Welche Marken Biker fahren

Welche Marken Biker fahren


Kampf um Marktanteile

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 140.889 Krafträder zugelassen. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) hervor. Demnach fuhren 2012 fast vier Millionen Bikes, Roller und Quads auf deutschen Straßen.

BMW, der einzige große deutsche Hersteller von Motorrädern, behauptete sich nach Angaben der Behörde als Platzhirsch (14,6 Prozent Marktanteil bei Neuzulassungen) auf dem deutschen Zweiradmarkt. Die Bayern stehen vor allem für anspruchsvolle und großvolumige Maschinen für Biker mit gut gefüllter Brieftasche - eine neue BMW ist kein Schnäppchen.
Daher überrascht es nicht, dass BMW gerade den Markt der größeren Motorräder jenseits der 500 Kubikzentimeter beherrscht. Bezogen auf die Verkaufszahlen kommen mit der R 1200 GS (Platz 1), der F 800 GS (Platz 3), sowie der F 800 R (vierter Rang), der  R 1200 R (Platz 5) und der S 1000 RR (siebter Rang ) ganze fünf der schweren Motorräder aus dem Hause BMW unter die Top Ten.

Bei leichten Rollern ist Piaggio Klassen-Primus

Anders sieht es im "Fliegen- und Mittelgewicht" bis 125 ccm aus: Hier führen Piaggio (17,2 Prozent) dank der mittlerweile legendären Vespa-Modelle sowie der japanische Produzent Honda (16,6 Prozent) das Markenfeld an. Mit gut 30.000 in Deutschland abgesetzten Maschinen ist dieses Motorrad-Segment zahlenmäßig beherrschend.
Über alle Klassen und Modelle hinweg verteidigten nach BMW die japanischen Hersteller Honda - als weltweit größter Motorradhersteller - und Yamaha die weiteren Podiumsplätze zwei und drei. Der Absatz von Yamaha allerdings bröckelte im Vergleich zum Vorjahr 2011 stark und knickte um über 11 Prozent ein.
Die Dominanz von BMW zeigt sich dagegen nicht im Bereich der Motorradversicherung. Eine Auswertung aller über das unabhängige Vergleichsportal CHECK24 abgeschlossenen Versicherungspolicen für Motorräder im Untersuchungszeitraum April 2012 bis März 2013 offenbart: BMW belegt hier in der Marken-Statistik lediglich den fünften Rang mit 6,67 Prozent der Abschlüsse. Allerdings umfassen die Versicherungsabschlüsse nicht nur Neufahrzeuge mit "Erstversicherung", sondern auch gebrauchte Maschinen, deren Besitzer die Versicherung gewechselt haben.
Es dominieren Suzuki (11,31 Prozent), Honda (10,49 Prozent) und Yamaha (10,07 Prozent). Sogar die Renner der vierten Japan-Motorradschmiede, Kawasaki, liegen mit 7,44 Prozent noch vor BMW. Die Kultmarke Harley Davidson aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Hubraumvolumen liegt dagegen deutlich hinter den Luxus-Zweirädern der Bayern.

Kaum ein Biker wählt Rundumschutz der Vollkaskoversicherung

Viele Motorräder werden in Deutschland lediglich für gelegentliche Ausfahrten in der Garage "gehalten". Daher ist fast die Hälfte (49,93 Prozent) der Krafträder lediglich mit einer Motorrad-Haftpflicht versichert. Weitere 46,48 Prozent der Halter spendieren ihren Bikes zusätzlich eine optionale Teilkaskoversicherung.
Nur 3,59 Prozent sind dagegen vollkaskoversichert. Dies mag daran liegen, dass sich die mitunter im Vergleich recht hohen Versicherungsbeiträge für einen Motorrad-Vollkaskoschutz vor allem für preiswerte Roller und Leichtkrafträder in den Augen der Besitzer nicht lohnen.

Text: Sascha Rhode