Anfängerfehler Teil 5

Anfängerfehler Teil 5


Das Beiwerk

Und jetzt komme ich beinahe zwangsläufig zu den bunten Halstüchern! Bei Motorradfahrern kein modischer Schnick-Schnack, sondern unverzichtbarer Teil der Ausrüstung. Klar, die meisten Motorradjacken schließen oben am Hals sehr dicht und eng ab. Aber das tut ein Ventildeckel auf dem Motor auch. Und trotzdem legt man noch eine Gummi- Dichtung drunter.

Nun kannst du endlich mal deine Partnerin einbeziehen. Sage ihr einfach, hier käme es ganz besonders auf ein geschultes Auge und einen gesunden Sinn für Farben an. Jetzt wäre sie gefragt.´

  

Ohne sie ginge es jetzt keinen Millimeter mehr weiter. Frauen lieben solche Absonderungen von vermeintlicher Hilflosigkeit!

  

Dann besorgt sie dir schon das Richtige. Du musst nur darauf achten, dass es nicht nur schön, sondern auch noch groß genug ist. So groß, dass du es hinten noch zweimal verknoten kannst. Einmal ist einmal zu wenig.

  

Ein doofes Gefühl, wenn du merkst, wie dich dein Tuch Stück für Stück verlässt. Und das womöglich noch während der Fahrt. Also genau dasselbe Gefühl wie bei der Partnerin ...

    

Farbliche Abstimmung ist hier wie auch bei der Wahl der richtigen Handschuhe ein Aspekt. Aber bei den Handschuhen nicht der wichtigste.

    

Weil: Die Hände sind nun mal unsere wichtigsten Werkzeuge. Unersetzbar bislang. Und deswegen hänge ich auch so an ihnen. Und sie an mir!

  

 

Damit das auch bei einem Sturz so bleibt, sollten die Handschuhe vor allen Dingen sicher sein. Auch hier gibt es bereits die Protektoren aus weichem Kautschuk.

    

Schau dir die Handschuhe sorgfältig an, bevor du sie dir überstülpst. Qualität und chutzfunktionen kann man meist schon sehen und fühlen.

    

Auch hier: Es gibt nicht nur eine Handvoll - es gibt ein ganzes Land voll.

    

Lass dir Zeit. Und dich beraten! Probiere, vergleiche ... Nicht zu groß; nicht zu klein. Die Finger nicht zu lang aber auch nicht zu eng.

    

Stell dir einfach vor, du schlitterst mit diesen Handschuhen an den vorderen Extremitäten über den Asphalt. Welche Stellen würden besonders belastet, besonders strapaziert? Sind genau diese Stellen gut gepolstert, gut geschützt? Wie hat der andere Hersteller das gelöst? Ähnlich? Ganz anders? Besser?

     

Du solltest wissen: Es gibt Handschuhe für den Sommer und solche für den Winter.  Die für den Sommer tragen sich besser, weil dünner. Aber nicht unsicherer. Schützen halt nur nicht so gut vor der Kälte!

Ich habe Sommer- und Winterhandschuhe. Die Sommerhandschuhe sind gut benutzt, die Winterhandschuhe noch neuwertig. Weil es zumindest mir persönlich eh mehr Spaß macht, bei Sonnenschein Motorrad zu fahren als bei Wind und Wetter.

Letzter Hinweis zu den Handschuhen: Nichts zieht man beim Motorradfahren öfter aus und an als die Handschuhe. Bei jeden Stopp; bei jedem Tanken, bei jeder Zigarette. Deshalb ist hier besonders wichtig:

  

Schnell und problemlos rein und schnell und problemlos wieder raus ...

  

Als Jugendlicher war ein Nierengurt der wohl wichtigste Teil der Ausrüstung. Weil er einfach dazugehörte. Und geil aussah.

  

Anfangs dachte ich nun, bei so einer einteiligen Kluft wäre der Nierengurt absolut entbehrlich. Auf kurzen Strecken ist er es auch ohne Frage.

  

Auf längeren Fahrten trage ich wieder einen. Druntergeschnallt unter der Kombi. Für mich ein sehr angenehmes Gefühl - ich fühle mich "gut verpackt".

  

Das kann natürlich bei dir ganz anders sein. Probiere es einfach aus.

  

Und was trägt der Schotte nun so unterm Rock?

  

Lange Unterhosen aus Doppelripp und reiner Baumwolle? Oder: ganz normal und nichts besonders Raffiniertes? Ich habe vieles ausprobiert und bin am Ende wieder bei den Fachleuten und Motorradfahrerausrüstern angelangt:

  

Ein Einteiler von "Louis" aus dünnem, aber sehr saugfähigem und dennoch windfestem Material. Nicht ganz billig, das gebe ich zu ...

  

Wenn du schon mal einen alten Western gesehen hast, weißt du sofort, was ich meine. Hose und Hemd ein Teil; langärmelig, im Western meist in der Farbe rose: oft vorn und hinten ein wenig ... "fleckig". In den Western jedenfalls, die ich kenne. So mit Knöpfen vor der Brust, die bis tief in den Eingriff reichen. Heute findest du dort natürlich meist einen Reißverschluss.

  

Weil: Meine Kombi ist gefüttert! Und ich zumindest schwitze beim Motorradfahren. Anfänglich vor Angst. Aber auch später noch. Einfach so ...

  

Und dann macht das .Aushosen" keinen Spaß mehr, wenn die Kombi innen an der nackten Haut festklebt und du fast schon ein Skalpell brauchst, um die Hose von der eigenen Haut zu trennen.

  

Mit den langen Unterhosen ist das ein Kinderspiel. Auch .obenrurn" .

  

Der Körper wird warm gehalten, der Schweiß aufgesogen. Ich nehme nichts anderes mehr.

  

Wenn du jemand bist, der gern und oft am Kopf schwitzt, würde ich dort oben dieselbe Methode wählen. Wie schon weiter oben geschildert.

  

Eine Sturmhaube aus ganz dünnem Material. Aus Baumwolle oder Leinen.

  

So etwas gibt es natürlich auch vom Fachmann. Speziell für Motorradfahrer. Probiere einfach aus, was sich am besten für dich anfühlt.

    

Was Ansgar noch so alles in Bezug auf Klamotten empfiehlt, kannst Du in seinem Buch nachlesen.

    

Auszug aus „Anfängerfehler“ von Ansgar von Schenk

  

Reimo-Verlag, 2010

ISBN 978 – 3 – 9813538 – 0 – 8

Hier kannst du das Buch bei Amazon bestellen!

Weitere Leseproben

Anfängerfehler Teil 1 (Der Motorradkauf - wie man es richtig macht)

Anfängerfehler Teil 2 (Mein erstes Mal)

Anfängerfehler Teil 3 (Was man so braucht)

Anfängerfehler Teil 4 (Der Kradkombi)

Anfängerfehler Teil 6 (Rüsten und Gürten)