Das überdachte „Motorrad“

Das überdachte „Motorrad“


Vorteile aus Auto und Motorrad vereint!

Wer ein Motorrad besitzt, der fährt häufig und vor allem im Winter mit dem Auto. Doch viele Motorradfahrer wünschen sich die Vorteile eines Autos und eines Motorrads zu vereinen. Vor allem die Zweiräder bieten gegenüber den großen und sperrigen Autos eine Menge vorteilhafter Eigenschaften. Sie verbrauchen weniger Kraftstoff, mit ihnen lässt sich in überfüllten Großstädten viel einfacher ein passender ein Parkplatz finden, sie sind generell platzsparender und wendiger und machen meist beim Fahren mehr Spaß.

Doch vor allem bei schlechter Witterung und in der kalten Jahreszeit bei Schnee und Glätte macht das Motorradfahren meist weniger Spaß und ist zudem noch sehr gefährlich.

Aus diesem Grund bemühen sich nun schon seit einiger Zeit verschiedene Fahrzeughersteller ein Gefährt zu entwickeln, was möglichst innovativ die Vorteile aus den Gattungen Auto und Motorrad zu vereinen vermag. Ganz aktuell versucht sich das kalifornische Startup Unternehmen Lit Motors an einer solchen Neuentwicklung. Diese soll, nach eigener Aussage, den Motorradmarkt ein Stück weit revolutionieren. Ob und in welchem Maße dies tatsächlich geschieht, bleibt abzuwarten. Die Ansätze des amerikanischen Unternehmens sind jedenfalls nicht ganz neu und bisher vom Markt eher schleppend als begeisternd aufgenommen worden. Allerdings bietet die Entwicklung der Motorenschmiede einige Innovationen, die es durchaus sehr interessant erscheinen lassen. Mit dem vorgestellten Kabinen Motorrad sollen eingefleischte Motoradfahrer vom neuen Konzept überzeugt und neue Käuferschichten akquiriert werden.

Verwandtschaft aus Bayern

Wer den C-1 von Lit Motors das erste mal sieht, wird nicht nur aufgrund des Namens an bestehende Konkurrenz aus Bayern denken. Das Zweirad der Amerikaner soll dabei sowohl überdacht, als auch mit Türen auf beiden Seiten abgeschlossen sein. Damit soll man rundum vor schlechter Witterung und Unfallschäden geschützt werden. So bietet das Motorrad bei erhöhter Sicherheit einen ähnlichen Fahrspaß wie andere Zweiräder auch.
Der Hersteller versucht so, die Vorteile eines Autos mit der Agilität eines Motorrads zu vereinen. Auch Technikbegeisterte kommen bei dem C-1 auf ihre Kosten. So bietet das Gefährt neben einem Internetanschluss für unterwegs ein digitales Armaturenbrett mit verschiedenen Anzeigemöglichkeiten wie etwa aktuellen Wetter- oder Verkehrsdaten.

Das sind technische Gimmicks, welche der bayrische Kompagnon nicht aufweisen kann. Der C1 Roller, welcher von BMW produziert und vertrieben wird, ist seit dem Jahr 2000 auf dem deutschen Markt und konnte sich nur schwer in den bestehenden Markt der Motorräder und Roller integrieren. Das Konzept eines überdachten Zweirads stieß damals und auch heute noch auf wenig Resonanz bei deutschen Kunden. Der Roller erregte zwar, vor allem in der Medienlandschaft, einiges an Aufmerksamkeit, konnte sich aber nie zu einem Kassenschlager entwickeln. Eine eigentlich geplante Weiterentwicklung wurde verworfen und ein ähnliches, marktreifes Konzept nicht wieder entwickelt. Der Roller ist zwar noch im Portfolio der Bayrischen Motoren Werke vorhanden, führt dort aber eher ein Schattendasein.

Bekannte Technik neu verpackt

Die Amerikaner wollen daher mit ihrer Entwicklung einiges besser machen und setzen auf Innovationen und neue Techniken. So fährt das Zweirad etwa mit einem Elektromotor und ist damit sehr günstig im Verbrauch und, wie sich in einem KFZ Versicherungsrechner einsehen lässt, auch sehr billig in Hinsicht auf die laufenden Kosten. Mit einer Ladung Strom kommt der Cityflitzer so auf eine Reichweite von über 320 Kilometern – eine sehr gute Leistung für ein solches Gefährt. Als innovativ lässt sich auch die folgende Technik bezeichnen, welche in den C-1 integriert werden soll: Stellt man sein Zweirad am Straßenrand ab, muss man nun nicht mehr, wie zuvor, einen Ständer ausklappen, sondern kann sich einfach vom Gefährt entfernen, ohne das dieses umkippt. Der C-1 verfügt nämlich über die selbe Technik wie die so genannten Segway-Roller, was bedeutet, dass er ohne eine Stütze auf zwei Rädern stehen kann, also selbstständig das Gleichgewicht hält. Das sollte durchaus für den ein oder anderen verwunderten Blick zu sorgen vermögen.

Der Hersteller peilt einen Verkaufsstart im übernächsten Jahr an. Ein Konzept, welches dazu in der Lage ist, bestehende Verkehrstaus durch zumindest autoähnliche Gefährte zu entlasten sollte aufgrund der immer prekäreren Verkehrssituation in urbanen Gebieten auf positive Resonanz stoßen.  Wer sich den Fahrspaß mit einem solchen Gefährt gönnen möchte, wird bei Markteinführung mit einer Investition von etwa 13 000 Dollar rechnen müssen.

Bild: flickr.com / blackwaterfalls