Deckel lackieren

Deckel lackieren


Leck den Dackel – das ist geil!

Wir entscheiden uns für Zweiteres. Aber nicht wie sonst, auf die ordentliche Tour, sondern diesmal wird gepfuscht, was Lackdose und Klebeband hergeben. Schließlich steht die Motorradsaison in den Startlöchern und wie wir wissen, zieht Arbeit immer Arbeit nach sich. Also bleibt der Dackel, nee, Deckel, beim Lecken, ach was, Lacken, drauf. Denn auf ausgedrehte Gewinde, neue Dichtungen und einen Ölwechsel haben wir jetzt einfach keinen Bock. Außerdem muss so eine Teilrestaurierung ja auch zur übrigen Anmutung des Objektes passen. Patina erwünscht! Und das geht so:

Oder doch lieber den Deckel lacken!?

Deckel 1:
Erstmal werden alle Kickstarter-, Brems- und sonstige Hebel, Rasten und Gezumpel abgebaut. Hernach mit einem Motorradreiniger, zu Beispiel dem von S 100, alles schön sauber abgewaschen, abgeblasen und mit Bremsenreiniger abgesprüht. Wegen der Fettfreiheit! Dann alle Schraubenköpfe, Wellen, Gummis und Kabel mit Kreppklebeband abkleben.


Deckel 3:
Ebenso den chromigen Auspuff ordentlich abkleben. Der Rest des Bikes wird lediglich mit einem oder mehreren Tüchern verhangen. Denn, dass der Sprühnebel sich auch auf den übrigen Motorblock verbreitet, ist ein durchaus gewünschter Pfuscheffekt.


Deckel 5:
Da es in der Werkstatt noch ordentlich kalt ist, den Motordeckel mit dem Heißluftfön ein wenig anwärmen. Aber nicht rotglühend! Die Lackdose kann derweil auf der Heizung platz nehmen. Nach kräftigem Geschüttel eine dünne Schicht von dem freundlichen Mattschwarz auflegen und leicht antrocknen lassen. Dann haften die nächsten, dickeren Schichten besser.


Deckel 6:
In mehreren Gängen reichlich auftragen und immer wieder ein bisschen anfönen, entsteht bald eine homogene Schicht, die auch kleine Kerben und Kratzer verschwinden lässt.


Deckel 7:
Wieder den Fön schwingen, sich für einige Minuten in den Raucherbereich verkrümeln, inhalieren und dann die Abklebungen entfernen. Fein gepfuscht.


Deckel 8:
Nun wieder alle Hebel dran bauen. Wo nötig neue Muttern oder Schrauben verwenden und alle Wellen, Verzahnungen und  dergleichen mit Kupferpaste beglücken. Und pfertig ist das Pfuschgericht!

Text & Fotos: Pabi