Frankreich Tour 2011

Frankreich Tour 2011


Mit 5 Harleys durch Frankreich

Der folgende Bericht soll ein paar Eindrücke meiner Tour 2011 vermitteln. Ich habe diese Bike-Woche mit 4 Kollegen (innen) absolviert, wobei ich die ganze Planung und Routenwahl vorbereitet habe. Ich habe während der ganzen Woche die Truppe angeführt. Der Bericht ist tageweise gegliedert.

Tag 1 (22.7.11)

Um 08h00 war Treffpunkt der 5 Teilnehmer an einer Tankstelle in Fribourg. Dort schon die erste kleine Überraschung: Von 3 Teilnehmern, welche gemeinsam zum Treffpunkt anreisen wollten, fehlte einer. Er musste kurz nach der Abfahrt von zu Hause umdrehen, da er seine Tasche mit dem Geld usw. vergessen hatte. Das Wetter präsentierte sich nicht von der Sonnenseite, aber wenigstens regnete es nicht. Über Hauptstrassen ging es zur Autobahneinfahrt in Payerne. Von dort aus folgten wir der A1 bis Aubonne, wo bereits der erste Tankstopp anstand, da eine der Teilnehmerinnen eine Sportster 48 mit 7,5 Liter Tank fährt. Über den Col des Marchairuz ging es nach Le Brassus, um danach dem Jura Richtung Westen zu folgen. Leider mussten auf der Passhöhe die Regenkleider angezogen werden. Diese trugen wir an diesem Tag zum Glück nur etwa eine Stunde. Danach folgten wir der Rhone um dann über den Col de l’Épine nach Chambéry „hinunter zu stechen“. Dort übernachteten wir in einem Hotel der B&B Kette. Der Parkplatz für die Bikes ist videoüberwacht.

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Tag 2 (23.7.11)

Der zweite Tag startete leider mit strömendem Regen. Wir entschlossen uns, trotzdem loszufahren. Über das Massive de la Chartreuse ging es bis Grenoble, um danach den Parc National de Vercor zu durchqueren. Dabei überquerten wir die folgenden Pässe: Col de Proncel; Col de la Chaux; Col de la Portete ; Col de la Bataille und den Col des Limouches. Via Pierrelatte, wo uns der Mistral zu schaffen machte, ging es östlich nach La Vernarède, wo wir im Lou Canté Pedrix übernachteten. Dies ist ein altes Mineurhotel. Der Besitzer ist sehr motorradfahrerfreundlich. Es gilt zu beachten, dass die letzten 30 Km nur für erfahrene Biker zu empfehlen sind.

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Tag 3 (24.7.11)

Der dritte Tag führte uns von La Vernarède nach La Motte du Caire. Dabei war die Rhone-Ebene mit dem stark wehenden Mistral eine echte Challenge. Es war echt kurios anzusehen, wie die Bikes eine merkwürdige Schräglage einnahmen. Im letzten Drittel kam dann noch der Col de la Saulce dran. Über meist kleinere D-Strassen erreichten wir das Ziel bei Dieter im Maison St.Georges, wo es vor dem Abendessen eine Partie Petanque gab.

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Tag 4 (25.7.11)

Auch diesen Tag durften wir bei schönstem Sonnenschein in Angriff nehmen. Zuerst ging es Richtung Westen durch eine sehr schöne Schlucht auf den Col de l’ Homme Mort, gefolgt vom Col de Macuègne nach Sault. Via Manosque und Draguignan fuhren wir danach immer südwärts um unser Ziel nach einem Abstecher ans Meer in Roquebrune zu erreichen. Dort nächtigten wir wiederum in einem B&B Hotel. Gleich auf der anderen Strassenseite gibt es einen offiziellen Händler unserer Motorradmarke.

Tag 5 (26.7.11)

Dieser Tag war dazu gedacht, um individuellen Wünschen gerecht zu werden (jeder sollte machen, was ihm gefällt). Schlussendlich lagen wir dann alle am Strand und genehmigten uns ein Bad im Meer. Dies natürlich nicht ohne einen Abstecher beim Harley-Dealer gemacht zu haben.

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Tag 6 (27.7.11)

Dieser Tag geht als Katastrophentag unserer Tour in die Geschichte ein. Kurz vor der Abfahrt begann es wie aus Kübeln zu giessen. Die Prognosen versprachen leider keine Besserung. So entschlossen wir uns, die Regenklamotten anzuziehen und loszufahren. Nach kurzer Rücksprache entschlossen wir uns, die ursprüngliche Route beizubehalten. Ich habe persönlich noch nie einen solch starken Regen auf dem Bike erlebt. Nachdem wir Draguignan passiert hatten, erreichten wir kurz darauf den Lac de St.Croix. Dort fliesst der berühmte Verdon in den See. Auf kleineren Strassen erreichten wir in Aiglun die Route Napoleon, welcher wir bis Sisteron folgten. Von dort ging es dann noch ein paar wenige Kilometer ins Fombeton, welches unsere nächste Unterkunft sein sollte. Immer noch in strömendem Regen wurden wir von Uta und Moritz mit Kaffee und heisser Schokolade empfangen. Nun ging es daran, einen Trocknungsplatz für die Kleider zu finden, was vor dem grossen Kamin kein Problem darstellte. Die Stimmung war natürlich anfangs etwas gedrückt, jedoch nach dem Pizza-Abend war die Welt wieder in Ordnung.

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Tag 7 (28.7.11)

Sonne Sonne Sonne…….
Ein wunderbarer Tag begann. Wir verbrachten noch einen Tag im Fombeton, wobei eine Gruppe sich entschloss, zu den Gorges du Verdon zu fahren. Ich persönlich machte eine kleine Spritztour auf den Col de St.Jean. Ich machte es mir gerade gemütlich, da erhielt ich einen Anruf mit etwa folgendem Wortlaut: „Wir finden die Unterkunft nicht und unser Mann mit dem Navi hat einen eigenen Rückweg genommen, um noch ein paar Bilder zu schiessen“. Karten hatten die „Verlorenen“ natürlich keine dabei….. Nachdem ich festgestellt hatte wo sie sich befinden, schwang ich mich wieder aufs Bike und holte die Gruppe ab.

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Tag 8 (29.7.11)

Entgegen den Prognosen durften wir einen sonnigen Tag erleben. Wieder folgten wir den D-Strassen bis wir auf dem Col du Festre ankamen. Von dort ging es weiter über den Col d’Ornon auf den Col du Glandon, welcher mit 1924 MüM der höchste Punkt unserer Reise war. Jetzt ging es runter bis nach Albertville um dann über den Col du Tamiè nach Faverges zu gelangen. Dort verbrachten wir die letzte Nacht unserer Tour.

Tag 9 (30.7.11)

Der Tag der Heimreise bescherte uns glücklicherweise wieder gutes Wetter. Dem Lac d’Annecy entlang ging es auf Nebenstrassen bis nach Genf, wo wir uns verabschiedeten und die letzen 100 km individuell bewältigten. Nach rund 2000Km sind alle glücklich zu Hause angekommen.
 
Schlussendlich möchte ich noch erwähnen, dass wir alle eine Harley fahren. Es waren dies eine 98er Fat Boy, eine 05er Road King, eine 10er Wide Glide, eine 08er Sportster und eine 10er 48/80. Entgegen üblicher Vermutungen kann man also auch mit Harley’s solche Routen absolvieren.

Text/Fotos: Martin Moosmann, aka tinu