Motorradtour Eifel

Motorradtour Eifel


Nürburgring mal anders

Wer kennt sie nicht, die Renn-Wochenenden am Ring? Die Eifel ist voll von Bikern, die Freitagsnachmittags je nach Anreise-Route über die B 410, 412 oder 257 mit Sack und Pack eiligst dem Spektakel zustreben, um dann ebenso hastig Sonntagsabends wieder über die gleichen Straßen in heimatliche Gefilde zu brausen. Sehr zum Leidwesen der lokalen Ordnungsmacht, die gerade an solchen Wochenenden verstärkt Kontrollen durchführt!

Warum also sich nicht mal die Ruhe antun und vielleicht ein paar Tage mehr Freizeit opfern, um in aller Ruhe die Schönheit der Landschaft zu genießen und dem Reisestress zu entgehen? Viel zu idyllisch sind die kleinen Eifelsträßchen, an deren Rändern man durchaus ein halbstündiges Mittagschläfchen halten kann, ohne auch nur von einem einzigen Auto geweckt zu werden!  In schmalen Tälern versteckt, meist begleitet von mehr oder minder breiten Bächen winden sich die durchweg asphaltierten Verkehrswege der Einheimischen teilweise sogar in Serpentinen von einem Ort zum anderen. Auffallend ist dabei die gute Beschilderung an den Abbiegungen. Wer also mit einer guten Gebietskarte, z.B. einer Generalkarte unterwegs ist, wird stets per Wegweiser zum nächsten Ort geschickt und somit wohl kaum verloren gehen. Für Nichtcamper stehen außerhalb der Weinfestsaison genügend Pensionen zur Auswahl. Besonders empfehlenswert weil bikergeführt, gut und preiswert das „Hotel zum Ahrtal“ in Bad Neuenahr mit Unterstellmöglichkeit für´s Krad. Für campende Biker mit Tagestouren-Ambitionen empfiehlt sich dagegen der CP „Europa“ in Ahrbrück. Am Eingang verspricht ein „Bikers Welcome“-Schild eine freundliche Aufnahme und das hat auch seinen Grund: Der Platzwart fährt selbst Motorrad und hilft somit gern mit Tourentips und anderen Informationen aus.

Von hier kann man zum Beispiel herrliche Tagestrips durch Schnee-, Hoch- oder Vulkaneifel machen, z.B. über Ahrbrück, Lind, vorbei am Radioteleskop Effelsberg nach Bad Münstereifel. Eine sehenswerte Altstadt belohnt uns hier mit schicken Cafés und mittelalterlicher Architektur. Ganz Kurvengeile wählen dabei hinter Lind den Weg links ab über Liers, Schuld und Eicherscheid. Der Nachmittag bringt dann noch die Rücktour über Tondorf, Rohr, Ahrhütte nach Adenau. Wer mag,  kann hier an der alten Ringauffahrt rasten und sich ein bißchen historische Rennluft um die Nase wehen lassen. Wer nicht mag, fährt über Kaltenborn, Kesseling und Ahrbrück vorbei am Café Fahrtwind direkt zum Platz zurück und nutzt den Rest des Tages vielleicht zur Einkehr in einem der zahllosen Weinlokale in Altenahr. Oder fährt mit dem Sessellift auf den Berg. Oder zur Sommerrodelbahn am nördlichen Ortsrand. Oder mit der Ahrtalbahn bis Remagen am Rhein. Oder, oder, oder..........

Der nächste Tag könnte z. B. mit einem Ausflug zur Mosel ausgefüllt sein. Also geht’s wieder am schon bekannten Café Fahrtwind vorbei nach Ramersbach und weiter Richtung Nürburgring, über Kempenich, Weibern bis Mayen. Hier halten wir uns Richtung Cochem. Die Strecke über Monreal bietet einen wunderschönen Blick über die sanften Hügel der Voreifel und des Maifeldes. Wer mag, kann in Cochem um die Mittagszeit einen Stadtbummel machen, die Moselbrücke überqueren oder einfach nur für Vitamin-Nachschub sorgen. Der Nachmittag führt uns dann auf der linken Moselseite durch altbekannte Weinorte bis Koblenz mit der schönen Altstadt, der Festung Ehrenbreitstein und dem Deutschen Eck. Wir folgen der B9 Richtung Bonn immer dem Rhein entlang bis Brohl, biegen sodann ins Brohltal ab und folgen diesem immer entlang der Bahntrasse des Vulkanexpress, der an Wochenenden auch Passagiere befördert, bis Niederzissen. Sehenswert ist besonders der alte Bahnhof in Burgbrohl, der heute als Restaurant genutzt wird. Hier kann man sich auch auf einer großen Tafel am Bahnsteig ausgiebig mit der Geologie der Vulkaneifel befassen, die wir gerade durchqueren. Über Königsfeld, Bad Neuenahr und das Ahrtal erreichen wir wieder unseren CP in Altenahr.

Wer noch mehr Zeit mitbringt, kann den nächsten Tag z. B. nutzen, um sich auf der anderen Rheinseite ein bißchen umzusehen. Dazu folgen wir unserer gestrigen Rückroute immer Ahrabwärts wieder in umgekehrter Richtung bis Kripp, von wo uns die Rheinfähre nach Linz bringt. Unter der Bahn durch geht’s zunächst Richtung Asbach, um ein Paar Kilometer hinter dem Ort in Richtung St. Katharinen und weiter nach Neustadt/Wied abzubiegen. Wer mag, kann von Linz aus einen Schlenker hoch zur Burg Ockenfels machen, die einen traumhaften Blick über das Rheintal gestattet. In Neustadt angekommen, folgen wir der Straße in Richtung Neuwied. Unsere Tour führt uns nun durch das romantische Wiedtal, vorbei an der Anxbach-Mühle, die sich um die Mittagszeit gut zur Einkehr eignet und von den lokalen Bikern daher rege frequentiert wird. Über Waldbreitbach erreichen wir Neuwied, um hier den Rhein per Brücke nach Weißenthurm zu queren. Über Plaidt, Saffig und Ochtendung fahren wir über die B258, die zeitweise verdammte Ähnlichkeit mit der Route 66 hat, nach Mayen. Die Steinbrüche entlang der Route zeugen von der vulkanischen Entstehung der Landschaft. Heute wird hier Lava abgebaut und zu Baustoffen wie Bimsbetonsteinen weiterverarbeitet. Auch ein Abstecher zum Laacher See, dem größten Vulkankrater Deutschlands mit dem Kloster Maria Laach lohnt sich. Von Mayen aus folgen wir weiter der B258 bis zum Nürburgring, dann auf die B257, die uns über Adenau schließlich wieder nach Altenahr führt. Wer dann am nächsten Tag nach Hause muss, hat das Gefühl, einen der großartigsten und vielseitigsten Landstriche unserer Republik genossen zu haben, obwohl die Tagesetappen nur jeweils zwischen 150 und 250 km lagen. Wer Lust zum Bleiben verspürt, kann sich jederzeit mit Hilfe eines Kartenstudiums weitere Tagestouren stricken, wie z. B. mal eine Mineralbrunnentour (Gerolsteiner, Tönissteiner, Sinziger, Brohler...). Es gibt kaum Straßen in der Eifel, die nicht fahrenswert wären ! 

  

 

Wingleader

  

GPS Touren in der Eifel:

Ein bisschen Westerwald

Rheinhessen und Hunsrück

Eifel-Luxemburg Teil 01.

Eifel-Luxemburg Teil 02.

Von Zülpich durch die Eifel