Indian Chief Classic

Indian Chief Classic


Neuer klassischer Häuptling

Die Kultmarke Indian wird wiederbelebt. Unter dem Dach von Polaris geht die Marke mit 3 Modellen an den Start. Dabei stellt die Chief Classic den Einstieg in die Indian-Welt dar. Riesiger V2, opulente Optik und nahezu komplett ausgestattet, rückt die Indian der Konkurrenz auf den Pelz.

Wir zitieren mal den Pressetext: „Die neue Indian Chief Classic ist eine schnörkellos pure, leistungsstarke Cruiser-Maschine“. Aha. Ab sofort sind dann wohl auch Barockschlösser nüchterne und gradlinige Bauten. Im Ernst, aus den Schutzblechen die an der Chief verbaut sind, werden bei Tata in Indien kleine Autos gebaut. Im Grunde genommen ist es ja auch egal. Die Indian ist ein Cruiser und nimmt typische Designelemente aus der Vergangenheit auf – ohne deshalb wie eine schlechte Kopie der Historie zu wirken. Und die geschwungenen Fender gehören genauso dazu wie der Indianerkopf auf dem Vorderrad. Moderne Technik hält trotz klassischem Look dennoch Einzug. Alle Modelle sind serienmäßig mit ABS, schlüssellosem Anlasser und Tempomat ausgerüstet. Dazu kommen die obligatorischen Zusatzscheinwerfer und jede Menge Chrom.

Als Antrieb kommt ein 1.811 Kubik großer V2 mit Namen Thunder Stroke 111 zum Einsatz. Der luftgekühlte V-Twin mit 49 Grad Zylinderwinkel entwickelt mächtige 139 NM bei niedrigen 2.600 Umdrehungen. Zur Leistung schweigen sich die Amis noch aus, wir gehen mal von um die 100 Pferdestärken aus, eher mehr als weniger. Die sind auch nötig, denn mit 370 kg vollgetankt spielt die „schnörkellos pure Cruiser-Maschine“ eindeutig im Heavy-Metal-Lager. Überhaupt sind die Abmessungen enorm. Die Chief Classic streckt sich auf eine Gesamtlänge von 2630 mm. Eine VN1700 Classic ist 13 cm kürzer, die Road King glatte 18 cm. Wer meint dies liegt an der Karosserie, irrt sich. Denn mit 1730 mm Radstand übertrifft die Indian die Kawa um 6,5 und die Harley um 10,5 cm. Frei nach dem Motto: Size Matters. Den Häuptling gibt es in 3 Farben: Thunder Black, Indian Motorcycle Red und Springfield Blue. Wer Mitglied im Stamm werden möchte, muss mindestens 23.675 Euro über den Tresen schieben.

Text: Matthias Hirsch

Bilder: Indian