Checkliste Frühjahr

Checkliste Frühjahr


Motorrad - reloaded

Einmotten „light“ war im Dezember 2003 unsere Devise. Das Bike sollte beim ersten Wetterumschwung sprungbereit in den Startlöchern stehen, um mit uns schnell auf die Hausstrecke zu enteilen und das neue Jahr zu begrüßen. Am 17. Februar war es dann soweit, der Wetterbericht kündigte Schneefall an und unser Redaktionsorakel pabi weissagte, mit einem Tag Schaltjahr-Verzögerung, bereits in der Januar-Ausgabe Frühlingssonne über dem Ruhrpott. Es kam wie vermutet: aufgetaute Pisten im Sauerland, die Lifte stehen still. Dafür wärmt die Sonne durch das Paterre-Fenster die Reifen vor und wir starten nach einem kurzen Check zum „roll out“. Die Vorarbeit hat sich gelohnt.

Säubern:

Da bleibt das Snowboard in der Ecke stehen. Das sorgsam konservierte Bike entpacken und mit einem staubfreien Tuch abwienern. Tipp: Gummis am besten mit einem Kunststoffpfleger gegen Wind und Wetter wappnen.

Motoröl:

Wer beim Einmotten „light“ nicht nur aufgepasst, sondern auch mitgemacht hat, kann sich zurück lehnen und hat Zeit bis zum „roll out“ gespart. Für alle anderen heißt es: Raus mit dem abgestandenen Zeug, neuen Filter rein und frisches Öl auffüllen. Dabei dürfen es auch die Überreste der Vorsaison aus dem Vorratskanister sein, solange dieser über den Winter frostfrei, dunkel und trocken stand. Um dem Motor den Kaltstart zu erleichtern sollte das Öl eine Viskosität von mindestens 20W oder weniger aufweisen, denn das bleibt bis -15°C geschmeidig. Das Mischen von mineralischen und synthetischen Ölen ist übrigens entgegen allem Bikergarn bedenkenlos. Wichtig: Nach der ersten Ausfahrt nicht vergessen den Ölstand in jedem Fall noch mal auf korrekten Pegel zu prüfen!

Kette:

Wer gut schmiert, der gut fährt. Wurde die Kette vor dem Stilllegen gereinigt und geölt genügt eine kurze Behandlung mit Reiniger und Kettenspray. Dabei die Kettenspannung prüfen. Hat die Kette mehr als zwei Finger Spiel, wenn der Fahrer draufsitzt, sollte sie gespannt werden. Dabei gilt: Zu locker ist besser als zu fest, da sie sich sonst ungleichmäßig längt, was zu erhöhtem Verschleiß und „klackernden“ Fahrgeräuschen führt. Tipp: Nicht erst fünf Minuten vor Abfahrt schmieren, die im Kettenfett enthaltenen Lösungsmittel brauchen ca. ½ Stunde um zu verdunsten.

Batterie:

Damit die Batterie nicht schlapp macht, so ganz ohne Betriebssport, hatten wir sie an den „Jogger“ (Ladegerät) angeschlossen. Eine lohnende Investition, denn die regelmäßige Stromversorgung hat sie in eingebauten Zustand fit gehalten. Den „Jogger“ einfach abklemmen - erledigt. Tipp: Falls die Batterie ausgebaut wurde: Zuerst Plus- dann Minuspol anschließen, das verhindert unerwünschte Knalleffekte.

Reifen:

Während der langen Winterpause leidet das Gummi der Reifen am meisten. Deswegen diesen lebenswichtigen Kontakt zur Straße besonders kritisch nach Rissen absuchen, die Profiltiefe (mind. 2 mm) messen und den Reifenluftdruck per „Daumentest“ überprüfen und eventuell an der Tanke exakt nachjustieren. Die korrekte bar-Zahl ist entscheidend für das Fahrverhalten und minimiert auch die Laufflächenabnutzung. Tipp: Günstige Marken-Reifen mit Lieferung frei Haus gibt´s bei www.mynetmoto.com

Bremsen:

Die Klötze, Zangen und Scheiben mit Bremsenreiniger absprühen um eventuelle Konserviererrückstände zu beseitigen. Außerdem die Leitungen und Belagstärke überprüfen. Tipp: Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch (zieht Wasser an) und sollte alle zwei Jahre entlüftet und nach ca. 25.000 km gewechselt werden.

Vergaser:

Die vor der Winterpause geleerten Schwimmerkammern wollen wieder geflutet werden. Sonst kommt nur Luft.

Fahrer:

Auch nach vielen Jahren Motorraderfahrung müssen die Fahrkünste erst wieder aus dem Winterschlaf erwachen. Die Versuchung ist groß ist gleich den Hahn aufzureißen wenn die Sonne lacht - lieber erst mal langsam angehen lassen. Tipp: Wer sicher gehen will, macht Fahr- und Bremsübungen am besten unter fachkundiger Anleitung: ADAC STZ-Westfalen; Berghaltern 59 / SHT-Platz; 45721 Haltern; Tel.: 02364- 92 08 20.

Text: Franz I.
Fotos: pabi