BMW F 650 GS Dakar

BMW F 650 GS Dakar


Doppelter Einstieg

Tankattrappe, Einspritzung, G-Kat, Heizgriffe und optionales ABS. Be- griffe, die so gar nicht in die Sparte Offroad-Single passen wollen. Trotzdem scheint es so, als sei es BMW mit der F 650 GS gelungen, erfolgreich neue Wege zu be- schreiten. Nun kommt mit der "Dakar" gar eine Replika der unter Andrea Meyer so er- folgreichen Rallye Maschine F 650 RR auf den Markt.

Endlich weg vom "Die gibt's doch auch als Aprilia Pegaso"

Das Image der mit insgesamt über 64.000 verkauften Einheiten trotzdem äußerst erfolgreichen Vorgängerin F 650 und F 650 ST der Baujahre 1993 bis 1999 bietet die Neue, außer den leicht zu erkennenden und auch schon anhand des Namens zu erahnenden optischen Anleihen bei der großen Boxer R 1150 GS, genau die richtige Misch- ung zwischen Offroadanspruch und alltäglicher Straßentauglichkeit, die der Kunde sich von einer Enduro erhofft. Machen wir uns nichts vor, neunzig Prozent der Stoppelhopser-Käufer wagen sich so- wieso nie in wirklich schweres Gelände. Das Befahren holpriger Schotterpisten und frostgeschädigter Straßen befriedigt das Offroad-Verlangen der meisten Yamaha XT-, Suzuki DR-, Honda XL- oder eben BMW F 650 GS-Treiber bereits hinreichend. Doch jetzt legt BMW richtig eins drauf: Die F 650 GS Dakar des Jahres 2001 hat nicht nur das Outfit von Andrea Meyers Wüstenrenner F 650 RR geerbt, sondern kann gegenüber der "normalen" F 650 GS mit einigen spaßverdächtigen Offroad-Extras aufwarten, die den Semi-Hard-Enduristen aufhorchen lassen sollten: Die Teleskopgabel bietet mit insgesamt 210 mm ganze 40 mm mehr Federweg als die der Serien-Funduro und führt ein echtes 21 Zoll Enduro-Vorderrad zwischen ihren 41 mm Standrohren.

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Erster Eindruck

Dieses kann von den Brembo Doppelkolben Sätteln, die schwimmend an der 300mm Edelstahl-Scheibe gelagert sind, bei Bedarf durchaus stoppiefähig verzögert werden. Noch gewinnträchtiger in Sachen Federweg erwies sich der Wechsel zum Showa-Federbein an der Hinterhand. Hier wurden nicht nur 45mm zusätzlicher Federweg gefunden sondern Federvorspannung und Zugstufendämpfung lassen sich bei dem edlen Feder-/Dämpferelement schnell und individuell einstellen. Als weitere Wüstenfeatures sind das höhere, getönte Windschild, die vor Schmutz, Wind, Wetter, Stein- und sonstigen Schlägen schützenden Handprotektoren und die, die Sitzhöhe von 780 auf 870 mm aufbauende Sitzbank auf den ersten Blick auszumachen. Letztere dient allerdings nicht allein der Optik und großen Fahrern zur Verbesserung der Bequemlichkeit, sondern vergrößert die Anlagefläche der Beine und begünstigt damit die Kontrolle über die Maschine beim offroadtypischen Stehendfahren. Der Motor ist identisch mit dem der Standard F 650 GS und bietet mehr technische Highlights als jedes andere Einzylinder-Viertakt Serientriebwerk dieser Welt. Während sich der geregelte 3-Wege-Kat um die Umweltfreundlichkeit bemüht, sorgen Kraftstoffeinspritzung, digitale Motorsteuerung und die beim M-3 PKW abgeschaute Zylindergeometrie für singleuntypische Laufkultur.

Bereits aus dem 3.000 er Drehzahlkeller beschleunigt das 37 kW starke Triebwerk ruckel- und stotterfrei und liefert bis 6.500 U/min ständig mehr als 50 Nm Drehmoment, dessen Maximum von 60 Nm bereits bei 5.000 U/min anliegt. Damit lässt es sich sowohl im hügeligen Terrain, als auch auf den Asphaltgebinden dieser Welt zügig vorankommen. Die F 650 GS Dakar schafft es, die Motor-Tugenden der Standardversion mit einem deutlich gesteigerten optischen und fahrerischen Offroad-Anspruch zu verbinden, welcher allerdings dann in letzter Konsequenz doch an dem mit knapp 200 kg recht hohen Leergewicht scheitert. Dennoch macht die Dakar ihrem Namen Funduro alle Ehre und ist, auch in der 25 kW Variante für Führerscheinneulinge, ein perfektes Einstiegsgerät sowohl ins Motorrad fahren allgemein, als auch in den Touren- und Offroadspaß im Besonderen. Auch oder gerade für großgewachsene Fahrer, die nichts gegen ein großes Ausstattungsplus zu niedrigem Aufpreis einzuwenden haben eine überlegenswerte Alternative zur "normalen" F 650 GS.

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Text: pabi

Fotos: pabi/Werk   Andere Testberichte BMW Enduros:

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