• Profilbild von trucker1967

    Wildunfall ...

    1990 habe ich den Führerschein für PKW's gemacht,1999 den für LKW's.

    In den ganzen Jahren hatte ich mal abgesehen von den üblichen Fliegen auf den verschiedenen Frontscheiben keinerlei "Feindkontakt" zu irgendwelchen Tieren.

    2010 habe ich dann endlich doch nochmal den Führerschein für Motorräder gemacht.

    Im gleichen Jahr habe ich ohne weitere Folgen ein Kaninchen erwischt.

    Im vergangenen Jahr hatte ich dann etwas weniger Glück.

    Ich erwischte ein Reh,offenbar noch ein Jungtier.

    Meine gute alte Kawa konnte ich halten,sie wurde aber schwer beschädigt.

    Ich habe fast 1 Jahr gebraucht um die Maschine wieder auf die Räder zu stellen und mußte viel Geld investieren.

    Im vergangenen März bekam sie mit einem Jahr Verspätung endlich neuen Tüv und durfte endlich wieder auf die Straße.

    Und heute morgen auf dem Weg zu meinem Arrbeitsplatz überrascht mich ein kapitaler Rehbock.

    Die beiden verbliebenen Hälften des Tieres wiegen wohl etwa so viel wie das gesamte Tier aus dem Vorjahr.

    Ich bin schwehr gestürtzt,die gute alte Kawa erlitt einen Totalschaden,sogar der Zündschlüssel ist verbogen und ich selber bin erneut mit vergleichsweise geringen Verletzungen davon gekommen.

    Mir schmerzt jeder Knochen aber ich mußte nur eine kleinere OP über mich ergehen lassen.

    Aber ich lebe und habe mich nicht zum Krüppel gefahren.

    War es ein Wink mit dem berühmten Zaunpfahl und sollte ich es lassen oder sollte ich es nochmals mit einer neuen Maschine versuchen?

    Fahren oder nicht Fahren ... Das ist hier die große Frage ...

    Meine Saison ist beendet.

    Ob für mich nochmal eine neue beginnt ist noch offen und falls ja ist noch offen wann.

    Euch allen wünsche ich einen wundervollen Sommer,eine möglichst lange Saison und allzeit unfallfreie Fahrt.



    Die (kaputte) linke zum Gruße











  • Profilbild von Alptourer

    Re: Wildunfall ...

    Also Mensch, da scheinst Du ja zum Einen richtig Pech gehabt zu haben, -

    auf der anderen Seite natürlich Glück.

    Ich denke , Du verstehst, wie ich es meine.



    Ich persönlich hätte sicherlich etwas zum Nachdenken.

    Die Entscheidung würde ich jedoch doch aus dem Bauch heraus machen.

    Vielleicht kommen noch andere Meldungen.

    Dir erstmal Alles Gute...
  • Profilbild von blackbirdxxm16

    Re: Wildunfall ...

    Statistisch gesehen, kann dir kaum noch was passieren. ))

    Frag mal deinen Versicherer, was mit nem Rabatt is.



    Zunächst mal alles Gute und laß dich vernünftig zusammenflicken.



    Alles weitere kannst du noch nächstes Jahr entscheiden, wenn die dann nich mehr kaputte Linke wieder grüßen will.



  • Profilbild von n.N

    Re: Wildunfall ...

    Glückwunsch zu so einem tüchtigen Schutzengel ... Dein Materialschaden ist ärgerlich, aber ich denke in Anbetracht deines Riesenglücks, was die Verletzungen angeht, solltest du es fahrzeugtechnisch etwas robuster angehen in Zukunft. 



    Die Entscheidung, ob du jemals wieder auf´s  Bike steigst, wird dir hier niemand abnehmen können.

    Wie oben schon erwähnt ... Bauchentscheidung wenn du wieder 100% ig hergestellt bist  





    dLzG ... vintage (Kilian)
  • Profilbild von Roadrunner72

    Re: Wildunfall ...

    Erstmal Glückwunsch zum Schutzengel!



    Dann würde ich an deiner Stelle folgendes Machen: Überleg dir für dich die Antworten auf folgende Fragen:

    (völlig Wertfrei, das ist keine Anschuldigung)

    - Hättest du mit einer angepaßten Fahrweise anders reagieren können?

    - Warst du vielleicht zu schnell?

    - Hast du richtig reagiert (sofern überhaupt möglich).

    - Fällt dir irgendwas ein, was du hättest besser machen können?

    - Hast du nach diesen Zwischenfällen Angst vor dem Motorradfahren?



