BMW R nineT - Fotoshow

BMW R nineT - Fotoshow


Schicke Bayerin

Vom Außenseiter zum echten Dauerbrenner – so lässt sich der Werdegang der R nineT beschreiben. Alles war bei der nineT anders. Kein Techno-Krad, bärtige Menschen mit Jethelm und Karohemd statt nette Motorradfahrer mit Klapphelm und Gore-Tex, Styling vor Nutzwert. Kaum jemand dem der knackige Roadster nicht von Anfang an gefallen hat. Der Erfolg gibt BMW recht, die Ninette verkauft sich wie geschnitten Brot.

Zweifellos hat BMW mit der R nineT den Nerv der Zeit getroffen, Platz 3 in der aktuellen Zulassungsstatistik ist Beweis genug. Um es einmal zu verdeutlichen: BMW hat bis jetzt in diesem Jahr mehr nineT verkauft als Kawasaki die ER-6n. Und das bei einem Listenpreis von 14.900 Euro! Und vor allem: ohne Koffer, Topcase, Dynamic- und Touringpaket, Sitzheizung, Tempomat und was die BMW-Kundschaft üblicherweise noch so alles bestellt. Der geneigte Leser mag sich erinnern: BMW-Testmotorräder sind in der Regel voll ausgestattet. Ist auch bei der R nineT so, allerdings kommt jetzt keine endlose Aufzählung der verbauten Optionen. Im Gegenteil, die Liste ist recht überschaubar. Da sind die Heizgriffe für 210 Euro, die LED-Blinker für 146 Euro sowie der Custom-Fahrersitz mit Aluhöcker für 325 Euro. Macht einen Aufpreis von 681 Euro und schraubt den Kaufpreis auf 15.581 Euro - nicht gerade ein Schnäppchen. Zumal ein nicht unerheblicher Teil des Motorrads aus dem Teilelager stammt. Aber bei dem Erfolg hätte BMW die nineT vielleicht sogar noch teurer machen können.

BMW R nineT 01

Eines der bereits vorhandenen Teile ist der Motor. Während alle anderen Modelle der Boxerbaureihe auf das Luft-/Wasser-gekühlte Aggregat wechselten, erlebt der alte Luft-/Öl-gekühlte Boxer durch die nineT seinen zweiten Frühling. Bei 110 PS und 119 NM aus 1.170 Kubik wäre es auch verfrüht ihn zum alten Eisen zu legen. Und optisch passt er sowieso viel besser zum Retro-Boxer. Das gilt auch für die beiden Endschalldämpfer auf der linken Seite. Selten war ein Zubehörauspuff so unnötig wie an der nineT. Die bläst schon in der Serienvariante soundmäßig sehr ordentlich zur Attacke, quittiert jeden Dreh am Gasgriff mit lautem Boxer-Bellen. Dazu zuckt die ganze Fuhre leicht zur Seite, einfach geil. Wieso hat BMW das dem aktuellen Boxer eigentlich abgewöhnt? Geschaltet wird über eine 6-Gang-Box, ganz ohne Schaltassistent.

BMW R nineT 03

Eine tatsächliche Neuerung läutete BMW mit der R nineT dann aber doch ein. An der Front ist eine konventionelle Upside-Down-Gabel und nicht mehr das bis dahin typische Telelever verbaut. Die Gabel stammt von der S1000RR und hat 46 mm Standrohrdurchmesser, muss allerdings ohne Einstellmöglichkeiten auskommen. Am Heck ist eine Einarmschwinge mit Paralever und einem Zentralfederbein montiert. Hier lässt sich per Handrad die Federvorspannung einstellen, zusätzlich ist die Zugstufendämpfung einstellbar. Insgesamt stehen vorne und hinten jeweils 120 mm Federweg zur Verfügung. Mit 222 Kilo fahrfertig ist R nineT die leichteste Teilnehmerin in unserem Vergleichstest. Sowohl Honda CB 1100 EX als auch Yamaha XJR1300 haben deutlich mehr auf den Stahlrippen. Und noch etwas ist den Nippon-Bikes gemeinsam: sie sind deutlich günstiger als die BMW.

Text & Bilder: Matthias Hirsch