Yamaha FZ8

Yamaha FZ8


Die goldene Mitte?

Die FZ8 tritt bei Yamaha ein schweres Erbe an. In der Vergangenheit hatte Yamaha in ihrer Leistungsklasse die sehr erfolgreiche FZ6/Fazer am Start. Die XJ6-Reihe hat ein gutes Stück weniger Leistung und steht für den günstigen Einstieg. Der Nachfolger ist also die neue Yamaha FZ8 (und die halbverkleidete Yamaha FZ8 Fazer). Durch die Hubraumsteigerung spielt die FZ8 natürlich in einer anderen Klasse als ihre Vorgängerinnen. Dennoch hält sich im Auftritt einen Respektabstand zur großen Schwester FZ1. Damit stellt sich die FZ8 für ein breites Publikum auf und spricht sowohl Ein- und Aufsteiger als auch ambitionierte Fahrer an.

Eindruck FZ8

Die FZ8 kann ihre Verwandtschaft mit der XJ6 optisch nicht verleugnen. Aber sie wirkt alles andere als ein Klon der 600er. Die Verarbeitung ist vorbildlich, Yamahas 800er Naked Bike hinterlässt einen sehr wertigen Eindruck. Ausnahmen bestätigen die Regel: der Auspuff sieht aus wie mit dem Rotstift vom Controller gezeichnet. Ansonsten gibt es am Auftritt nix zu meckern. In drei Farben ist die FZ8 erhältlich: Competition White, Yamaha Blue und Midnight Black. Kurz gesagt: in Weiß, Blau und Schwarz. Preislich liegt die FZ8 bei 7.595 Euro, allerdings ohne ABS. Die ABS-Version der FZ8 schlägt mit 8.495 Euro zu buche, der Aufpreis für den Blockierverhinderer liegt damit bei happigen 900 Euro.

Motor FZ8

Die Yamaha FZ8 basiert Motorseitig auf der FZ1, hat jedoch eine geringere Bohrung und eine leichtere Kurbelwelle. Damit liegt der Hubraum bei 779 Kubik. Insgesamt 106 PS bei 10.000 U/Min liefert der Reihenvierer ab. Das Drehmoment von 82 NM liegt bei 8.000 Umdrehungen an. Zum Vergleich: die FZ6 hatte 63 NM bei 10.000 Umdrehungen. Damit ist der wesentliche Unterschied zur Vorgängerin schon offen gelegt. Die Spitzenleistung der FZ8 liegt zwar auf einem ähnlichen Niveau wie das der 600er, allerdings bietet die 800er deutlich mehr Kraft aus niedrigen Drehzahlen. Und knapp vor der 6.000er Marke zündet die FZ8 einen kleinen Nachbrenner. Die Leistungsentfaltung geht also absolut in Ordnung. Yamaha-üblich läuft der Vierzylinder seidenweich. Gleiches gilt für das Getriebe: die Gänge flutschen wie von selbst, kein Hakeln und keine nervigen Nebengeräusche stören die Fahrt. Motorseitig ist die FZ8 also ein treuer Begleiter, der keinen überfordert aber auch Luft nach oben lässt.

Yamaha FZ8 02

Fahrverhalten und Handling FZ8

Der erste Kontakt mit der FZ8 ist sehr angenehm. Das ganze Motorrad passt auf Anhieb. Der Hintern findet ein kommodes Plätzchen, die Füße wie von selbst die Rasten und die Beine einen angenehmen Kniewinkel. Gleiches gilt für Lenker, Bedienelemente und Instrumente. Alles ist genau da wo man es vermutet. Hier findet sich auf Anhieb wirklich jeder zurecht. Starter drücken, Gang rein und los geht’s. Der positive Eindruck setzt sich fort. Der samtweiche Motor und das fluffige Getriebe verführen zu ruhiger Fahrweise. Das Lenkverhalten ist sehr präzise, die Yamaha folgt stabil der einmal eingeschlagenen Linie. Das Fahrwerk verwöhnt den Fahrer mit komfortabler Abstimmung. Gabel und Federbein sprechen sensibel an und vermitteln dem Fahrer ein gutes Gefühl. Bei sportlicher Fahrweise schwindet dieses jedoch schnell. Dann gerät die FZ8 doch recht schnell aus dem Tritt. Solange die Straße eben ist, funktioniert die FZ8 noch gut. Sobald der Belag allerdings Macken hat, bockt auch die Yamaha. Damit nicht genug, setzt die FZ8 auch mit den Fußrasten recht früh auf. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht. Man kann mit der FZ8 schon sehr zügig unterwegs sein, man ist mit ihr keinesfalls zum Blümchenpflücker degradiert. Erst bei hartem Anbremsen und brutalem Beschleunigen kommt die Yamaha an ihre Grenzen. Eigentlich schade, denn die Bremsen vertragen den sportlichen Einsatz durchaus: fein dosierbar bei zumutbaren Handkräften und brutal in der Verzögerung.

Yamaha FZ8 07