 56422 Wirges
Rheinland-Pfalz
Telefon: +49 (0 26 02) 94 21-0
Telefax: +49 (0 26 02) 94 21-110 
Weitere Infos & Buchung