Yamaha TDM 850

Yamaha TDM 850


Youngtimer mit Qualitäten

Als die Yamaha TDM850 auf den Markt kam, war sie ziemlich revolutionär und ihrer Zeit sicherlich Jahre voraus. Die TDM850 war eine Mischung aus Enduro und Straßenmaschine und zwar lange bevor die anderen Hersteller ihre großen Geländemaschinen konsequent Richtung Straße entwickelten. So kombinierte die Yamaha TDM850 die Sitzposition und den Komfort einer Enduro mit der Performance einer Straßenmaschine. Damals absolut neu, heute ist praktisch jede Reiseenduro so ausgelegt. Bis heute ist die TDM als 900er im Yamaha Programm, doch leider sieht kein Mensch in der TDM den Vorläufer der heute so beliebten Reiseenduros.

Motor

Der Motor der Yamaha TDM850 ist eine groß-volumige Ableitung des Super Tenere Parallel-Twin (der 750 Kubik hatte) und ist auch im Schwestermodell TRX850 verbaut. Der Twin läuft weitgehend frei von Vibrationen und hat eine herrlich lineare Krafentfaltung. Das Drehmoment sorgt für einen guten Durchzug und die 78PS reichen auf der Landstraße allemal. Weniger schön sind da schon die teils heftigen Lastwechselreaktionen. Dazu galt die erste Version dern TDM850 als wahrer Säufer. Viele Besitzer hängten die Düsennadeln der Gasschieber in die tiefste Position. Damit sank der Spritverbrauch um über einen Liter. Dummerweise erlischt dann aber auch die Betriebserlaubnis.

Yamaha TDM 850 1996

Fahrverhalten und Handling

Die TDM850 enttäuschte hier nicht. Der Sitzkomfort für Fahrer und Beifahrer ist hervorragend. Die Fahrwerksauslegung ist komfortabel. Auch wenn die Performance nicht für die Rennstrecke taugt, reicht es für die sportliche Runde auf der Hausstrecke allemal. Die Federung und die Bremsen machen aus der Yamaha TDM850 tatsächlich einen Straßensportler mit enduroähnlicher Sitzposition. Da lässt es sich sehr lange auf dem Motorrad aushalten. Was den Spaß etwas verhagelt, sind die Lastwechselreaktionen. Selbst wenn der Gashahn mit viel Gefühl betätigt wird, ruckelt die Fuhre dass es einem fast körperliche Schmerzen bereitet. Die Yamaha ist auch nicht das handlichste Motorrad. In schnellen Wechselkurven will die TDM850 mit Nachdruck bewegt werden.

Ausstattung

Hier bietet die TDM850 den üblichen Standard. Die Instumentierung ist komplett, Schalter und Hebel sind kinderleicht zu bedienen. Die Sitzbank ist gut gepolstert und auch auf der Langstrecke bequem. Die Verkleidung bietet einen guten Windschutz, die Spiegel könnten etwas mehr Sicht nach hinten bieten. Leider fehlt der Yamaha der Hauptständer, spätestens bei der Kettenpflege wird man über eine Nachrüstung nachdenken.

Quälität und Zuverlässigkeit

Der Motor gilt bei regelmäßiger Pflege als äusserst zuverlässig, hohe Laufleistungen sind kein Problem. Fette „Klonks“ beim Schalten gehören bei der TDM850 ebenfalls zum Alltag und sind kein Grund zur Besorgnis. Die bereits angesprochenen Lastwechselreaktionen können allerdings die Rückdämpfer im Hinterrad schneller verschleissen, hier also ein Auge drauf werfen. Wenn man schon dabei ist, sollte man gleich die Gabel mit progressiven Federn ausstatten und der TDM ein neues Federbein gönnen. Die Verkleidung kann in bestimmten Drehzahlbereichen im Laufe der Zeit zum Dröhnen neigen. Zur Behebung genügt es die Verkleidungsstrebenmit Moosgummistreifen zu bekleben – schon hat man wieder Ruhe im Gebälk.

Yamaha TDM 850 1993 2