Garagenlackierung

Garagenlackierung


Einmal Honda Rot-Weiß bitte

Eigentlich sollte es ja nur eine gründliche, aber schnelle Reparatur des zerbröselten GFK-Hecks werden. Doch wie immer bei der Schrauberei bestätigte sich die Weisheit von Vorzeige-Azubi Werner, der da in schönstem Küstenslang sagte: „Arbeit zieht Arbeit nach sich!“. Was in diesem Falle heißt, dass am Ende, nach unzähligen Stunden Spachteln, Schleifen, Spritzspachteln, Schleifen, Grundieren, Schleifen, Lackieren und zwischendurch wieder Schleifen, Trockenen, Abkleben und so weiter, das ganze Mopped in neuem Lack erstrahlt. Und das kam so:

Garagen-Lack

Lack 1:

Das Faserverspachtelte Heck wird unter Zuhilfenahme modernster elektrischer Gerätschaften glatt verschliffen.

 

Lack 2:

Dann mit stink (riecht super) normalem Auto-Presto noch mal fein verspachtelt. Und natürlich wieder glatt geschliffen.

 

Lack 3:

Dann, auf anraten der freundlichen Lack-Center-Mitarbeiter mit teurem Kunststoffhaftvermittler eingesprüht, damit die Folgelacke nachher besser halten. Doch Vorsicht: Das Zeug verläuft selber total gerne! Also erst dünn einnebeln und die erste Schicht kurz trocknen lassen.

 

Lack 4:

Endlich geht’s in Riesenschritten vorwärts! Der Spritzspachtel aus der Knickelbüchse setzt die letzten Poren zu und tauch das Heck in ein freundliches Uni. Spritzspachtel gibt’s in diversen Farben im Baumarkt. Soll der Folgelack hell werden, wie hier weiß, am besten auch weißen oder beigen Spritzspachtel und Grundierung verwenden. Dem gibt’s nämlich auch Rostbraun oder Dunkelgrau. Das eignet sich aber besser für dunkle Lackierungen hernach.

 

Lack 5:

Trotzdem bleibt uns ein weiterer Schleifgang nicht erspart. Nun aber in Nass. Mit 400er NASS-Schleifpapier.

 

Lack 6:

Glatt wie ein Babypopo muss der Untergrund werden. Alle Ecken und Übergänge schön rund lutschen. Dann wird der anschließende Lackauftrag umso besser.

 

Lack 7:

Mit dem günstigen Kunstharz-Enamel-Lack aus dem Bauhaus geht’s ganz gut.  Reinweiß als Grundfarbe wird in mehreren dünnen Schichten mit kurzen Pausen innerhalb von 10 Minuten aufgetragen.

 

Lack 8:

Nach 24 Stunden Trockenzeit kann das Heck abgeklebt werden. Der Fantasie für das Muster sind mit Linierband, das sich auch um die Kurve kleben lässt, keine Grenzen gesetzt. Unser Vorbild: Die japanische Kriegsflagge der Kamikaze. Passt ja irgendwie auch thematisch zur Battle Of Twins (BOT) Honda.

 

Lack 9:

Die Linierklebestreifen werden mit Kreppband fixiert und die Zwischenräume schön mit Werbeprospekten oder dem Stadtspiegel abgeklebt.

 

Lack 10:

Dann gibt’s Feuerrot RAL 3000 aus der Knickelbüchse. Am besten die Lacke und auch die Grundierung aus einer Charge nehmen. Sonst besteht immer die Gefahr, dass sie sich nicht vertragen.

 

Lack 11:

Hier scheint die Sonne! Überraschend gutes Ergebnis… Immer gut, wenn man auf sich selber stolz ist.

 

Lack 12:

Weitere 24 Stunden später kann der frisch gelackte Höcker nun montiert werden. Und man stellt fest, dass der Rest der Verkleidung nun aber gefälligst auch passend eingefärbt werden muss.

 

Lack 13:

Also wieder ran ans Schleifpapier. Wenn’s pressiert, eben auch bis spät in die Nacht!

 

Lack 14 & Lack 15:

Der klinisch reine Bulli wird nun schon seit geraumer Zeit als praktikable, mobile Lackierkabine missbraucht, denn wenn man tatsächlich in der Garage lackiert, muss alles, was da sonst noch steht, abgedeckt werden. Der Laie macht sich ja kein Bild davon, wie das staubt. Außerdem muss der Lackierraum gut temperiert und belüftbar sein. Je wärmer Lack und Lackierobjekt sind, umso besser. Darum kann man als kleinen Trick, die Lackierdose vor dem Lackieren schön mal ne halbe Stunde in die Sonne stellen. Aber Vorsicht: Vor gar nicht allzu langer Zeit haben wir mal eine Dose auf dem Elektroradiator vergessen. Das geht hoch, wie eine Taliban-Bombe. Hoffentlich kommen jetzt nicht die imperialen Schäuble-Truppen, wenn sie unseren Redaktionscomputer online durchsuchen und unsere Bombenbauanleitung lesen. Man muss ja heutzutage aufpassen, was man schreibt. Sonst wird man schneller Terrorist, als schwanger.

 

Lack 16:

Nach dem Oberteil der Verkleidung wird nun auch das Unterteil mit Linierband dem neuen Design angepasst.

 

Lack 17:

Und wie immer nach einigem Schleifen, Grundieren und so weiter,  eingerötet.

 

Lack 18:

Fettich! Wo sind die Aufkleber….

 

Text & Fotos: Pabi