    Abhängig von deinen Antworten kannst du dir nun überlegen, was du besser machen kannst:

    - Fahrsicherheitstrainig, um das Motorrad besser zu beherrschen

    - Angepaßtere Fahrweise, gerade in den gefährdeten Gebieten (Wald, nicht geerntete Felder)

    - Vielleicht ist deine Strecke zur Arbeit wirklich stark gefährdet. Gibt's für morgens Alternativen?



    Schlußendlich mußt du entscheiden, ob die Lust am Motorradfahren überwiegt, oder ob die Angst vor so einem Wildunfall vorherrscht. Mit Angst sollte man niemals fahren, die lähmt.

    Und du hattest wohl einfach Pech. Aber das kann ja nicht ewig anhalten. Wie Blackbird schon sagte, statistisch bist du nun aus dem Schneider



    Ich wünsch dir viel Erfolg bei deiner Entscheidungsfindung!
  • Profilbild von n.N

    Wildunfall ...

    trucker1967 hat geschrieben



    Die beiden verbliebenen Hälften des Tieres wiegen wohl etwa so viel wie das gesamte Tier aus dem Vorjahr.





    Alter Schwede, wie schnell warst Du? Ein Bekannter hat vor 2 Jahren mit seiner Kilo-Gixxe einen Rehbock mit 130 mittig erwischt. Den hat es aber nicht geteilt.



    Du solltest den Fragenkatalog vom Roady für Dich beantworten.
  • Profilbild von Ziegenmüller

    Re: Wildunfall ...

    ich entsinne mich, vor geraumer Zeit  ein Video aus den Staaten gesehen zu haben, in dem genau solch ein Unfall mit zeitgleicher Teilung des Wildbrets aus Sicht des Hinterherfahrenden gezeigt wurde.

    Die beiden waren auch nicht mit immens hoher Geschwindigkeit unterwegs.

    Der vorausfahrende "Metzger" konnte das Mopped sogar noch halten.



    @ Trucker... Wichtig ist aus meiner Sicht, daß Dir nix grundlegend Schlimmes passiert ist.

    Geh Deine Unfälle mal aus Sicht des "Zielblickes" durch. Rennt Dir etwas auf die Straße darfst du nicht das Wildbret, sondern eine Ausweichmöglichkeit fixieren. Sonst fährst du zwangsläufig in das Hindernis hinein....



    So denn alles Gute und gute Besserung...



    Gruß

    Thomas
  • Profilbild von trucker1967

    Re: Wildunfall ...

    Hallo zusammen



    Euch allen erstmal einen herzlichen Dank für eure Beiträge,und einen ganz besonders großen Dank an meinen Schutzengel.

    Dann will ich mal einige Fragen für mich selbst und auch für euch beantworten:



    Mein Fahrlehrer der mich ausbildete ist selber begeisterter Motorradfahrer und hat mir auf Grund seiner Erfahrung schon sehr viele hilfreiche Tipps gegeben,schon daher war so manche Fahrstunde länger als "normal" und das ohne Aufpreis.

    Ein Fahrsicherheitstraining habe ich auch schon einmal absolviert,das ist zwar nicht ganz günstig aber sein Geld allemal Wert,ich kann es jedem nur Empfehlen,ich würde meines auffrischen.

    Aber nun mal zum Unfall selbst:



    Ich war auf der Landstraße mit etwa 100 km/h unterwegs,in diesem Bereich auch durchaus erlaubt.

    Allerdings fuhr ich in der Morgendämmerung,so gegen 5:10 passierten beide Wildunfälle,bekanntlich ist zu dieser Zeit (Dämmerung) der Wildwechsel ja am stärksten,also war ich vielleicht doch zu schnell,nicht schneller als erlaubt aber zu schnell für die Umstände.

    In unserer Gegend sind viele Hinweise auf Wildunfälle aufgestellt,ich hätte vielleicht wirklich langsamer fahren oder um die Tageszeit das Auto benutzen sollen.

    Das Reh sprang allerdings in einem so kurzen Abstand vor mir auf die Fahrbahn das die zurückgelegte Wegstrecke zu lang für die Reaktionszeit war,ein Aufprall war somit unvermeidlich.

    Manchmal kann man eben einfach gar nichts mehr machen.



    Was würde ich zukünftig anders machen?

    ich würde definitiv nicht mehr mit dem Bock zur Arbeit fahren,Dämmerungsfahrten vermeiden,so schön das auch sein kann in der morgentlichen oder abendlichen Dämmerung zu fahren.

