Ab 2017 wird ABS endgültig Pflicht

Ab 2017 wird ABS endgültig Pflicht


EU will Unfallrisiko senken

Es ist noch nicht lange her, dass das ABS von etlichen Motorradfahrern eher kritisch betrachtet wurde. Beim Auto gilt das Anti-Blockiersystem längst als etabliert, doch beim Motorrad wollte man nichts davon wissen. Inzwischen haben viele Biker ihre Meinung geändert, was vor allem der Aufklärungsarbeit von Clubs, Verbänden und den Medien geschuldet ist.

Untersuchungen belegen, dass das ABS am Motorrad maßgeblich dazu beiträgt, das Unfallrisiko zu verringern. Bei den meisten Unfällen kommt es zu Kollisionen, vor allem an Kreuzungen innerhalb von Ortschaften. Viele Biker können in solchen Gefahrensituationen nur eine Vollbremsung einleiten, was letztlich zu einer stark eingeschränkten Lenkbarkeit der Maschine führt. Bei Vollbremsungen mit ABS ist es möglich, wesentlich kontrollierter zu lenken und somit noch auszuweichen. Kollisionen können verhindert oder zumindest deutlich abgemindert werden. Infolge dessen kommt es gar nicht erst zu Verletzungen oder diese fallen bei weitem nicht so bedrohlich aus.
Der Nutzen, den das ABS verspricht, ist äußerst groß. Entsprechende Zahlen wurden bereits mehrfach von der Unfallforschung geliefert. Statistiken belegen eindeutig, dass Motorradfahrer, die mit ABS unterwegs sind, seltener in Unfälle mit schweren Verletzungen verwickelt sind. Angesichts dieser Tatsache kann sicherheitsbewussten Motorradfahrern nur dazu geraten werden, auf ABS umzusteigen.

Bald gibt es neue Motorräder nur noch mit ABS

Die Tatsache, dass das ABS einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leistet, ist den EU Experten für Verkehrssicherheit nicht entgangen. Aus diesem Grund wurde bereits vor zwei Jahren intensiv darüber diskutiert, ob und wie das ABS bei Motorrädern zur Pflicht gemacht werden kann.
Obwohl dieses Vorhaben schon lange geplant war, wurde es erst jetzt beschlossen. Im März legte die EU fest, dass ab 2016 die ABS Pflicht für Motorräder kommt. Dieser Beschluss sorgte bereits für viel Ärger, denn etliche Motorradfahrer hatten die Ankündigung schlichtweg falsch verstanden. Nachfolgend wird daher erläutert, wie es um die ABS Pflicht im Detail bestellt ist.
Zunächst gilt es zu verstehen, dass ABS nicht für jedes Motorrad verpflichtend ist. Der Beschluss der EU bezieht sich explizit auf Neuzulassungen. Infolge sind die Hersteller dazu verpflichtet, ihre Motorräder serienmäßig mit ABS anzubieten. Wo die Hersteller produzieren oder ihren Sitz haben, spielt diesbezüglich keine Rolle. Sobald ein Motorrad für den europäischen Markt bestimmt ist, muss es mit ABS ausgestattet sein.
Ab 2016 müssen Neumodelle über ABS verfügen, für Bestandsmodelle, die schon jetzt am Markt angeboten werden, gibt es noch eine Schonfrist. Die Hersteller haben bei diesen Modellen noch ein zusätzliches Jahr Zeit, um ihre Produktionsprozesse anzupassen.

Keine Pflicht zur Umrüstung bestehender Modelle

Wie bereits angeschnitten wurde, zeigten sich einige Biker über den EU Beschluss äußerst verärgert. Da dieser, wie schon erwähnt, nur für Neuzulassungen gilt, müssen sie ihre bestehenden Maschinen nicht auf ABS umrüsten.
Das Nachrüsten auf ABS beim Motorrad ist ohnehin ein schwieriges Thema, bei den meisten Modellen ist solch eine Möglichkeit schlichtweg nicht gegeben. Wer noch ohne ABS unterwegs ist, dies aber ändern möchte, sollte am besten über den Umstieg auf eine andere Maschine nachdenken.
So kann es zum Beispiel eine Überlegung wert sein, die bestehende Maschine zu verkaufen und dann auf dasselbe Modell mit ABS oder ein ähnliches Modell umzusteigen. Weil die EU Vorgabe nicht überraschend kam, sondern bereits vor mehreren Jahren kommuniziert wurde, haben viele Hersteller längst reagiert und bieten daher ihre meisten Modelle serienmäßig mit ABS an.
Preisbewusste Kaufinteressenten müssen sich nicht zwingend nach neuen Motorrädern umsehen. So werden zum Beispiel zahlreiche BMW Motorräder werden bereits seit Jahren mit ABS als Sonderausstattung angeboten, viele dieser Bikes sind mittlerweile auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Auf Motoscout24 werden zahlreiche Motorräder von BMW angeboten. Für diejenigen, die sich letztlich für den Umstieg auf ein Zweirad mit ABS entscheiden, ist eine gebrauchte Maschine eine sinnvolle Lösung. ABS kann ein guter Grund sein, sich vom alten Motorrad zu trennen und zum Kauf einer neuen Maschine durchzuringen.