Digital-Tacho Einer für alles

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Teil II

Ihr erinnert Euch vielleicht: In der Februar Ausgabe witterten wir schon den Frühling und begaben uns an die Umgestaltung des Kawa Z 1000 LTD Cockpits von total verkorkst zu sinnvoll-schick! Doch erst bremste uns ein wirrer Kabelbaum und dann der lange eiskalte Winter. Doch nun wird endlich alles hell!

Und siehe da...

Zugegeben, das Mulitmeter von MTC hat viele Kabel. Doch geht man stur der Reihe nach vor, lichtet sich der Kupferwald schnell. Nachdem also der richtige Platz für das Instrument, nun oben an der Lampenhalterhalterung, gefunden werden konnte, quetschen wir einen Stromdieb an Dauerplus- und Zündungsplus-Kabel des MTC. Diese Stecken wir den entsprechenden Kabeln im Multistecker des Kawasaki-Zündschlosses bei. Und siehe da. Dauerplus sorgt für die Uhrzeit. Zündungsplus für die beleuchtete Nullanzeige.

Nun kümmern wir uns um die Kontrollleuchten. An das gerupfte Ende des originalen Armaturen-Kabelbaums löten wir den Multistecker des MTC. Dieser wird schon perfekt vorbereitet, mit abisolierten Enden und Schrumpfschlauchstückchen, geliefert. Laut Schaltplan identifiziert man einfach die entsprechende Kabelfarbe für die Neutralleuchte, verzwirbelt beide Kabelenden ein wenig, hält Lötkolben oder Lötpistole unter das Kupfer und gibt von oben den Lötzinn darauf. Genauso verfahren wir mit der Öldruck- und Fernlichtanzeige. Fertig.

Die gleiche Vorgehensweise erleuchtet die Blinker- und Warnblink-Kontrolle.

Der enthaltene Anschluss für den Tankgeber wird abgekniffen. Die Kawa hat im Original keine Tankanzeige. Also weg damit.

Zum Abgreifen der Drehzahl bietet das MTCzwei Möglichkeiten. Entweder, man wickelt das entsprechende (gelbe) Kabel um Zündkabel Nr. 1 und nimmt so den Impuls induktiv ab. Oder man verwendet die vorgesehene Steckerbrücke und steckt einfach der Zündspule für Zylinder 1 & 4 das "Drehzahlmesserkabel" bei. Geht in Sekundenschnelle. Für Ein-, Zwei-, oder Dreizylinder-Motorräder kann der MTC im Menü entsprechend eingestellt werden.

Etwas komplizierter wird's beim ermitteln der Geschwindigkeit. Das MTC verfügt über eine Magnetschraube, die irgendwo am Rad befestigt werden soll und einen Nehmerkontakt, der an der Gabel sein Zuhause finden muss. Nun bieten die findigen Schrauber von MTC Motorradtechnik eine saubere Lösung an: Eine der Bremsscheiben-Befestigungsschrauben an der Nabe kann gegen eine magnetische 6 oder 8 mm Schraube ausgetauscht werden. Und auch für den Kontakt an der Gabel gibt's eine vorgefertigte Halterung. Doch leider passt weder eine der Schrauben in das M10 Gewinde der Kawa, noch die Halterung an die Gabel. Sie ist eben zu alt, die Gute.

Also schlägt der Meister vor, in eine der vorhandenen Bremsscheibenschrauben ein M6 Gewinde zu schneiden um die Magnetschraube dort sicher zu befestigen. Weil das Material hart ist, und die Mitte nicht ganz leicht zu treffen ist, benutzen wir die Mörderdrehbank zu diesem Zwecke. Dem Hobbyschrauber reicht sicherlich die Benutzung einer Standbohrmaschine zum Erfolg.

Für die Halterung des Nehmerkontaktes nehmen wir ein Flacheisen, in das wir eine 6 Millimeter Bohrung und einen 10 mm breiten und 20mm langen Schlitz feilen, fräsen, oder sägen. Ganz nach Gusto. Diese wird an der zufällig vorhandenen Bohung an der Rückseite der Gabel befestigt, so dass der Kontaktnehmer genau über der vorbeilaufenden Magnetschraube, die wir ja an der Nabe befestigt haben, sitzt. Funktioniert perfekt und sieht ziemlich fachmännisch aus. Der Raddurchmesser wird ebenfalls per Tastendruck am MTC eingestellt.

Fazit: Der Einbaukit von MTC enthält alles, was der Schrauber braucht. Die Anleitung ist etwas dürftig, doch prinzipiell erklärt sich alles von selbst. Der mitgelieferte Schaltplan und die Steckerbelegung sind aufschlussreich genug. Das Instrument selbst bietet alle wünschenswerten und nötigen Funktionen. Und noch einige dazu. Für 155 Euro Messe, bzw. 185 Euro ein faires Angebot für alle, die aus Not oder Überzeugung die Originalinstrumente verschwinden lassen.

Text & Fotos: pabi