Was Biker über Reifen und Fahrbahnbelag wissen sollten

Was Biker über Reifen und Fahrbahnbelag wissen sollten


Nicht die Bodenhaftung verlieren!

Motorradreifen sollen sowohl bei hohen als auch niedrigen Temperaturen eine möglichst hohe Bodenhaftung gewährleisten. Der Grip wird nicht nur vom Reifen beeinflusst, sondern in großem Ausmaß vom Fahrbahnbelag.

Erfahrene Motorradfahrer wissen, welche Rolle die richtige Wahl der Reifen spielt. Die entscheidende Eigenschaft des Reifens ist seine Bodenhaftung, die umgangssprachlich auch als Grip bezeichnet wird. Sie entscheidet darüber, wie gut Kraft von der Maschine auf die Fahrbahn übertragen wird. Gute Bodenhaftung ist darüber hinaus für negative Beschleunigungen von großer Bedeutung. Das Bremsverhalten ist sowohl vom Reifen als auch vom Zustand der Fahrbahn abhängig und kann maßgeblich beeinflusst werden. Nicht jedes Motorrad ist mit ABS ausgestattet, weshalb sich besonders das Erkennen der Fahrbahnbeschaffenheit umso wichtiger gestaltet.

Guter Grip kommt nicht von ungefähr

Der Suche nach einer idealen Reifenmischung wird viel Zeit und Energie gewidmet. Im Vordergrund steht die Entwicklung von Reifen, welche unabhängig von der Außentemperatur eine möglichst gute Bodenhaftung bieten. Besonders in Mitteleuropa sind Temperaturunterschiede stark ausgeprägt. Moderne Reifen versprechen auch bei niedrigeren Temperaturen einen guten Grip. Die Reifenoberfläche bleibt weich genug, um sich regelrecht in den Fahrbahnbelag zu krallen und somit eine gute Haftung herzustellen. Diesbezüglich gilt es zu berücksichtigen, dass das so genannte Warmfahren keinen Mythos verkörpert. Besonders an kalten Tagen müssen Reifen erst auf Temperatur kommen, um ausreichend Bodenhaftung zu gewährleisten. Ist ein Reifen noch nicht warm gefahren, sprechen Experten von dem so genannten Glasverhalten: Der Reifen ist zu hart, wodurch seine Oberfläche wie eine Glasscheibe wirkt und daher kaum Haftung entstehen lässt.

Auswirkungen des Fahrbahnbelags sind groß

Die Bodenhaftung wird nicht ausschließlich vom Reifen beeinflusst, auch dem Fahrbahnbelag kommt eine hohe Bedeutung zu. Hier ist es ebenfalls so, dass die Jahreszeit einen starken Einfluss darauf nimmt. Im Frühjahr versprechen Straßenbeläge einen besseren Grip als im Herbst. Grund ist die Oberflächenbeschaffenheit: Während des Winters werden Fahrbahnbeläge von Nässe und Eis zersetzt, wodurch sie aufrauen. Streusalz und Kontakt mit Autoreifen verstärken den Effekt. Nach dem Winter werden Beläge vom Kfz wieder glatt geschliffen, wodurch sich ihre Griffigkeit verringert.

Neulinge, welche keine Erfahrung auf der Rennstrecke mitbringen, haben oft das Gefühl, dass dort die Reibwerte deutlich höher sind. Der Fahrbahnbelag einer Rennstrecke ist bei weitem nicht mit dem Belag einer gewöhnlichen Straße zu vergleichen. Eine wesentlich gröbere Oberfläche sorgt für deutlich höheren Grip und leistet somit Unterstützung beim Erreichen eindrucksvoller Beschleunigungs- Kurvengeschwindigkeits- und Bremswerten.