Die richtige Motorradbekleidung rettet Leben

Die richtige Motorradbekleidung rettet Leben


Leder vs. Textil

Passionierte Biker geben gern tausende von Euro für ein neues Motorrad aus, tragen ihre Schutzkleidung allerdings, bis sie auseinander fällt. Dabei ist die richtige Kleidung entscheidend, wenn es hart auf hart kommt, denn sie kann in so einer Situation Leben retten. Worauf kommt es bei qualitativ hochwertiger Mottoradbekleidung an? Ist Kleidung aus Textil oder aus Leder besser geeignet und für welchen Fahrer ist welche Kleidung am besten? Was muss beim Kauf von Motorradkleidung beachtet werden?

Soll die Motorradkleidung aus Textil oder Leder gefertigt sein?

Textilbekleidung ist bei Motorradfahrern mittlerweile sehr beliebt. Sie ist leicht, bis zu einem gewissen Grad wetterfest und sehr bequem. Der Sicherheitsstandard wurde über die Jahre von Qualitätsherstellern, wie Dainese, immer weiter entwickelt, so dass Textilbekleidung Motorradfahrer bei Unfällen heute gut schützt. Vor allem Hosen aus Textilmaterial sind sehr beliebt. Allerdings kann das Gewebe aus Kunstfasern, was die Abriebsfestigkeit betrifft, nach wie vor nicht mit Lederbekleidung mithalten.

Leder bietet den weiteren Vorteil, dass es meist sehr eng an der Haut anliegt. Eingesetzte Protektoren bleiben so zuverlässiger an ihrem Bestimmungsort, als das bei weiterer Textilbekleidung der Fall ist. 

Ein Grund, warum viele gerade im Sommer gegen eine Lederkombi sind, ist die Angst vor einem Hitzestau. Darauf haben die Hersteller reagiert und Perforierungen sowie „Cool Leather“ entwickelt. Cool Leather weist im Sommer, aufgrund einer Spezialbehandlung, die Sonnestrahlen ab.

Mittlerweile gibt es auch wasserabweisendes Leder. Dadurch, dass es mit einer Funktionsmembran verbunden ist, hält es auch längere Regengüsse aus. Bei Dauerregen am trockensten bleibt aber der, der eine gute Regenüberzieh-Kombi besitzt.

Sportfahrer werden in der Regel zu Lederkombis tendieren. Tourenfahrer, Cruiser und Allwetterfahrer bevorzugen meist die Textilvariante.

Es gibt aber auch Motorradbekleidung, die die Eigenschaften beider Materialien kombiniert. Wichtige Stellen des Körpers sind durch Leder geschützt und der Textilstoff sorgt für ein angenehmes Tragegefühl und gute Beweglichkeit.

Welche Schutzpolster und Protektoren werden gebraucht?

Nur Schutzpolster, die nach der europäischen Norm 1621 geprüft sind, dürfen sich Protektoren nennen. Protektoren dienen dazu, beim Aufprall die Energie aufzunehmen und sie möglichst großflächig abzuleiten. Außerdem sollen sie verhindern, dass spitze Gegenstände, wie zum Beispiel Steine durch die Schutzkleidung dringen und den Körper verletzten. 

Im Idealfall befinden sich Protektoren an den Schultern, den Ellebogen, dem Rücken, dem Gesäß, den Knien, den Schienbeinen, an der Hüfte und an den Fußknöcheln.

Ein Protektor kann Brüche vermeiden oder Prellungen verringern. Die Protektoren schützen allerdings nur dann optimal, wenn sie während eines Sturzes nicht verrutschen. Deshalb ist es so wichtig, die Protektoren passend zu der Motorradbekleidung auszuwählen. Der beste Protektor nützt nichts, wenn er nicht an der richtigen Stelle bleibt.

Grundsätzlich gilt, dass ein großer Protektor, der eine breite Fläche des Körpers bedeckt, den besten Schutz liefert.

Protektoren sind mittlerweile auch nicht mehr unbedingt unbequem oder schränken die Bewegungsfreiheit ein. Es wurden spezielle Schaumstoffmaterialien entwickelt, die einen guten Tragekomfort bieten und sehr flexibel sind. Sie verhärten sich erst beim Aufprall und bieten dann optimalen Schutz.

Gerade bei Rückenprotektoren gibt es große Qualitätsunterschiede. So sind die eingearbeiteten Protektoren bei günstigen Lederkombis oft minderwertig verarbeitet und schützen im Ernstfall nicht ausreichend. Hier lohnt es sich, zum Schutz der Wirbelsäule, in einen hochwertigen Rückenprotektor zu investieren.

Die perfekte Passform

Gerade, wer sich das erste Mal Motorradbekleidung zulegt, kommt um eine ausführliche Beratung und Anprobe nicht herum. Die perfekte Passform ist entscheidend und da qualitativ hochwertige Kleidung auch ihren Preis hat, sollte beim Einkauf lieber etwas mehr Zeit eingeplant werden. Nur wer verschiedene Modelle und Größen anprobiert, findet für sich die perfekte Kombi. Geschulte Verkäufer gehen auf den Kunden ein, ermitteln, was für ein Fahrtyp er ist und welche Materialien sich am besten für ihn eignen.

Bei der Anprobe muss vor allem herausgefunden werden, ob Falten im Becken oder Kniebereich unangenehm drücken und ob die Protektoren auch an ihrem Bestimmungsort bleiben. Dazu sollte sich nicht nur im Geschäft in der Motorradkleidung bewegt werden. Auch Probesitzen auf dem Motorrad wird empfohlen. Schließlich trägt der Fahrer die Bekleidung die meiste Zeit während der Fahrt. Wenn es da drückt oder zwickt, ist das nicht nur unangenehm, es kann den Fahrer auch ablenken und stellt somit ein Sicherheitsrisiko dar. Unter eine Lederkombi sollte immer noch wärmende Kleidung passen, zumindest, wenn der Fahrer vorhat, auch bei kälteren Temperaturen unterwegs zu sein.

Je weniger Reisverschlüsse und Nähte die Motorradbekleidung hat, desto weniger Schwachstellen sind vorhanden, die bei einem Unfall reißen könnten. Darüber hinaus ist die hochwertige Verarbeitung der Nähte entscheidend. Auch diese sollte unbedingt überprüft werden.

Stellen, die besonders scheuergefährdet sind, sollten verstärkt und im Idealfall mit reißfestem Kevlar ausgestattet sein.

Wer sich einen Textilanzug zulegt, sollte sich auch die herausnehmbaren Protektoren genau ansehen und checken, ob sie das CE-Zeichen tragen und somit nach der europäischen Norm geprüft sind. Eine Textilkombi sollte auch dann noch optimal sitzen, wenn das Innenfutter entfernt ist, denn nur so ist der optimale Schutz bei jeder Wetterlage garantiert.

Die richtige Motorradkleidung rettet Leben, da sie den Fahrer im Idealfall vor schweren Verletzungen bewahrt. Egal, ob sich ein Biker für die Variante aus Textil oder aus Leder entscheidet, wichtig ist in jedem Fall, eine hochwertige Qualität zu wählen. Gute Motorradkleidung hat ihren Preis, dieser ist aber auch gerechtfertigt, schließlich werden nur hochwertige Materialien verwendet und es wird großer Wert auf die richtige Verarbeitung gelegt. Sparen ist eine gute Sache, dies gilt aber nicht für die Schutzbekleidung. An der eigenen Sicherheit sollte schließlich nie gespart werden.

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