MZ gerettet?

MZ gerettet?


Ex-Rennfahrer wollen MZ-Werk kaufen

Das Motorradwerk Zschopau (MZ) ist offenbar gerettet. Wie die "Freie Presse" berichtet, wollen die beiden ehemaligen Grand-Prix-Rennfahrer Ralf Waldmann und Martin Wimmer die Firma kaufen.

Waldmann sagte der Zeitung, man habe die neue Firma bereits ins Handelsregister eintragen lassen. Bis kommenden Donnerstag solle die Finanzierung geklärt werden. Sie sei zu 98 Prozent gesichert. Während für die Übernahme selbst keine staatlichen Hilfen fließen, wollen die Investoren für die Forschung, Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen Fördergelder beantragen. In das derzeit geschlossene MZ-Werk soll bald wieder Leben einziehen

Renaissance des Endurosports

Waldmann und Wimmer planen, mit 70 Mitarbeitern in Zschopau-Hohndorf die Entwicklung und Endmontage von Motorrädern und Motorrollern anzusiedeln. Die Teilefertigung soll aus Kostengründen jedoch in Fernost erfolgen. Um deren Qualität zu sichern, habe Wimmer in Shanghai eine Firme für Produktionskontrolle gegründet. Waldmann will sich dem Bericht zufolge um den mit der Firma eng verbundenen Rennsport kümmern. So plant er unter anderem die Renaissance des legendären Endurosports. Beide erklärten, den Traditionsstandort und die Marke erhalten zu wollen.

Historie reicht bis 1906 zurück

Ende Dezember hatte MZ seinen Geschäftsbetrieb eingestellt und seitdem nur noch Ersatzteile produziert. Zuletzt waren nach mehrfachem Personalabbau noch 30 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschichte der Zschopauer Motorradwerke reicht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Der Däne Jörgen Skafte Rasmussen erwarb 1906 eine leerstehende Tuchfabrik. Dort produzierte er zunächst Haushalt- und Werkstattgeräte, bis er sich später auf die Motorenherstellung spezialisierte. 1920 erfolgte die Umbenennung in "Zschopauer Motorenwerke".