Yamaha V-Max

Yamaha V-Max


Kultiger Burner

Mad Max. Diese Bezeichnung sagt alles aus über die Yamaha V-Max, denn sie hat ein seekrank machendes Fahrwerk kombiniert mit der schieren Power eines tollwütigen Rottweilers. Dennoch ist die ungedrosselte Version die einzige Wahl, vergesst die auf 98 PS kastrierte Version der V-Max. Die mag vernünftiger sein, aber wer will schon eine vernünftige V-Max?

Motor Yamaha VMax

Die Yamaha V-Max hat eine schöne, fast linearen Kraftentfaltung schon knapp über dem Standgas. Dies ändert sich allerdings im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig bei 4.000 Umdrehungen. Dann schaltet die V-Max nämlich den Nachbrenner ein. Gefühlt tritt sie einem die Eingeweide hinter die Wirbelsäule. Selbst den abgebrühtesten Rasern brennt diese Performance das Grinsen ins Gesicht. Kaum zu glauben dass dieser Motor aus Yamahas Gegenstück zur Goldwing stammt. Zu ihrer Zeit stellte die V-Max alles bis dahin im Serientrimm erschienene in den Schatten. Oder hüllte es in Wolken von verbranntem Gummi. Der geht nämlich bis in den 3. Gang bei voller Beschleunigung in Rauch auf.

Fahrwerk V-Max

Das Fahrwerk der V-Max kann da leider nicht mithalten. Die Yamahahält die Linie so stabil wie ein Betrunkener geradeaus laufen kann. Der Rahmen hat eine im wahrsten Sinne des Wortes flexible Auslegung, das Heck hat Probleme bei der Power die Spur zu halten und die Front kapituliert ob des hohen Gewichts von 280 kg bei harten Bremsmanövern. In einem Wort: beängstigend! Geradeaus noch erträglich. Bei Kurven und schlechter Straßenoberfläche einfach nur instabil. Die V-Max ist halt ein Dragster. Geradeaus mit voller Beschleunigung kann ihr kaum einer das Wasser reichen.

Ausstattung Yamaha V-Max 

Im 15-Liter-Tank der Yamaha V-Max ist bei dauerhaftem Abruf der Leistung nach maximal 150 km Ebbe. Der Beifahrersitz ist dient mehr als Haltestütze für den Fahrerhintern, die Bremsen und die Federung sind selbst gemessen am Stand der frühen 90er armseelig. Abgesehen von ein paar optischen Veränderungen, hat Yamaha fast nichts unternommen, um die V-Max weiterzuentwickeln. Einerseits traurig, andererseits ist die V-Max eines der wenigen japanischen Motorrädern die weltweiten Kultstatus erreicht haben.

Yamaha V-Max 04

Qualität und Zuverlässigkeit

Man kann die V-Max mit einer Turbolader aufrüsten, eine Nitro-Einspritzung verbauen oder was auch immer - der V-4-Brocken macht alles mit. Das Chassis der Yamaha V-Max ist bei weitem der schwächere Teil des Motorrads und da ist leider nur bedingt Abhilfe möglich. Die V-Max wurde halt für die kalifornischen Straßen entworfen und leidet wenn sie nicht nur in der Sonne auf der Viertelmeile geradeaus powern darf. 

Wert

Wie schon gesagt, die Yamaha V-Max ist eine absolute Kultmaschine und als solche hat sie auch als Gebrauchtfahrzeug ihren Preis. Viele V-Max sind auch umgebaut worden und oft meilenweit vom Originalzustand entfernt. Zusätzlich war die V-Max nie ein großer Verkaufsschlager, dafür war sie insgesamt zu extrem und für viele auch zu teuer. Wer also eine Max in gutem Originalzustand haben möchte, muss gründlich suchen. Wer eine findet, kann ruhigen Gewissens zuschlagen.

Yamaha V-Max 01