Kawasaki Z1000 Modell 2010

Kawasaki Z1000 Modell 2010


Erste Fahreindrücke von der offiziellen Präsentation in Andalusien (Spanien)

Kawasaki haut einen raus und präsentiert mit der völlig überarbeiteten Z1000 im futuristischen Manga-Style die dritte Generation der Wiederauferstehung des geilsten Naked Bikes der Welt. Mehr Agressivität, radikales Design, ein eigenständiger und extrem starker Motor in einem sportlichen Fahrwerk. Kawas neue Z1000 setzt die Tradition ihrer Urahnin fort.

Männer-Manga

Sorry, liebe Damen, aber die Statistik lügt nicht. Die gefragten Exemplare der beiden bisherigen Modellreihen der Z1000 von 2003 und 2007 gingen zu 98,5 Prozent an männliche Käufer im Alter zwischen 26 und 45. Und daran wird sich auch mit dieser Evolutionsstufe wohl nichts ändern. Im Gegenteil. „Frankensteins Tocher“ im Mangadesign wird die Herren der Schöpfung stärker fesseln, als je zuvor.

 

Es sei denn, die feinen Vibrationen die der neue Motor zwischen 6.000 und 7.000 Umdrehungen zwischen die Schenkel des Fahrers sendet, kitzeln nun auch endlich die Damenwelt hinter dem Ofen hervor. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert. Abgesehen von der Statistik fällt mir nämlich nach den beiden Testtagen auf Spaniens kurvenreichen Straßen kein vernünftiger Grund ein, warum nur Männer dieses euphorisierende Spaßgerät benutzen sollten. Weder bedarf es besonderer körperlicher Kräfte, die Z1000 zielgenau zu bewegen, noch irgendwelcher anderer rein männlicher Fähigkeiten, um die immense Kraft des Reihenvierzylinders wohl dosiert ans Hinterteil zu leiten.

Tower of Power

Der Hubraum wuchs auf 1043ccm, die schiere Power des turbinenartigen Triebwerks wird auf dem Papier mit 138 PS angegeben. Nach dem ersten Fahrtag möchte daran niemand zweifeln. Die neue Z liefert in jedem Gang aus jeder Drehzahl reichlich satten Schub ab. Ohne Ruckeln, ohne Zuckeln. Selbst, wenn man im Sechser bergauf einem Reisebus zu folgen verdammt ist. Eine Ganganzeige gibt es nicht. Die braucht auch niemand. Dafür ist das neu gestylte Cockpit tatsächlich einstellbar. Nein, nicht in Sachen Helligkeit, sondern im Winkel. Keine schlechte Idee, denn auf Kawas neuem Brenner finden Menschen jeder Bauart wunderbar Platz. Sitzplatz, Fußrastenposition und Lenker passen perfekt. Sowohl für die Langen, wie auch für die Kurzen. Nur der Blickwinkel auf die orange gefärbten Instrumente variiert dementsprechend. Und ist nun eben einstellbar. Gute Lösung. Ob man das Drehzahlbalkendiagramm wirklich braucht, darf bezweifelt werden. Nicht nur, weil es sowieso nicht wirklich gut abzulesen ist, sondern, weil man die Drehzahl auch ohne visuelles Werkzeug bestens einzuschätzen vermag. Erstens kribbelt es, wie erwähnt im entscheidenden Bereich, zweitens ist der Sound ab 6.000 derart rotzfrech brüllend heiser, dass man sich den Blick aufs Instrument jederzeit ersparen kann. Verantwortlich für diesen Ohrenschmaus auf Formel1 Niveau sind in erster Linie die neuen, nun nur noch zwei Drittel so voluminösen Endschalldämpfer im vier in vier Design der ersten Stunde und die Ansaugluftführung mit ihrem wohl vernehmlichen Darth Vader liken Röcheln. Hier passen Vortrieb und Sound perfekt zu einander. Hut ab. Das haben die Ingenieure wirklich gut hingekriegt. Aber nicht nur das….

Next Level

Das Fahrwerk mit dem neuen Aluminium-Rahmen steht der Motorperformance in nichts nach. Schaut euch die Fahrfotos an, dann wird klar, dass das Teil absolut satt auf der Straße liegt, jederzeit zielgenau zu manövrieren ist und selbst durch mutwilliges Geturne nicht aus der Ruhe gebracht werden kann. Die Federelemente sind voll einstellbar. Das hintere Federbein wurde völlig neu, fast waagerecht über dem Getriebe angeordnet. Weg von der Hitzequelle des Auspuffsammlers. Genau, wie die Airbox, die nun keinen Hitzestau mehr bekommt und die Fallstrom-Saugrohreinspritzung durch die Kühlschächte links und rechts vom neu geformten Tank mit frischer sauerstoffreicher Luft versorgt. 

Besonders schön und wertig sind die Felgen und die Exzenterverstellung an der Schwinge gelungen. Da braucht es keinen Tuner mehr, der die Felgenschultern vom Lack befreit und poliert. Verarbeitungsmäßig hat auch die Z1000 vom neuen Kawasaki Standart profitiert, wie schon bei ER-6 und 1400GTR, nahm man sich jedes Teil zur Brust und erreichte eine deutlich höherwertige Gesamterscheinung, die den zahlungswilligen Kunden sicherlich erfreuen dürfte. 

Nach Deutschland kommt die Z1000 ausschließlich mit ABS. Der Preis steht noch nicht endgültig fest. Wird sich aber bei 11.000 Euro einpendeln.

Pabi