Motorradunfälle - Sicherheit zählt

Motorradunfälle - Sicherheit zählt


Motorräder werden dank Technik immer sicherer

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle von Zweiradfahrern ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. 995 Fahrer oder Mitfahrer starben 2013, das ist ein Rückgang um 8,3 Prozent zum Vorjahr. Die meisten von ihnen waren auf einem Motorrad unterwegs. Mehr als die Hälfte der Unfälle mit Personenschaden verursachten Motorradfahrer selbst. Besonders nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Hauptursache für die Unfälle im Straßenverkehr.

Der hohe Stand der Technik verbessert die Sicherheit der Motorräder und unterstützt die Fahrer bei einer sicheren Fahrweise. Von der Bekleidung bis zu den Bremsen, Biker können sich selbst aber noch mehr schützen.

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1. Bekleidung

In die Sicherheitskleidung sollten Fahrer ausreichend Geld investieren. Leder hat eine gute Abriebfestigkeit und einen guten Sitz der Protektoren. Immer weiter verbreitet ist das Cool Leather, eine Methode, die Strahlen der Sonne abweist in Kombination mit Perforierung für die Belüftung. Aber noch bedeutender sind die Schutzpolster und Protektoren. Die europäische Norm 1621 für die Sicherheit erlaubt nur geprüfte Protektoren und Polster. Je größer diese sind, desto mehr Bereiche können sie schützen. Sie leiten die Aufprallenergie auf eine große Fläche um und können so Knochenbrüche und Prellungen verhindern oder die Auswirkungen des Sturzes reduzieren. Wichtig ist auch, dass die Protektoren und Polster durch eine gute Verarbeitung nicht verrutschen können, um den optimalen Schutz der bestimmten Bereiche zu gewährleisten. Hightech-Schaumstoffe verhärten sich zum Beispiel beim Aufprall. Geschützt sein sollten Schultern, Ellenbogen, Hüfte, Gesäß, Rücken, Knie, Knöchel und Schienbein.
Abbildung 2: Sicherheit hat bei Motorradfahrern höchste Priorität: hier fehlt es an Schutzkleidung

2. Helm

Während es für Autofahrer einige Möglichkeiten gibt, sich vor Unfällen zu schützen, wie Airbags oder Seitenaufprallschutz, war dies für Motorradfahrer lange nicht möglich. Seit ein paar Jahren ist ein Helm mit integriertem Airbag auf dem Markt, der nach jahrelanger Testphase auch in Deutschland zugelassen ist. Bisher schützt er nur den Nackenbereich. Bei einem Unfall löst sich der Airbag per Funk aus. Der ADAC bewertete den Helm mit guter Schutzfunktion, aber beschrieb den Helm als zu schwer für längere Fahrten. Außerdem muss der Akku des Geräts immer aufgeladen sein. In Zukunft wollen Forscher die Problemzonen ausmerzen und Airbaghelme leichter und mit besserem Sitz machen. Weitere Ideen sind Airbags in der Bekleidung selbst, als Airbagjacke oder Weste.

3. Bremsen

Jeder Motorradfahrer kennt das Problem des Bremslenkmomentes. Bei Schrecksituationen in der Kurve kann der Fahrer von der Spur abkommen und einen viel größeren Radius fahren, als geplant. Die Lenkung schlägt ein und der Fahrer muss kompensieren, was sich je nach Geschwindigkeit, Reifendicke und Kräfte als schwierig bis unmöglich erweist. An der TU Darmstadt entwickeln Forscher die Bremslenkmoment-Verhinderer. Eine Mechanik kompensiert die Kräfte des Bremslenkmoments in Lenkkopflager und der Lenkachse und verhindert so eine Kursveränderung des Motorrads. Allerdings ist die Fahrweise in freier Kurvenfahrt noch sehr anstrengend und kommt nach den Tests noch nicht für eine Produktion in Frage. Die Forscher empfehlen, zunächst die bestehenden Antiblockier- und Kombibremssysteme zu erweitern und zu entwickeln, bis der Verhinderer fertig gestellt ist.
Ab 2016 sind ABS-Systeme für Motorräder verpflichtend. Einige Hersteller wie BMW und Honda setzen bereits auf Motorräder mit ABS-Systemen. Die elektronisch gesteuerte Regelautomatik verhindert das Blockieren der Räder. Radsensoren messen die Umdrehungsgeschwindigkeit und geben die Informationen an einen Prozessor weiter, der einen Druckmodulator einsetzt, welcher den Bremsdruck reguliert. Die elektronische Steuerung und immer feinere Sensoren sind die Zukunft der Bremssysteme der Motorräder. Je präziser sie arbeiten, desto besser können sie dem Fahrer Sicherheit im Verkehr geben.

4. Fahrwerk

Neben den Bremsen ist auch das Fahrwerk mittlerweile mit Hightech ausgestattet. Hier hält die Elektronik seit Jahren Einzug. Beschleunigungssensoren übermitteln dem Prozessor Informationen darüber, wie sich ungefederter Reifen, Hinterradschwinge, Gabel und gefederter Rahmen zueinander verhalten. Die Dämpfung passt der Prozessor je nach Situation an. Dieses System ist idealerweise auch mit dem ABS-System und anderen verknüpft, um die optimale Sicherheit herauszuholen. Der Fahrer kann unterschiedliche Modi einstellen, je nach Zustand der Strecke und der Straße und so die Dämpfung noch besser anpassen. Hilfreich ist es hierbei, sich Testberichte von Motorrädern anzuschauen und andere Fahrer nach Fahrkomfort und Handling zu befragen.

5. Fazit

Trotz der Weiterentwicklung im technischen Bereich sollte jeder Motorradfahrer achtsam bleiben und die Geschwindigkeiten immer anpassen. Obwohl die Zahl der Todesfälle rückläufig ist, ist das Risiko für Motorradfahrer immer noch sehr hoch. Die moderne Technik kann nicht vor allem schützen und gibt nie eine 100 prozentige Sicherheit. Wer jedoch von Anfang an in die eigene Sicherheit investiert, ob beim Fahrwerk, den Bremsen, Kleidung oder beim Helm, reduziert das eigene Risiko um ein vielfaches. Bevor es auf die Piste geht, sollte darüber hinaus jeder Fahrer sein Gerät vorher immer durchchecken:
Bremsen 
Beleuchtung
Motor-, Getriebeöl, Kühlflüssigkeit
Reifen 
Batterie
Kette 
Bild: Pixabay.com © Hans (CC0 1.0)