Fotoshow BMW R1200RS

Fotoshow BMW R1200RS


Box-Sport

Endlich bietet BMW den Boxer wieder als Tourensportler an: die R1200RS schließt die Lücke zwischen der nackten R und dem Fulldresser RT. Sie kombiniert flinkes Handling mit sportlichem Look und Wetterschutz. Ein breiter Spagat, der jedoch durchaus gelingt. Ob dies reicht die motorseitig deutlich stärkere und vor allem günstigere japanische Konkurrenz in Schach zu halten, klärt der kommende Vergleichstest.

Doch zuerst widmen wir uns nochmal der BMW R1200RS im Detail. Die hat im Vergleich zur nackten R1200R eine um 30 mm höhere Sitzbank und einen flacheren Lenker. Durch die höhere Sitzbank ist der Kniewinkel deutlich angenehmer, weil weniger spitz. Der Lenker sorgt für eine leicht nach vorne gebeugte, aber insgesamt sehr bequeme Sitzposition. Für das weitere Wohlbefinden hat BMW gleich eine ganze Armada von Helferlein an Bord. Das meiste ist wie immer Bestandteil der Optionsliste und wie immer ist diese fast komplett am Testmotorrad verbaut. Serienmäßig hat die BMW das teilintegrale ABS, 2 Fahrmodi Rain und Road sowie die Traktionskontrolle ASC. Dazu kommen das Comfort-Paket für 410 Euro (Reifendruckkontrolle, verchromter Auspuff, Heizgriffe), das Dynamic-Paket für 600 Euro (Fahrmodi Pro mit Dynamic und User sowie dynamischer Traktionskontrolle, LED-Tagfahrlicht und –Blinker), das Touring-Paket für 1.460 Euro (semiaktives Fahrwerk Dynamic ESA, Bordcomputer Pro, Tempomat, Hauptständer, Kofferhalter, Gepäckbrücke und Navi-Vorbereitung) sowie Keyless Ride für 260 und der Schaltassistent für 410 Euro. Macht bei einem Grundpreis von 13.700 Euro alles komplett glatte 16.840 Euro. Ohne Koffer. Der Tester hat zwar welche dran, die finden im Test allerdings keine Berücksichtigung, da die Konkurrenz in Form der Z1000SX und der GSX-S1000F ohne welche kamen. Wen es dennoch interessiert: die Seitenkoffer inklusive der Innentaschen kommen nochmal auf 650 Euro.

BMW R1200RS 05

Der 1200er Boxer leistet auch in der R1200RS die üblichen 125 PS und 125 NM. Kawa und Suzuki haben deutlich mehr Leistung, aber beim Drehmoment das Nachsehen. Hier spielt die BMW ihren Hubraumvorteil aus. Die Fahrmodi Dynamic, Road und Rain regulieren den Leistungseinsatz und die dynamische Traktionskontrolle entsprechend der Vorgaben: vehemente Gasannahme und zurückhaltende Traktionskontrolle bei Dynamic und vehemente Traktionskontrolle und zurückhaltende Gasannahme bei Rain. Alles sehr einfach von den Lenkerenden aus bedien- und steuerbar. Dies gilt sowohl für die Fahrmodi als auch die Fahrwerkseinstellungen. Die Fahrmodi werden an der rechten Lenkerhälfte eingestellt, das Fahrwerk an der linken. Dies funktioniert prima auch während der Fahrt. Lediglich die Vorspannung der Federelemente muss im Stand erfolgen. Dann wählt man ob man alleine oder zu zweit mit oder ohne Gepäck unterwegs ist. Alles einfach, selbsterklärend und per Knopfdruck.

BMW R1200RS 03

Lange Ausstattungslisten hatte BMW schon immer, die Motorräder dazu waren in der Vergangenheit aber so manches Mal eher dröge, positiv ausgedrückt: praktisch und vernünftig. Praktisch ist auch die R1200RS, aber sie hat (wie die meisten aktuellen Modelle der Marke) das Staubsauger-Image hinter sich. Sie sieht klasse und modern aus und hat den typischen BMW-Blick. Aber die Augen zwinkern jetzt und haben nicht mehr diesen Trief-Blick. Der Boxer brummt und tönt sehr selbstbewusst. Mit Grausen denken wir an den Zyklopen R1200ST zurück. Die R1200RS hat uns bereits beim Einzeltest sehr gut gefallen, umso gespannter sind wir wie sie sich im Vergleich schlägt.

Text & Bilder: Matthias Hirsch