Das Motorrad rechtzeitig richtig versichern

Das Motorrad rechtzeitig richtig versichern


Gas geben vor der neuen Saison

Der Winter scheint in Deutschland nun endgültig nicht mehr Einzug halten zu wollen und damit ste-hen begeisterte Motorradfahrer schon längst in den Startlöchern für die neue Saison. Neben dem Check der Maschine, die nach dem Winterschlaf wieder für die große Fahrt flott gemacht werden muss, ist es auch wichtig, noch einmal zu überprüfen, ob alle Papiere in Ordnung sind und das Fahr-zeug straßenverkehrstauglich ist. Vor allem auf die Versicherung sollten Motorradfans noch einmal einen prüfenden Blick werfen, bevor sie in die neue Saison starten. Ohne einen ausreichenden Versicherungsschutz darf ein Motorrad in Deutschland nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen und auch für Fahrer selbst gibt es Versicherungen, die sich als sinnvoll und nützlich erweisen können. So wird der Versicherungsschutz für Motorradfahrer eine runde Sache.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung: Ein unerlässlicher Versicherungsschutz

Wer sein Motorrad richtig versichern möchte, muss mit der Kfz-Haftpflicht anfangen. Diese Police stellt den essentiellen Versicherungsschutz für Personenkraftwagen und Zweiräder dar. Bereits bei der Erstzulassung eines Fahrzeugs muss der Nachweis für eine gültige Police vorgelegt werden. Kann dieses Dokument nicht beigebracht werden, wird die Kfz-Zulassungsstelle ein Fahrzeug nicht für den Einsatz im deutschen Straßenverkehr zulassen. Mit der Haftpflichtversicherung schützt ein Motorradfahrer nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Gegen einen monatlichen Versicherungsbeitrag garantiert der Versicherer dem Versicherungsnehmer eine vertraglich festgelegte Deckungssumme, die sich in der Regel auf mehrere Millionen Euro beläuft. Diese Deckungssumme kann im Versicherungsfall eingesetzt werden, um Schäden, die anderen Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr zugefügt wurden, finanziell abzusichern. Dabei umfasst der Versicherungsschutz nicht nur Sachschäden, sondern auch Personenschäden, die im Zuge eines Unfalles entstehen können. 

Der große Vorteil: Die Kfz-Haftpflichtversicherung schützt nicht nur den Eigentümer und den Halter des Motorrads, sondern auch den Fahrer, sollte es sich dabei nicht um ein und dieselbe Person handeln. 

Vollkasko oder Teilkasko? Die eigenen Vermögenswerte schützen

Während sich Motorradfahrer mit der Kfz-Haftpflichtversicherung gegen Schäden absichern können, die sie selbst anderen Verkehrsteilnehmern zufügen, ist die Kasko-Versicherung dafür zuständig, den eigenen Vermögenswert Motorrad abzusichern. Entsteht ein Schaden am eigenen Fahrzeug, kann die Kaskoversicherung für die Kosten einer Reparatur aufkommen. Auch im Falle eines Diebstahls tritt in aller Regel die Kaskoversicherung ein, um dem Fahrzeughalter den erlittenen Schaden zu ersetzen. 

Zentral ist dabei für den Versicherten die Frage, ob er eine Teilkasko- oder eine Vollkaskoversiche-rung abschließen möchte. Diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig getroffen werden, denn wäh-rend die Teilkaskoversicherung nur in Schadensfällen leistet, die nicht selbst verschuldet wurden, wie zum Beispiel Diebstahl, Brandschäden oder Hagelschlag, tritt eine Vollkaskoversicherung auch ein, wenn ein Schaden durch einen selbst verschuldeten Unfall entsteht. Schäden am Fahrzeug, die zum Beispiel durch einen nächtlichen Zusammenstoß mit Tieren entstanden sind, übernimmt aber auch die Teilkaskoversicherung. Naturgemäß ist eine Vollkaskoversicherung aufgrund der höheren Deckungssumme deutlich teurer im Beitrag. Im Falle eines selbst verschuldeten Schadens kann sie aber größere finanzielle Aufwendungen vom Versicherten fernhalten. Grundsätzlich lohnt sich bei einem relativ neuen Motorroad die Investition in eine Vollkaskoversicherung, da ein sehr großer Vermögenswert versichert werden muss. Ist das Fahrzeug allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen und weist selbst nur noch einen geringen Wert auf, sollten Fahrer darüber nachdenken, auf eine günstigere Teilkaskoversicherung umzusteigen. 

