Motorradtour Rems-Murr, Schwäbische Alb und Schwarzwald

Motorradtour Rems-Murr, Schwäbische Alb und Schwarzwald


2 Tagestour mit etlichen Kurven

Seit Mai geplant, im August war es dann endlich soweit. Mein alter und motorradabstinenter Kumpel Michael bekam zum Geburtstag einen Tourengutschein. Wozu nennt man denn 2 fahrtaugliche Mopeds sein eigen? Letztendlich hat die gemeinsame Terminfindung dann doch bis August gedauert. Eine 2-Tage-Tour durch den Wilden Süden, sprich rund um Stuttgart und in den Nordschwarzwald. Ich auf der MT-01 vorne weg, Michael auf der Varadero hinterher.

Los ging es in Weinstadt durch den schönen Rems-Murr-Kreis. Abwechselnd durch Weinberge und Waldstücke über Winnenden nach Rudersberg. Dann hoch nach Althütte und Richtung Ebnisee. Sehr beliebte Strecke, kleine Straßen schlängeln sich durch den Wald und gehen dann in gut ausgebaute kurvige Landstraßen über. Das Aufkommen an Autos hielt sich auch in Grenzen, also ist entspanntes Kurvengleiten angesagt. Am Ebnisee haben wir den ersten Zwischenstopp gemacht. Am Wochenende steht hier auf dem Parkplatz ein Bike neben dem anderen. Mittwochmorgens waren wir die einzigen, auch nicht wirklich schlimm.

  

 

Jetzt geht es Richtung Murrhardt, kurz vor Murrhardt biegen dann nach Gschwend ab. Die Straßen führen durch winzige Ortschaften, wunderschön anzusehen. Wohnen wollte ich dort nicht. Die hügelige Gegend bietet allerdings beste Voraussetzung für uns Biker. In Gschwend geht es dann ab nach Welzheim. Die Strecke durch den Wald ist zwar wunderbar kurvig, der Belag könnte noch von vor dem Weltkrieg sein, eher der erste als der zweite. Die MT-01 bockt ab und an, die Varadero stört es kaum.

    

Von Welzheim aus weiter Richtung Lorch. Als Tipp: den Abzweig über Walkersbach nehmen. Eine Straße die letztendlich aus einer Spur besteht, am Anfang sehr kurvig und eng durch den Wald und anschließend durch ein sehr idyllisches Tal führt. In Lorch dann Richtung Schwäbisch-Gmünd, kurz davor rechts ab nach Maitis und über Hohenstaufen nach Göppingen. Das nächste Ziel ist bereits in Sichtweite: noch ein paar Kilometer dann geht es an den Albaufstieg. Irgendwie ist die Strecke mit Sicht auf das Ziel jedes Mal besonders lang. Aber dann: Weilheim, Neidlungen und los geht der Spaß. Die Straße Richtung Wiesensteig bietet alles was das Herz begehrt. Erst bergauf durch den Wald, schön eng und kurvig, und anschließend wieder bergab gen Wiesensteig. Aber gar nicht dort aufhalten sondern direkt weiter nach Westernheim. Erst wieder bergauf und eng, „oben“ angekommen geht die Straße in weitläufige Kurven über. Schön übersichtlich, die meisten Kurven gut einsehbar. Wie für uns dahin gemalt!

    

Danach kommt eine Überbrückungsstrecke. Von Donnstetten über Römerstein Richtung Hengen. Kurz vor Hengen geht es dann links ab nach Seeburg. Es geht durch ein kleines Tal immer parallel zu einem Bachlauf. Da sind sie dann wieder: die lang gezogenen Kurven in denen man die Angstnippel von der Fußraste bekommt. In Seeburg geht es dann ein kurzes Stück auf der Bundesstraße Richtung Münsingen. Von dort gelangt man auf eine der schönsten Strecken überhaupt: das Lautertal. Von Münsingen Richtung Gundelfingen und Hayingen. Es geht durch ein sehr idyllisches Tal. Wenn die Strecke nicht so geil wäre, würde man dauernd anhalten. Bis dato habe ich es noch nicht geschafft. Im Lautertal haben wir dann die nächste Pause gemacht. Obligatorisch im Bootshaus hinter Gundelfingen. Ein beliebter Treffpunkt bei Bikern, Wanderern und anderen. Sehr schöner Biergarten mit Blick auf die geparkten Lieblinge.

    

Der Tag ist fast rum, die geplante Übernachtung allerdings im Schwarzwald gebucht. Bis dahin sind es noch 130km. Also die Bikes gewechselt, da ich jetzt das Navi brauche, welches an der Varadero hängt, Michael übernimmt die MT-01. Also schnellstmöglich über Reutlingen Richtung Schwarzwald. An einer Ampel grinst mich dann ein sichtlich begeisterter Michael durch den Helm an. Die MT hat es ihm vom ersten Meter an angetan. Gegen Abend erreichen wir dann Forbach wo wir noch schnell was Essen und nach einem Schlummerbier die Nacht versägen.

     

Am nächsten Morgen in Ruhe aufgestanden, in Ruhe gefrühstückt und in Ruhe losgefahren. Was dann folgte glich einem Tag auf dem Motorrad wie aus dem Bilderbuch. Kurven, Kurven und noch mal Kurven. Bergauf, bergab. Auf und nieder, immer wieder. Eine Wegbeschreibung ist nicht notwendig, man hat das Gefühl jede Strecke ist ein Traum, jede Abbiegung bringt einen auf die nächste Traumstraße. Pausen haben wir kaum gemacht, obwohl sich reichlich Gelegenheiten geboten haben. Aber keiner wollte vom Motorrad runter. Die alten Männer wurden richtig munter! So beschränkten wir uns auf eine kurze Mittagspause um den Magen zu füllen und die Blase zu leeren. Am späten Nachmittag wurde es dann doch Zeit sich wieder in Richtung Stuttgart aufzumachen. Die obligatorische Kaffeepause machten wir in Bad Liebenzell. Wer dort mal vorbeikommt, sollte unbedingt auf die Burg über der Stadt fahren. Tolles Essen und eine sehr schöne Aussicht über Bad Liebenzell. Der Rest des Weges war dann nur noch Formsache, leider.

     

Wieder in Weinstadt angekommen, knackten die alten Knochen doch recht heftig als wir abstiegen. Die Endabrechnung ergab letztendlich 750 KM in 1,5 Tagen, ohne Autobahn und überwiegend auf den Wunschstraßen. Michael wird nicht mehr so lange ohne Motorrad sein, da wir die gemeinsame Tour zu einem alljährlichen Event machen werden. Das nächste mal dann in Frankreich, da hat er dann die Anreise nicht so weit.

   

Test & Fotos: mhirsch