Bergisches Anlassen in neuer Dimension

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    Bergisches Anlassen in neuer Dimension

    Das Bergische Anlassen in Lindlar ist eine alljährlich statttfindende Veranstaltung des BVDM (Bundesverband der Motorradfahrer). Es beginnt mit einem Bikerfrühstück. Anschließend ein erfreulich kurzer Bikergottesdienst. Danach ging es im Konvoi zur gut 40 km entfernten Nordhelle, um gegen die dortige Streckensperrung für Motorräder zu demonstrieren.

    Zur Unterstützung der neun Polizeimotorräder hatten sie u. a. auch uns von der Biker Union gebeten, als Blocker die Strecke abzusichern, also den Querverkehr zu stoppen, damit der Konvoi in einem Rutsch dort vorbei kommt, wo er eigentlich keine Vorfahrt hätte.

    Wir waren insgesamt etwa 40 Blocker. Um etwas mehr "Autorität" auszustrahlen bekamen wir Westen in Polizei-Blau. 

    Soweit, so gut. Im Absperren sind wir ja geübt. Womit allerdings Niemand gerechnet hatte, war die Anzahl der Teilnehmer. In den vergangenen Jahren waren es immer zwischen zwei- und dreihundert. Das gestrige schöne Wetter hat aber diesmal über 1400 (!!!) Biker zum Teilnehmen angelockt! 

    Der Konvoi war fast 10 km lang. Da waren wir mit 40 Blockern deutlich unterbesetzt. Statt zu zweit oder oder zu dritt musste immer nur ein einziger Blocker absperren. An mehrspurigen Einmündungen stellten wir unsere Motorräder quer vor die eine Spur, uns selber vor die andere und erklärten den Ersten in der Schlange, dass es etwa 20 Minuten dauern wird und baten sie, es den Nachfolgenden weiterzusagen.

    Kurz vor Meierzhagen hielt der Konvoi auf freier Strecke an, und die Polizei sperrte den Gegenverkehr, damit wir Blocker die Gegenspur nutzen konnten, um wieder ganz nach vorn zu fahren. Dieser "Überholvorgang" der endlos scheinenden stehenden Kolonne dauerte mehre Minuten.

    Insgesamt war ich gut zehn Stunden unterwegs. An- und Abreise über Land jeweils etwa zwei Stunden. Konvoifahrt ebenfalls gut zwei Stunden. Und dann halt noch die Aktionen am Startpunkt und die Abschlusskundgebung am Zielort, einem großen Platz an der eigentlich für uns gesperrten Strecke.

    Zu verdanken haben wir diese Streckensperrung übrigens den unbelehrbaren Möchtegern-Rennfahrern, die dort öfter ihre Rennen austragen. Die sind so dreist und sperren sogar eigenmächtig die gesamte Strecke ab, um keinen Gegenverkher zu haben!