Anfängerfehler Teil 6

Anfängerfehler Teil 6


Rüsten und Gürten

Man sagt, Kreuzritter hätten vor einer Schlacht bis zu drei Knappen und ebenso viele Stunden dafür verbraucht. Wir schaffen das schneller. Das ist die gute Nachricht. Die Schlechte: aber nicht gleich zu Anfang! - Was bei jedem Hornbachprojekt gilt, gilt auch hier: Am Anfang ist der (Projekt- )Plan.

Du wirst mich jetzt sicher für einen ganz furchtbaren Korinthenkacker halten. Aber auch beim Rüsten und Gürten ist die Planung alles.

   

 

Was? Du glaubst mir nicht?

   

 

Ok; Vorschlag zur Güte: Lies jetzt bitte nicht weiter!

   

 

Nicht weiterlesen habe ich gesagt!! Ja glaubt man es denn? Da liest der Kerl doch einfach weiter!

   

 

Klapp das Büchlein zu; lege vorher einen Motorradhandschuh als Lesezeichen hinein und mach es doch einfach auf deine Art.

      

Und nach dem fünften Ausritt - mit nur einem Handschuh :0) - schlägst du das Buch genau an dieser Stelle wieder auf und probierst es auf "meine Art und Weise".

   

 

Als ich mache das JETZT immer so:

     

Am besten geht es im Schlafzimmer. Weil: Da habe ich immer viel Platz ... Auf den Betten lege ich vorher ALLES zurecht, was ich an Ausrüstung brauche. Leicht und sportlich angezogen, nur in meine Westernunterwäsche gewandet. Was da im Einzelnen zurechtzulegen ist, weiß ich jetzt genau. Schon seit etwas mehr als einem Jahr ...

     

In der Reihenfolge, wie ich es anziehe:

     

Die Kombi

     

Die Stiefel (die kann man allerdings auch neben das Bett stellen – ist besser für den Hausfrieden)

     

Das Halstuch

     

Der Schlauchschaljdie Sturmhaube

     

Der Helm

     

Die Handschuhe

     

Geht doch! Und so viel ist es doch auch gar nicht, oder?

   

 

Nichts vergessen? Klar doch!

     

Schlüssel und Papiere!

     

Hast du eine Ahnung, wie man schwitzt, wenn man in voller Montur ebenso pausen- wie erfolglos nach dem Anziehen die Papiere, die Schlüssel oder gar beides sucht? Da habe ich so meine Erfahrungswerte. Wenn du dann beides gefunden hast, kann es leicht sein, dass dann mit einem Mal die Handschuhe weg sind.

   

 

Oder du die Papiere sorgfältig in der Kombi verstaut hast und dann mit einem Mal nicht mehr weißt, an welcher Station des Suchens nach den Papieren du den Schlüssel
wo hingelegt hast?

     

Ok ... alles da, wo es sein soll?

     

Dann kann's ja losgehen.

    

Im tiefsten Grunde ist es mir ja egal, wie du das machst. Ich jedenfalls gehe immer folgendermaßen vor.

   

Über die "Dessous" ziehe ich mir zuallererst die (gesamte) Kombi. Lasse aber den Reißverschluss vorn aufstehen. Da kann man sich dann beim "Stiefelanziehen" besser und freier bewegen. Klar, Heiland, du kannst sie schon jetzt zumachen. Hast ja keinen Bauch, sagst du. Und joggst jeden Morgen zwei Stunden. Meine Hochachtung ...

Nach dem „Kombianziehen" werden die beiden Reißverschlüsse unten an den Hosenbeinen geschlossen.

   

 

Ganz, ganz langsam. Mit ruhiger, nerviger Hand, nicht mit fliegenden Fingern. Sonst wird das nichts.

     

Noch mal prüfen, ob alles sitzt und - Fuß nach links und rechts, nach oben und unten bewegen. Und auf den Schmerz warten, weil was kneift oder zwickt. Wenn nicht: umso besser.

     

Wenn wo was drückt oder kneift: Noch mal heraus aus den Schuhen und nachgucken, was
da wo klemmt
. Es ist beim Fahren unheimlich nervig, wenn bei jedem Schalten oder Bremsen irgendetwas ständig zwackt.

     

Hast du schon einmal einen Stein im Schuh gehabt und warst dann doch irgendwie zu faul oder bequem, ihn rauszufingern?

     

Hast dich aber zwei Stunden darüber geärgert?

   

 

Dann weißt du jetzt, was ich meine! Das trifft übrigens gleichermaßen auf alle anderen Teile zu, die du dir noch anziehen wirst ...

   

 

Schließe jeden Reißverschluss und jede "Klette" sorgfältig und bis zum Ende. Sonst bereust du es später beim Fahren. Und ärgerst dich.

     

Und wir wollen doch von der ersten Ausfahrt an so richtig Spaß beim Fahren haben, stimmt's?

   

 

Die Stiefel sitzen also wie angegossen und wir greifen zur Sturmhabe. Über den Kopf ziehen geht recht einfach. Wichtig nur dabei: auf gute Rundumsicht achten!

   

 

Nichts ist später beim Fahren doofer, als zu fahren wie ein Einäugiger!

   

 

Der ist zwar bekanntlich auch ein König. Aber nur unter den Blinden ...

     

Und das sind erfahrungsgemäß sehr schlechte Motorradfahrer. Und warum sich mit einem Auge zufrieden geben wollen, wenn man auch zwei haben kann?

      

Halstuch kommt als Nächstes. Vorn zusammengeknotet und dann nach hinten gedreht. Hinterm Nacken knoten ist fummelig; muss nicht sein.

     

Es nicht beim nur "Nach-hinten-drehen" belassen. Das Tuch so zurecht-zuppeln, dass es vorn glatt ist. Und möglichst über dem Schal oder der Sturmhaube sitzt. Und dann ist es auch schon soweit: Jacke schließen!

Abenteuer Motorradkleidung anlegen, mehr davon in Ansgars Buch. 

   

Reimo-Verlag, 2010

ISBN 978 – 3 – 9813538 – 0 – 8

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Weitere Leseproben

Anfängerfehler Teil 1 (Der Motorradkauf - wie man es richtig macht)

Anfängerfehler Teil 2 (Mein erstes Mal)

Anfängerfehler Teil 3 (Was man so braucht)

Anfängerfehler Teil 4 (Der Kradkombi)

Anfängerfehler Teil 5 (Das Beiwerk)