Kawasaki Days 2014 & 26. Schottenring Classic Grand Prix

Kawasaki Days 2014 & 26. Schottenring Classic Grand Prix


Oldtimer- und Kawasaki-Freunde trotzen Wetterkapriolen

Die 26. Auflage des legendären Schottenring Classic Grand Prix für historische Motorräder erhielt in diesem Jahr namhafte Verstärkung: Parallel zum Oldtimer-Event lud Kawasaki die Fans und Freunde der Marke zu den Kawa Days. So bevölkerten am letzten Wochenende trotz wechselhafter Bedingungen 19.000 Zweiradfans das ansonsten beschauliche Schotten und sorgten für ein Wochenende ganz im Zeichen alter und neuer Motorräder.

Trotz wechselhafter Wetterbedingungen herrschte beste Stimmung an der Strecke, die über abgesperrte Straßen mitten durch den Ort führt und der Veranstaltung ihr ganz besonderes Flair verleiht. Insgesamt 322 Teilnehmern gingen an Samstag und Sonntag in verschiedenen Baujahresklassen in den Läufen zur Deutschen Historischen Meisterschaft an den Start. Daneben hatten die Veranstalter Sonderläufe in der 50 Kubikzentimeter-Schnapsglasklasse, mit MZ-Modellen und in mehreren spektakulären Gespannklassen organisiert.

Von Aermacchi über AJS, BMW, DKW, MV Agusta und Maico bis Zündapp waren alle Hersteller von Rang vertreten. In den Klassen „Vintage“ (Baujahre 1920 - 1930), „Post Vintage“ (1931 - 1949) und „Classic“ (1950 - 1967) wurde in verschiedenen Hubraum Klassen höchst engagiert um Punkte gefahren – den historischen Modellen hätten viele Zuschauer eine derart beherzte Fahrweise nicht zugetraut. Doch nicht nur die Modelle, auch zahlreiche berühmte Fahrer machen die hessische Traditionsveranstaltung seit jeher zum Publikumsmagneten. In diesem Jahr gaben sich der fünfmalige Weltmeister Toni Mang und die vielfachen Weltmeister Phil Read und Jim Redman die Ehre, um nur die bekanntesten zu nennen, in einem Extra-Zelt im Fahrerlager trafen sich die deutschen Seitenwagen-Weltmeister vergangener Jahrzehnte. Neben den Helden der vergangenen Tage genoss ein aktueller Weltmeister besondere Aufmerksamkeit: Der amtierende Superbike-Weltmeister Tom Sykes fand am Samstag den Weg nach Schotten, fuhr ein paar umjubelte Demonstrationsrunden im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der sportlichen Kawasaki Ninja-Baureihe und erfüllte anschließend zusammen mit Toni Mang, Horst Sailer und Jochen Schmid die zahlreichen Autogrammwünsche. 

Das erste Rennen fand in Schotten bereit am 12. September 1925 statt, das erste „Rund um Schotten“ fand auf einer sehr anspruchsvollen Strecke mit 16,08 Kilometer Länge tatsächlich um den Ort statt. Als erste deutsche Rennveranstaltung nach dem Weltkrieg bekam Schotten 1947 die Erlaubnis für internationale Läufe, und so zog es 90.000 Zuschauer zum ersten Motorradrennen nach dem Krieg in den Vogelsberg. In den Folgejahren trugen sich Fahrer wie Schorsch Meier, Walter Zeller, Heiner Fleischmann und H.P. Müller in die Siegerlisten ein. Doch 1955 fand nach einem schweren Unfall in Le Mans erst einmal das letzte Rennen „Rund um Schotten“ statt. Nach einem kurzen Intermezzo mit Zuverlässigkeitsläufen von 1968 bis 1983 dauerte es bis 1989, bis es zur Wiederaufnahme der Rennaktivitäten kam. Auf dem heutigen 1,4 km langen Stadtkurs fand am 19. August 1989 der erste Gleichmäßigkeitslauf auf dem neuen Schottenring statt. Seit dem findet an jedem dritten Wochenende im August der Schottenring Classic Grand-Prix statt, sorgsam dokumentiert in einer Dauerausstellung über den Schottenring im Vogelsberger Heimatmuseum in Schotten.

Text & Bilder: Thilo Kozik/RKM