RMT #21 Racing in Japan nicht am Start

RMT #21 Racing in Japan nicht am Start


Nach schwierigem Wochenende in Albacete/Spanien auf Start in Japan verzichtet

Der vierte Lauf zur Langstrecken Weltmeisterschaft der Motorräder wird an diesem Wochenende ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Das Team RMT #21 Racing aus Limburg hat in diesem Jahr das Rennen in Suzuka/Japan abgesagt. Am Sonntag kämpfen 60 japanische Teams vor 100000 Zuschauern leider nur gegen drei Teams aus Europa um die Punkte der ersten 15 Plätze. Als viertes europäisches Team wollte sich RMT Racing der Übermacht der japanischen Teams stellen, hat jedoch nach einem sehr schwierigen Rennwochenende in Albacete/Spanien die Notbremse gezogen und das Rennen „im Land der untergehenden Sonne“ kurzerhand abgesagt.

Was war passiert?

Der dritte Lauf zur Weltmeisterschaft fand unter hochsommerlichen Temperaturen in Albacete/Spanien statt. Das Team RMT war mit den Fahrern Chris Zaiser, Olivier Depoorter und Matti Seidel angereist - mit klarem Ziel bei diesem 8 Stunden Rennen wieder wichtige Punkte für die Gesamtwertung einzufahren. Auf Platz sieben liegend machte sich das Team berechtigte Hoffnungen, mit einem guten Ergebnis sich auf die Plätze der Top 5 vorzuarbeiten und somit sich eine gute Ausgangsbasis für das medienprächtige Rennen in Japan unter den Augen der heimischen Werke zu schaffen. Doch bereits nach wenigen Runden im ersten freien Training begann das ereignisreiche Wochenende. Chris Zaiser warf im ersten Freitagstraining nach nur drei Runden auf der für ihn unbekannten Strecke die über Wochen fein aufgebaute Honda CBR 1000 RR ins Kiesbett und machte dem Team zum ersten Mal viel Arbeit. Leider brach auch er sich das Schulterblatt und beendete frühzeitig seinen Einsatz an diesem Wochenende. Mit nur zwei Fahrern absolvierten Depoorter und Seidel die beiden freien Trainings und versuchten eine gute Fahrwerksabstimmung für das bevorstehende Zeittraining zu erarbeiten. Schnell wurde klar, dass das achtstündige Rennen bei Temperaturen von teilweise 38 Grad im Schatten sehr schwierig für das Duo zu bewältigen war und somit entschied sich das Team schnell einen weiteren Fahrer einfliegen zu lassen. Die Wahl fiel auf den Spanier Diego Lozano, der bereits 2008 für das Team in Albacete an den Start ging. Der spanische Superbikefahrer ist in Barcelona beheimatet welches 450 km von Albacete liegt. Sofort packte er seine Koffer und machte sich auf den Weg um pünktlich beim zweiten Qualifying teilnehmen zu können um mit einer gezeiteten Runde die Berechtigung beim Team starten zu dürfen zu erlangen. 30 Minuten vor Beginn traf er ein, hatte gerade noch Zeit seine Lizenz bei dem Veranstalter abzugeben, seinen Kombi anzuziehen und eine Einweisung des Teammanagers über das Motorrad zu erhalten. Professionell und diszipliniert belegte er trotz aller Umstände einen Top 10. Platz und verhalf dem Team zu einem 9. Platz in der Startaufstellung. Im Rennen schien, trotz aller anfänglichen Probleme an diesem Wochenende, alles nach Plan zu laufen. Das Trio Lozano/Depoorter/Seidel spulten fehlerfrei ihre Runden ab und eine Platzierung unter den Top 5 schien möglich zu sein. Doch nach 6 Stunden im Rennen kam Depoorter nicht mehr über die Ziellinie. Die Rennleitung schickte das Pace Car auf die Strecke um die Fahrer mit langsamer Geschwindigkeit aus dem Renntempo zu nehmen – die Mannschaft um RMT wusste sofort  dass dies ein sehr schlechtes Zeichen bedeutete. Alle hofften, dass Depoorter nicht gestürzt und mit einem heftigen Sturz verletzt und geborgen werden musste. Fast mit Erleichterung nahm das Team die Mitteilung auf, dass ein heftiger Motorschaden der CBR 1000 RR der Auslöser war. Depoorter kam trotz Öl auf seinem Hinterreifen nicht zu Sturz, legte jedoch eine gewaltige Ölspur auf die Strecke. Für das Team war es der erste Motorschaden seit vier Jahren seit es mit der Marke Honda an den Start geht. 45 Minuten mussten die Helfer auf der Strecke mit Ölbindemittel die Strecke säubern um das Rennen wieder gefahrenfrei für die anderen Teilnehmer weiterführen zu können. Es siegte nach 292 Runden das Team „Yamaha Austria“, vor „Folch Endurance“ und dem Team „Sapeurs-Pompiers“.

 

Nachdem das Team wieder nach Limburg zurückgekehrt war, gab der Pressesprecher nach 3 Tagen den Rückzug der Nennung in Japan bekannt: „Leider blieben uns nur 5 Tage Zeit um zwei einsatzfähige Motorräder aufzubauen, unser Equipment in Kisten zu verpacken, die Zollabfertigung zu erledigen und unsere Materialien zum Flughafen zu bringen und auf die Reise zu schicken. Wir waren auf vieles vorbereitet jedoch mit einem zerstörten Motorrad, einem geplatzten Motor und einem verletzen Fahrer zurückzukehren sicher nicht. Zudem hat die FIM allen Teams freigestellt aus Kostengründen in dieser finanziell schwierigen Zeit  in Japan zu starten. Somit haben wir also auch keine Strafen zu erwarten. Von 18 permanenten Teams haben sich im Vorhinein 14 Teams auch entschieden nicht in Japan anzutreten. Nur drei Teams werden die Reise von 10000 km vornehmen. Gerne hätten wir uns wie auch in den letzten beiden Jahren dort den japanischen Werksteams gestellt aber nicht um jeden Preis. Dort zu starten setzt eine Top Vorbereitung voraus, sonst ist man dort ohnehin chancenlos in die Punkteränge zu fahren. Wir werden uns lieber auf das darauf folgende Rennen in Magny Cours sorgfältig vorbereiten“.  Weiteres unter www.rmt-racing.com