Über Sisteron, dem „Tor zur Provence“ (ab hier wird mit Öl und nicht mehr mit Butter gekocht), Digne-Les-Bains und die recht schmale D 908 über den Col de la Colle-Saint-Michel (1.431) erreichen wir das kleine Bergdorf Méailles, am Rande eines imposanten Kalkfelsens hoch über Ufer der Vaire gelegen. Ein winziges Sträßchen führt uns zunächst über einige Kehren hinunter ins Tal, dann windet es sich eng am Hang wieder zum Dörfchen hinauf. Zeit für einen Cafe. Der Wirtin der kleinen Bar im Ortskern ist ihr eigenes Mittagessen jedoch wichtiger, als der Durst von Motorrad- und Motorrollerfahrern. Es gibt nichts! Im nächsten Ort haben wir auch kein Glück. Soeben noch geöffnet, schließt die einzige Bar, gerade als wir die Motoren abstellen. Es ist eben „Sieste“.
Kurz vor der Daluis-Schlucht machen wir noch einen Abstecher nach Entrevaux. Die mittelalterliche Siedlung (880 Ew.) im Parc national du Mercantour am Fluss Var mit der Brücke aus dem 17. Jh. und der alles überragenden Zitadelle gehört zu den Festungsanlagen, die noch fast im Originalzustand erhalten sind. Das Stadttor von Entrevaux führt in die Altstadt und weiter zur hoch über dem Tal liegenden Festung. Auf Grund der mittlerweile herrschenden Temperaturen und des doch gewaltigen Höhenunterschieds ersparen wir uns jedoch den Aufstieg - wir sind ja Motorroller- und Motorradfahrer und keine Wanderer. Wir stärken uns noch etwas in einem kleinen Bistro, dann brechen wir zur Daluis auf. Zwischen Daluis und Guillaumes bildet die Var einen tief eingeschnittenen
Auf teils überhängenden Trassen geht es 12 Kilometer durch ein einzigartiges Naturwunder. Über uns der tiefblaue Himmel der Provence, neben uns steil abfallende Felswände und unter uns das silberne Band der Var. Einfach grandios! Wenn das Sonnenlicht in den späten Nachmittagsstunden schräg einfällt, wirkt das intensive Dunkelrot des Schiefers, gesprenkelt von einigen grünen Farbtupfern, von besonders intensiv. Wir halten immer wieder an, um die herrliche Aussicht zu genießen. Hinter jeder Kurve scheint sich ein neuer Abgrund zu öffnen. Die Straße bohrt sich immer wieder durch schmale, kurze Tunnel und windet sich eng am roten Fels entlang. An einigen Stellen wird der Weg sogar zur Einbahnstraße, dann kurven wir direkt am Abgrund entlang. Spannend, aber nicht unbedingt zur Freude der besten Sozia der Welt. (Tourbericht: www.motorroller-info.de)

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