Anfängerfehler Teil 3

Anfängerfehler Teil 3


Was man so braucht

Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube: Bevor ich selbst "fuhr", habe ich Motorradfahrer "in Rüstung" immer für Angeber und Spinner gehalten. Mit ihren großen, hohen Stiefeln (" ... fehlen bloß noch die Sporen dran, ha, ha, ha ... "), den zigeunermäßig bunten Lederklamotten und den noch viel bunteren Halstüchern.

Angeber wie eine Lore voll Affen halt; wie die muskelstrotzenden Bodybuilder, die sich niemals ohne Drei-Tannen-Jeep und starr aufmontiertes Hawai-Surfbrett vor ein Fitnesscenter trauen. Selbst im Winter nicht.

 

Oder die Typen mit ihren High-Tech-Tour-de-France-Fahrrädern, die eine originalgetreue, scheißteure Kopie der Lance-Armstrong-Ausrüstung (mit dem Originalhelm aus dem Jahr 2000) selbst dann überstülpen müssen, wenn sie bloß mal 200 Meter weit zum Bäcker Brötchen holen fahren.

Ich weiß, daß alle anderen Randgruppen der Gesellschaft dasselbe behaupten werden:

Bei uns Motorradfahrern ist das ganz, ganz anders!

Fangen wir beim Kostbarsten an, dem Kopf.

  

Früher Quell kluger, guter Gedanken und bahnbrechender Erfindungen. Heute in erster Linie nur noch Aufbewahrungsort für die neusten Handy-Klingeltöne ...

 

Gleichwohl - er gehört dir und: geschützt. Ich bin ein großer Fan von Integralhelmen.

  

Vielleicht nur darum, weil es so etwas bei uns in der Zone nur unterm Ladentisch gab und ich deshalb zwölf Jahre lang "mit Brille" fahren musste. Das war bitter, ich sag es euch ... Die Brille war stets schnell beschlagen und: Zwischen Brille und Helm gibt es immer noch genug Haut. Mit Nervenenden darunter. Und die spüren Kälte genau wie Nässe sehr genau. Schmerzhaft genau!

 

Beim Integralhelm dagegen ist der gesamte Kopf inklusive Gesicht komplett "unter Glas" und Kunststoff. Ein aufklappbares Visier hilft enorm beim Anziehen und ist auch sonst recht praktisch. Wobei ich jetzt mit Visier nicht die gewölbte Kunstglas- oder Kunststoffscheibe meine, die man hochschieben kann. Die haben alle Integralhelme!

 

Ich meine einen echten zweigeteilten Helm, bei dem man das gesamte Unterteil wie das Visier eines alten Kreuzritterhelmes hochklappen kann, um bequemer "hineinzuschlüpfen".

  

Natürlich kann man dieses "Visier" dann auch mal beim Aufsteigen oder während der Fahrt hochklappen. Zum Beispiel, um die Sicht nach unten zu verbessern.

 

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an meine Probefahrt mit Bea. Da wäre solch ein Helm schon ganz toll gewesen.

 

Beim Helmkauf gilt besonders: sich gut beraten lassen! So ein Ding ist nicht billig und einmal mit dem eigenen Mannesschweiß durchtränkt, nicht mehr allzu gut verkäuflich.

  

Ist er zu groß, dann klappert er am Kopf rum und macht später beim Fahren starke Windgeräusche. Ist er zu klein, drückt er dir auf die Birne und geht dir schon nach kurzer Zeit auf den Geist. Ganz schlecht für lange Fahrten.

 

Sehr sinnreich hat sich für mich ein glasklares Visier erwiesen, unter dem noch einmal ein verschiebbarer Sonnenschutz eingebaut ist. Unheimlich praktisch, finde ich.

 

Im Normalbetrieb ein farbloses, transparentes Visier - bei Sonnenschein greifst du einfach außen links an deinen Helm und schiebst den innen angebrachten, getönten Sonnenschutz nach unten.

 

Wenn du in der Großstadt tatsächlich mal nicht vorwärtskommst, kannst du auch das Hauptvisier öffnen und damit die Luft reinlassen. Der heruntergeschobene Sonnenschutz schützt deine Augen trotzdem vor herumwirbelndem Straßendreck und Fliegen.

 

Ein Kumpel von mir hat ein dunkelblau getöntes Visier. Vorteil: Sieht geil aus, weil man von außen sein Gesicht nicht sehen kann. Ist speziell bei ihm nicht unbedingt von Nachteil ...

 

Darüber hinaus: man denkt unwillkürlich irgendwie an Starwars" oder so was ... Auch bei Sonnenschein und hellem Tageslicht leistet es gute Dienste.

 

Nachteil: Nachts siehst du wenig bis nichts. Abhilfe: Visier hochklappen. Dann kannst du nachts allerdings auch gleich mit Topf- oder Schweizer Stahlhelm fahren.

  

Was Ansgar noch so alles favorisiert, kannst Du in seinem Buch nachlesen.

  

Auszug aus „Anfängerfehler“ von Ansgar von Schenk

 

Reimo-Verlag, 2010

ISBN 978 – 3 – 9813538 – 0 – 8

  

Weitere Leseproben

Anfängerfehler Teil 1 (Der Motorradkauf - wie man es richtig macht)

Anfängerfehler Teil 2 (Mein erstes Mal)

Anfängerfehler Teil 4 (Der Kradkombi)

Anfängerfehler Teil 5 (Das Beiwerk)

Anfängerfehler Teil 6 (Rüsten und Gürten)

   

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