Horex VR6 Classic

Horex VR6 Classic


Modern Classics von Horex – Vorstellung

Es hat etwas gedauert, aber mittlerweile ist Horex am Motorradmarkt angekommen. Die Händler sind mit Motorrädern versorgt, die ersten Kundenexemplare sind raus und mit viel Glück sieht man eine Horex auch mal auf der Straße. Dabei handelt es sich dann jedoch um die VR6 Roadster. Die bekommt nun mit der VR6 Classic ein Schwestermodell. Die rollt auf Speichenfelgen durch die Lande und der Fahrer thront auf einer mit nett anzuschauenden Sitzbank mit Ziernähten. Das treibt bei vielen die Begehrlichkeiten nach oben, leider aber auch den Preis.

Die VR6 Classic nimmt jetzt die klassischen Elemente auf, die so mancher Fan der Marke bis dato vermisst hat. Die VR6 Roadster kommt insgesamt bei der Motorradgemeinde sehr gut an, für Horex-Fans ist sie schlicht zu modisch geraten und hat wenig mit den klassischen Modellen der Vergangenheit zu tun. Da die Classic auf der Schwester basiert, ändert sich natürlich nichts grundlegendes, aber manchmal kommt es halt auf die Details an. Und die sind absolut stimmig. Auffälligste Neuerung: die Speichenfelgen von Kineo. Sehen einfach Klasse und äußerst edel aus. Die Farbgebung in Rot mit silbernen Akzentstreifen zitiert die klassischen Horex-Farben der Vergangenheit. Dazu passend: die Sitzbank mit feinen Ziernähten. 

Nicht nur die Optik wurde angepasst, auch der Motor bekam sein Fett weg. In diesem Fall ist dies sogar wörtlich zu nehmen. Bei der VR6 Classic legten die Kollegen von Horex den Schwerpunkt auf einen möglichst günstigen Drehmomentverlauf – zu Lasten der Spitzenleistung. So soll quasi ab Standgas ein Großteil der maximal 120 NM zur Verfügung stehen. Die gekappte Spitzenleistung von 126 PS sollte allemal für ordentlichen Vortrieb reichen. Zum Vergleich: die Roadster bringt 161 Pferdchen auf die Straße. Die ursprünglich angekündigte Kompressorvariante ist zwar weiterhin geplant, aktuell aber nicht in Sicht.

Im Rahmen der Vorstellung hatten wir Gelegenheit die Classic im Umland von Augsburg zu bewegen. Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit. Nasse Straßen machten es unmöglich der VR6 Classic so richtig die Sporen zu geben. Dennoch hat die Horex beeindruckt. Der Sixpack ist extrem gut trainiert und schiebt bei niedrigen Drehzahlen tatsächlich wie ein Bulle. Die Spitzenleistung haben wir ob der Bedingungen nicht ausgereizt, bei kurzen Zwischensprints gab es kein Grund zum Klagen. Das Getriebe schaltet sich exakt, aber auch etwas knochig. Trotz Regen und den damit eingeschränkten Möglichkeiten hat die Classic für Gänsehaut gesorgt. Verantwortlich dafür war das Klang-Konzert das der 6-Zylinder aus der 6-in2-Anlage zauberte. Von brabbelnd bis heiser fauchend zieht die Horex den Fahrer in ihren Bann. Absolut suchtgefährdend! Wir freuen uns schon jetzt auf die Gelegenheit die Qualitäten der VR6 Classic in einem ausführlichen Test auszuloten.

Tolle Optik, durchzugsstarker Motor, einzigartiger Sound. Im Grunde genommen ist die Classic so wie wir uns die Horex von Anfang an gewünscht hätten. Einfach ein tolles und bildschönes Motorrad mit mehr als genug Leistung. Viel Licht also in Sachen VR6 Classic. Aber wie immer: wo Licht da auch Schatten. Und den mächtigsten wirft eindeutig der Preis. 24.500 Euro verlangt Horex für die Classic. Exklusivität hat ihren Preis, edle Speichenfelgen halt auch. Und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Horex