Was den Versicherungsschutz im Falle eines Diebstahls angeht, sollten Motorradfahrer allerdings vorsichtig sein, denn hier nimmt der Versicherer den Fahrer in aller Regel sehr in die Pflicht. Wurde ein Fahrzeug beispielsweise ungesichert oder mit steckendem Zündschlüssel abgestellt, parkt ein Fahrer sein Fahrzeug auf einem abgelegenen und nicht beleuchteten oder bewachten Parkplatz oder bleibt die Maschine über einen längeren Zeitraum unbewacht, kann es sein, dass der Versicherer die Leistung im Falle eines Diebstahls verweigert. Motorradfahrer tun gut daran, sich die Bedingungen zur Leistung bei Diebstahl genau anzusehen und ihr Verhalten entsprechend anzupassen, wenn sie trotz geleisteter Beiträge nicht im Ernstfall im Regen stehen möchten. Auch Bastler sollten sich darüber im Klaren sein, dass Umbauten und Ergänzungen am eigenen Motorrad zu einer enormen Wertsteigerung führen können, die nicht automatisch mitversichert ist. Hier kann ein Gespräch mit dem Versicherer helfen, um gegebenenfalls den Wert der Maschine und damit auch die Deckungssumme im Falle eines Diebstahls oder eines Totalschadens anzupassen. Ist dies nicht möglich, empfiehlt es sich, alle Zahlungsbelege für hochwertige Einbauten und Einzelteile aufzubewahren. Diese können im Verlustfall beim Versicherer eingereicht werden, um gegebenenfalls den adäquaten Wert der Maschine ersetzt zu bekommen. 

Stets die günstigste Versicherung wählen

Die Kosten für eine Kfz-Haftpflichtversicherung können von Versicherer zu Versicherer stark variie-ren. Gleiches gilt auch für die Deckungssumme, die mit dem abgeschlossenen Versicherungsvertrag abgesichert wird. Ideal ist eine Police, bei der ein möglichst geringer Beitrag ausreicht, um eine hohe Deckungssumme zu garantieren. Dabei legt sich der Versicherte nicht auf Lebenszeit fest. Es ist jederzeit möglich, die Versicherung zu wechseln. Die Frist, in der ein Wechsel erfolgt sein muss, damit er für das kommende Kalenderjahr wirksam wird, liegt bei vier Wochen vor Jahresende. Stichtag ist somit immer der 30. November eines jeden Kalenderjahres. Damit der Wechsel sich lohnt, ist es sinnvoll, bereits frühzeitig die Tarife und Konditionen verschiedener Versicherer kritisch miteinander zu vergleichen. Viele Fahrer entscheiden sich auch rechtzeitig vor der neuen Saison über ein unabhängiges Vergleichsportal für die richtige Versicherung. Versicherungsübergreifende Tarifrechner geben einen guten ersten Eindruck über die Kosten, die im Falle eines Versicherungsabschlusses auf den Versicherten zukommen und geben Fahrern und Haltern damit bereits eine sinnvolle erste Entscheidungshilfe an die Hand. 

Da Versicherer ihre Tarife aufgrund aktueller Marktentwicklungen regelmäßig angleichen, lohnt sich ein Vergleich jedes Jahr aufs Neue. Erhöht ein Versicherer den Beitrag, muss er den Versicherten über Tarifanpassung informieren, und zwar so rechtzeitig, dass dieser die Frist für den Versicherungswechsel zum Jahresende einhalten kann. Bei einer Erhöhung des Versicherungsbeitrags haben Versicherte aber ein Sonderkündigungsrecht und dürfen den Tarif auch dann noch zum Jahresende wechseln, wenn der Versicherer seine Informationspflicht versäumt und die Beitragsanpassung nicht rechtzeitig kundtut. Grundsätzlich gilt: Keine Scheu vor einem regelmäßigen Wechsel des Versicherungstarifes. Je nach Versicherer können Motorradfahrer mehrere Hundert Euro an Versicherungskosten im Jahr sparen, wenn sie rechtzeitig zum günstigsten Anbieter wechseln. 

Bald geht die Motorradsaison wieder los und so manche Maschine wartet in der Garage schon ungeduldig darauf, endlich wieder auf große Fahrt zu gehen. Bevor ein Motorrad aber auch in diesem Jahr wieder die Straße berührt, lohnt sich ein Blick auf den Versicherungsschutz. Während eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung absolute Pflicht ist, um in Deutschland am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen, schützt eine Kasko-Versicherung vor einem Verlust der eigenen Vermögenswerte. Egal ob Eigentümer, Fahrzeughalter oder Fahrer – ein ausreichender Versicherungsschutz ist unerlässlich, um entspannt in die neue Motorradsaison starten zu können. 

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