Kupplungstausch

Kupplungstausch


Die Alte muss raus!

Langsam werden die Temperaturen etwas wärmer, in der Gashand juckt es schon wieder und siedendheiß fällt mir die Kupplung meiner 83er Katana ein. Diese ist nach 50.000 km langsam mal fällig. Also schnell eine Kupplung von Lucas besorgt, die gibt es bei den großen Motorraddiscountern oder bei Lucas unter: www.lucas-bikersworld.com einen Händler in der Nähe raus suchen.

Fehlende Spannkraft

Dann erst mal die alte Kupplung ausbauen. Kupplungsdeckel ab und die Schrauben des Kupplungkorbes lösen, dabei ein bißchen vorsichtig sein, da darunter die Federn sitzen, diese können einem beim Ausbau entgegen springen. Bei mir war das allerdings nicht so, da die Federn schon ziemlich ausgelutscht waren und jegliche Spannkraft vermissen ließen.

Verschleißmaße

Habe dann die Federn vermessen und bin noch mal zum Motorradladen meines Vertrauens gefahren um neue Kupplungsfedern zu holen, die hatte ich natürlich beim ersten Besuch nicht mit gekauft. Kupplungskorb-Deckel abnehmen, die Kupplungslamellen und die Stahl-Zwischenscheiben herausnehmen. Diese Zwischenscheiben sollte man sich auch mal anschauen und mit dem im Reparaturbuch genannten Verschleißmaßen vergleichen. Denn auch sie können dem Abrieb zum Opfer fallen. Meistens kann man sie jedoch wiederverwenden.

Lamellenwechsel

Die neuen Kupplungslamellen immer im Wechsel mit jeweils einer Zwischenscheibe einbauen, vorher allerdings die Zwischenscheiben leicht mit Motoröl einölen, sonst kann es sein, das die Kupplung nachher nicht richtig trennt, weil die Lamellen aneinander pappen. Deckel vom Kupplungskorb wieder aufsetzen, die neuen Federn in die Löcher stecken, Schrauben rein und festziehen. Hier mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment arbeiten (steht im Werkstatthandbuch oder Reparaturanleitung), denn nichts ist unangenehmer als eine abgerissene Schraube im Kupplungskorb. Die Investition in einen Drehmomentschlüssel sollte nicht gescheut werden. Man kann ihn sehr oft gut gebrauchen.

Deckel drauf

Soooo, jetzt noch die Reste der alten Dichtung am Motor und am Kupplungsdeckel entfernen, damit der Deckel nachher auch nicht ölt. Das geht sehr gut mit einer Rasierklinge oder einem Teppichmesser! Neue Dichtung aufgelegen und den Deckel wieder festschrauben. Auch hierbei auf die Drehmomente achten, abgerissene Schrauben ausbohren macht echt keinen Spaß (das kann ich euch sagen). Und durchgewürgte Alugewinde im Gehäuse auch nicht.

Tipp

Man kann auch noch den Kupplungszug tauschen, wenn man schon mal dabei ist, die Dinger halten ja auch nicht ewig. Und was nützt die neue Kupplung, wenn der Zug total verharzt ist? Dann bleibt das Erfolgserlebnis ja komplett aus.

Fahrzit

Die erste Probefahrt mit Meiner Kati ist sehr positiv ausgefallen - was so eine neue Kupplung alles ausmacht, endlich kann man den Schleifpunkt mal wieder lokalisieren und anständig anfahren und beschleunigen, ich glaub meine Kupplung war schon ziemlich wrack!
Der ganze Spaß hat mich 80,95 € für die Lamellen und 14,95 € für die Federn gekostet und eine 3/4 Stunde Arbeit, dafür ist das Fahrgefühl um einiges angenehmer.

Text & Fotos: Don Jupp