    Meine Schutzausrüstung hat soweit sehr gut funktioniert,nur hatte ich leider zu leichte Sommerhandschuhe an.

    Wären die Handschuhe hochwertiger gewesen wäre mir mal abgesehen von den Prellungen nichts weiter passiert und die OP wäre mir auch erspart geblieben.

    Also werde ich zukünftig noch mehr auf meine Schutzausrüstung achten,in "Jeans und Pullover" bin ich auch vorher nie gefahren.

    Aber es juckt mich schon wieder gehörig in den Fingern,meine Maschine vermisse ich schon jetzt ...

    Ich werde den Bock in Einzelteilen verkaufen,der Motor läuft noch rund und sauber und viele Teile sind noch zu gebrauchen.

    Mir selber geht es zum Glück recht gut,vermutlich ginge es mir noch etwas besser wenn ich nicht an einen Artztanwärter im Praktikum geraten wäre ...

     

    Euch allen ein schönes und unfallfreies Wochenende,die Linke zum Gruße





  • Profilbild von Step

    Re: Wildunfall ...

    Ich würde es mal mit Lotto versuchen , aber bevor dich der Blitz trifft .

    Die 26 ist meine Glückszahl

    Stephan
  • Profilbild von n.N

    Re: Wildunfall ...

    trucker1967 hat geschrieben



    Aber es juckt mich schon wieder gehörig in den Fingern,meine Maschine vermisse ich schon jetzt ...





    Ist doch eine gute Grundlage um mit dem Motorradfahren weiterzumachen. Vorsichtiger fahren, bedeutet ja nicht auch gleichzeitig, dass man Angst hat. Viel Erfolg für den Neustart!
  • Profilbild von Roadrunner72

    Re: Wildunfall ...

    trucker1967 hat geschrieben



    Aber es juckt mich schon wieder gehörig in den Fingern,meine Maschine vermisse ich schon jetzt ...

    bashelana hat geschrieben





    Ist doch eine gute Grundlage um mit dem Motorradfahren weiterzumachen. Vorsichtiger fahren, bedeutet ja nicht auch gleichzeitig, dass man Angst hat. Viel Erfolg für den Neustart!

    Sehe ich genauso wie bashelana.

    Mit dem Mopped kannst du ruhig zur Arbeit fahren, vielleicht einfach bewußter, aufmerksamer und etwas langsamer. So eine Fahrt kann man ja auch genießen.

    Ich kann das übrigens gut nachvollziehen. Mir kamen auch schon 2 Rehe von Rechts aus dem Wald. Ich war so perplex, das ich zu keiner Reaktion fähig war. Gott sei Dank haben sich die Beiden es damals 1m vor der Straße überlegt und sind parallel zur Straße wieder in den Wald gelaufen. Ich hätte 0 Chance gehabt.

    Glück gehört manchmal einfach dazu...



    Viel Erfolg beim Neuanfang!
  • Profilbild von trucker1967

    Re: Wildunfall ...

    Hallo nochmals



    Hier nochmal eine kurze Bestandsaufnahme des Schadens an meiner Maschine,meiner Klamotten und meinen Verletzungen:



    Der Vorderreifen hat einen "Bremsplatten",die Gabel hat sich stark nach hinten verbogen und der Fender hat das Vorderrad festgeklemmt wodurch es blockiert wurde.

    Durch diese "Vollbremsung" auf dem Vorderrad rutschte das selbe nach rechts weg und die Maschine kippte nach links ab.

    Die Gabel ist natürlich durch diese Bewegung stark verformt,der Fender ebenso,er schlug in die Krümmer ein.

    Im vorderen Bereich des Fenders sind deutliche Schleifspuren sichtbar,die Verformungen im hinteren Bereich in Richtung des Motors.

    Die Bremsleitungen sind aus den Halterungen gerissen,die Cockpitverkleidung sind gebrochen und gesplittert,ebenso ist das Glas der Tachoabdeckung zersplittert und der Zündschlüssel wurde verbogen.

    Der liinke Griff hat deutliche Schleifspuren,eberso der Kupllungshebel,der auch verbogen ist,genauso wie der Lenkerstummel.

    Die linke Motorabdeckung ist deutlich abgeschliffen,ich weiß jetzt nicht ob die Lima oder die Zündung dahinter liegt,auch am Hauptständer fehlen links mehrere millimeter Material.

    Der Soziusgriff weist auch Schleifspuren auf.

