Gründung eines Motorradclubs

Gründung eines Motorradclubs


How-To

Der Zusammenschluss gleichgesinnter Biker erfolgt in der Regel in einem Motorradclub, kurz auch als MC („Motorcycle Club“) bezeichnet. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts sind die Biker gemeinschaftlich unterwegs, oftmals aufgrund gemeinsamer Interessen, jedoch gibt es auch spezielle Arten von Clubs, in denen beispielsweise nur bestimmte Fabrikate gefahren werden, ausschließlich Frauen zu den Mitgliedern zählen und natürlich die berüchtigten „Outlaw Motorcycle Gangs“ wie die Hells Angels, die sich dem organisierten Verbrechen zugewandt haben – anders als die typischen deutschen Motorradclubs stammen die Bandidos und Hells Angels übrigens ursprünglich aus den Vereinigten Staaten

Wie erfolgt die Gründung eines Motorradclubs?

Die Gründung eines entsprechenden Clubs sollte nicht überstürzt erfolgen, die baldigen Mitglieder sollten im Idealfall bereits im Vorfeld als solide Gemeinschaft in der regionalen Bikers-Szene bekannt sein. Demnach bietet es sich also an, zunächst ein wenig auf Tuchfühlung zu gehen und die benachbarten Clubs zwanglos kennenzulernen. Wird vor der Neugründung nicht wenigstens mit den angrenzenden Clubs gesprochen, so kann daraus schnell Ärger resultieren. Grund dafür sind unter anderem die Gebietsansprüche, die Clubs häufig erheben – wird also eine Neugründung in unmittelbarer Nachbarschaft oder gar im gleichen Ort durchgeführt, so entsteht daraus häufig eine Rivalität. Meist ist dies einem einfachen Revierverhalten geschuldet, aber auch der jeweilige Ehrenkodex lässt die gemeinsame Nutzung eines Gebiets nur selten zu. Nicht zuletzt sind aber auch kommerzielle Gründe für die Rivalität verantwortlich, denn schließlich gehören zu einem Club auch häufig andere Institutionen wie beispielsweise eine Motorrad-Werkstatt oder ein Tattoo-Studio.

Die Gründung im juristischen Sinne

Wer wirklich einen offiziellen Club gründen will, schließt sich innerhalb eines eingetragenen Vereins zusammen (e.V.). Dafür werden einerseits mindestens 7 Mitglieder benötigt sowie andererseits ein gewählter Vorstand, in dem es neben dem Vorsitzenden auch einen Kassenwart und einen Schriftführer gibt. Zudem ist eine schriftliche Satzung zu verfassen, in der unter anderem der Vereinszweck, die Rechte und Pflichten der Mitglieder, die Verwendung des Vereinsvermögens, der Eintritt und Austritt in den Verein und vieles mehr beachtet werden muss. 

Unter anderem werden hier auch relevante Aspekte wie die Mitgliederbeiträge veranschlagt, die häufig von Clubs erhoben werden, um die Ausgaben decken zu können. Ebenso wird in der Regel eine Aufnahmegebühr verlangt, wodurch Mitglieder zweifellos zu der wichtigsten Einnahmequelle zählen. Auch hier sollte ein realistischer Betrag genannt werden, der künftige Mitglieder nicht unbedingt abschreckt. Darüber hinaus bietet sich natürlich die korrekte Bereitstellung aller Kontoangaben an, damit den betreffenden Personen keine zusätzlichen Steine in den Weg gelegt werden. Zu beachten ist diesbezüglich auch die aktuelle SEPA-Umstellung, die am 01. Februar 2014 in Kraft tritt. Der praktische Ratgeber zur SEPA Umstellung bietet in diesem Fall eine ideale Starthilfe, um bei Überweisungen und Einzugsermächtigungen die korrekten Änderungen zu übernehmen.

Gemeinsam mit dem zu verfassenden Gründungsprotokoll können die Formalien schließlich beim Registeramt eingereicht werden. Diese werden dort auf ihre Gültigkeit kontrolliert und ermöglichen die Eintragung ins Vereinsregister. Dieses Prozedere ist jedoch mit einigem Aufwand verbunden, denn auch im Nachhinein verlangt das Registeramt gelegentlichen Einblick in die Sitzungsprotokolle – viele Motorradclubs beschränken sich daher auf nichteingetragene Vereine, auch als sogenannte „Idealvereine“ bezeichnet, die nicht auf Gewinnerzielung ausgelegt sind, sondern lediglich ideelle Ziele verfolgen.

Das Colour

Unter dem Colour ist das Wappen des Clubs zu verstehen, das in der Regel bei fast jedem Motorradclub anzutreffen ist. Meist besteht es aus drei Teilen – dem Namen, einem Bild und dem Herkunftsort. Außerdem findet sich irgendwo im Wappen stets das Kürzel „MC“ wieder, welches für „Motorcycle Club“ steht. Bei der Neugründung eines Clubs sollte jedoch bedacht werden, dass bereits bestehende Clubs es nicht allzu gerne sehen, wenn Teile oder sogar das komplette Colour kopiert werden. Es gilt daher, das Wappen mit Bedacht auszuwählen, darüber hinaus kann es jedoch auch nichts schaden, die Gemeinde der Motorradfahrer auf die Neugründung aufmerksam zu machen, um derartigen Problemen direkt aus dem Weg zu gehen. Wer übrigens als Biker ohne Mitgliedschaft unterwegs ist – also als sogenannter Freebiker –, sollte auf ein entsprechendes Colour verzichten, wenngleich es zahlreiche Biker gibt, die trotz allem mit einem entsprechenden Rückenzeichen unterwegs sind.

Mitgliedschaft statt Neugründung

Häufig ist es sinnvoller, einer bereits bestehenden Vereinigung beizutreten, anstatt einen neuen Club zu gründen. Wer Mitglied werden möchte, sollte sich zu diesem Zweck bewusst in der Szene zeigen und Interesse, Motivation und Freude am Hobby verdeutlichen. Auch offene Abende im Clubhaus bieten sich an, um die anderen Mitglieder kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und Anschluss zu finden. Eine Mitgliedschaft ohne vorherige Integration in die Gemeinschaft ist dagegen so gut wie ausgeschlossen. Eine Vorstufe des vollwertigen Mitglieds ist der „Hangaround“, also jemand, der mit dem Club unterwegs ist, viele Veranstaltungen mit ihnen erlebt, jedoch noch kein eigenes Wappen besitzt. Erst nach einer gewissen Testphase beginnt die offizielle Anwartschaft als „Prospect“, in der die Anwärter auf Zuverlässigkeit geprüft werden – bei erfolgreichem Verlauf wartet schließlich die vollwertige Mitgliedschaft.

Bildquelle: commons.wikimedia.org © biker germany

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