Kawasaki Z 1000

Kawasaki Z 1000


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Die Kawasaki Z1000 ist so stark überarbeitet worden, dass man sie als "neues" Motorrad bezeichnen kann. Das Styling könnte glatt im Kunstmuseum ausgestellt werden - nichts Japanisches hat sonst so viele stilistische Details aufzuweisen. Der leicht veränderte Motor aus der älteren ZX-9R ist nicht mehr so dynamisch in den höheren Drehzahlen, dafür hat es ein sahneartiges Drehmoment. Ein langweiliges Naked Bike, das ganz leicht zu fahren ist? Langweilig ist die Kawasaki Z1000 mit Sicherheit nicht.

Ein Schwung an Motorveränderungen hat zu einem alltagstauglicheren Motor geführt, der schon bei niedrigen Drehzahlen gut anspricht. Die Spitzenleistung der Kawasaki ist mit immer noch 125 PS mehr als genug. Das Drehmoment von 98 NM sorgt für viel Kraft aus dem Drehzahlkeller. Beim Überholen braucht man nicht runterzuschalten, sondern nur Gas zu geben. Das Getriebe der Z1000 ist kawaüblich leichtgängig, die Schaltvorgänge gehen sanft von statten. Hohe Laufkulter, super Durchzug bei ordentlicher Spitzenleistung. Da fragt man sich schon warum die Konkurrenz dies nicht ebenso hinbekommt.

Fahrt und Handhabung

Der Biker fährt komfortabel in fast aufrechter Sitzposition, gestützt durch den Lenker und den dünneren Sattel - der nach 100 km einen tauben Hintern verursacht, bis sich die Muskeln an die Belastung gewöhnt haben. Das Motorrad wirkt sehr kompakt, der Fahrer sitzt sehr nahe am Lenker. Das Handling ist bei durchschnittlichem Tempo absolut in Ordnung. Bei sportlichem Einsatz und stärkerer Beschleunigung kommt das Fahrwerk allerdings leicht aus dem Gleichgewicht. Die Federelemente sind ziemlich soft, auch die härteste Einstellung des Fahrwerks ist für heftigen sportlichen Einsatz noch zu weich. Dafür verwöhnt die Z 1000 auf der Landstraße mit gutem Komfort und bietet mehr als ausreichend sportliche Reserven.

Kawasaki Z1000 02

Ausstattung

Der radial montierte Hauptbremszylinder, die Bremssättel und die Wave-Scheiben der Z 1000 sehen nicht nur gut aus, sondern funktionieren auch äußerst effektiv. Leider ist kein ABS zu haben. Schalter und Instrumente sind unaufdringlich und funktionieren tadellos, die Bedienung ist narrensicher. Der Rückspiegel wirkt auf den ersten Blick lächerlich klein und bleibt es dann auch auf den zweiten. Außer den eigenen Oberarmen ist nichts zu sehen. Ähnliches gilt für den Beifahrersitz. Hier kommen zur geringen Größe auch noch die hoch montierten Fußrasten dazu.

Kawasaki Z1000 08

Qualität und Zuverlässigkeit

Der Motor ist von früheren Kawasaki-Motorrädern bekannt, über die Haltbarkeit sollte man sich also keine Sorgen machen. Die Verarbeitung der Z 1000 hinterlässt einen guten Eindruck und spricht für eine lange Haltbarkeit. Auch wenn die Kawasaki Z 1000 optisch in einer eigenen Liga spielt, hat sie doch eine starke Konkurrenz. So bietet eine Bandit ähnliche Eckdaten, ist jedoch deutlich günstiger. 9895 Euro sind für die Kawasaki Z 1000 fällig. Damit ist sie knapp 1000 Euro teuer als die Bandit. Allerdings bringt die Z 1000 ein ordentliches Paket an Emotionen mit und ist auf dem direkten Weg ein Klassiker zu werden.

Kawasaki Z1000 09