    Auf der rechten Seite ist eine Beule im Tank,weiß der Geier wie die da hingekommen ist,vermutlich ist das Tier dort noch eingeschlagen,es sind Gewebeanhaftungen des Reh's zu sehen.

    Ob der Rahmen was abbekommen hat ist so nicht ersichtlich,aber vertrauen würde ich dem jetzt nicht mehr.

    Die Maschine verlor nach dem Unfall etwas Öl und roch nach Sprit,aber das lag vermutlich eher an der Lage auf der Seite.

    Ich habe den Motor heute nochmal laufen lassen und ich konnte keine Undichtigkeiten feststellen.



    Die Klamotten:

    Der linke Ärmel meiner Textiljacke ist mal anständig zerfleddert,die Kappe des linken Stiefels deutlich abgeschliffen.

    Die Lederhose die ich zum Unfallzeitpunkt trug hat zwar deutliche Schürfspuren,ist aber nicht durchgescheuert,man könnte sie vielleicht sogar noch verwenden,aber auch die wird entsorgt.

    Der linke Handschuh hat Löcher die sich bis in meine Hand fortgesetzt haben,also auch nicht mehr verwendbar,und ich würde solche auch nie wieder verwenden.



    Mein Rucksack ist auch stark beschädigt,hat diverse Löcher durch das rutschen auf dem Rücken bevor ich mich diverse male seitlich überschlagen habe.



    Nur der Sturzhelm hat nicht einen einzigen Kratzer abbekommen,also bin ich nicht mit dem Kopf auf die Straße aufgeschlagen.



    Meine Verletzungen:

    Durch den Sturz schlug die Maschine mit der linken Seite des Lenkers auf die Fahrbahn auf.

    Da ich die Hand noch an der Kupplung hatte schliff erst der linke Handschuh durch und dann zog ich mir Abschürfungen an der linken Hand zu.

    Allerdings wurde mir aus dem mittleren Gelenk des Mittelfingers ein Stück "amputiert",ich konnte die Gelenkknochen sehen.

    Zur Kontrolle der Sehnen wurde diese Verletzung dann durch einen Artzt erweitert und dann wieder verschlossen,das war die kleinere OP.

    Ansonsten habe ich Prellungen an beiden Schultern,an beiden Ellenbogenim Rücken- und Beckenbereich so wie an beiden Knien erlitten,durch das Abstützen am Lenker während des Aufpralls schmerzen mir beide Oberarme.

    Das war nicht nur ein Schutzengel,das war ein vollständiges Geschwader!



    Euch allen eine schöne und unfallfreie Saison,die Linke zum Gruße
  • Profilbild von Flowerpower

    Re: Wildunfall ...

    Welch ein Glück, dass Dir nicht viel passiert ist !! Materiellen Schaden kann man ersetzen, auch wenn es ärgerlich ist.



    Schau mal hier: Wildwechsel



    Die Gefahrensituation mit Wild entspricht genau der Schilderung. Mein Vater war im aktiven Forstdienst tätig und hat es mir genauso erklärt.



    Ganz ehrlich, wenn ich so früh in so einem stark frequentierten Gebiet unterwegs sein muss, würde ich tatsächlich den Pkw für die Fahrten vorziehen aber mindestens genauso vorsichtig fahren bzw. ich mache es, da es bei uns genauso aussieht und ich hinzukam als eine Nachbarin ein Wildschwein morgens um 6.15 Uhr - zum Glück mit einem SUV, der ja hoch ist - erlegt hat. Meine Motorradfahrten beschränke ich auf freie Tage, Wochenenden und Urlaub. Womit ich mich lediglich beschäftige, sind die Hinterlassenschaften von beladenen Traktoren wie z.B. Körner in einer Kurve
  • Profilbild von S1200

    Re: Wildunfall ...

    Hallo trucker1967,

    das Wesentliche ist: Du bist noch da. Alles andere ist Nebensache (!!) und kommt mit der Zeit. Schönen Gruß und alles Gute!

    Jochen
  • Profilbild von Schraubär81

    Re: Wildunfall ...

    Beim Auto sagt man ja immer: bewusst draufhalten, damit nichts schlimmeres passiert (Baum/Mauer/Gegenverkehr).

    Auf dem Mopped müsste man vorher abschätzen was das geringere Übel ist - und dass in Sekundenbruchteilen. Irgendwie hat man immer verloren.
  • Profilbild von n.N

    Re: Wildunfall ...

    Das sagt man nicht nur beim Auto so! Aber unterdücke mal in der Schrecksekunde den Ausweichreflex.