Vergleichstest Honda CB1000R, Kawasaki Z1000 und Triumph Speed Triple

Vergleichstest Honda CB1000R, Kawasaki Z1000 und Triumph Speed Triple


Easy Rider der schnellen Art

Sportliche Naked Bikes wie CB1000R, Z1000 und Speed Triple sorgen immer für gute Laune bei uns Motorradtestern. Wenn dann auch noch alle zur gleichen Zeit auf dem Hof stehen und ein Vergleichstest angesagt ist, wird die gute Stimmung fast schon lästig. Auch wenn der Nachfolger der Speed Triple schon mit den Hufen scharrt, haben wir die 2010er Version noch mal mit dazu genommen.

Erster Eindruck

1000er Naked Bikes mit ungefähr gleichen Eckdaten. Dennoch stehen da 3 völlig unterschiedliche Motorräder auf dem Hof. Halten wir uns ans Alphabet und fangen mit der Honda an. Die CB1000R ist optisch von dem nach unten spitz zulaufenden Insektengesicht geprägt. Zusammen mit dem schmal bauenden Tank wirkt die CB im Vergleich zur Konkurrenz etwas schlanker und zierlicher. Die Sitzposition der CB1000R verstärkt diesen Eindruck noch. Man sitzt sehr kompakt und recht nahe am Lenker. Die Z1000 kommt optisch wesentlich aggressiver daher. Die Scheinwerfereinheit deutlich breiter und tiefer montiert, verleihen der Kawasaki ein geducktes Äußeres.

Insgesamt wirkt die Z1000 viel kantiger. Der Fahrer sitzt perfekt in das Motorrad integriert. Beim Vorgänger saß man noch sehr nahe am Lenker und irgendwie mehr auf als im Motorrad. Bleibt noch die Speed Triple. Zum Design muss man nichts mehr sagen. Allerdings wirkt es speziell im Vergleich zur Kawa mittlerweile nicht mehr ganz so extrem wie in vergangenen Tagen. Absolut nicht zu verbessern gibt es bei der Sitzposition. Draufsetzen, den wunderschönen Lenker in die Hand nehmen und sich Wohlfühlen. Da passt einfach alles. Eines haben alle drei Nackten dann gemeinsam: einen Beifahrer sollte man keiner zumuten. Oder umgekehrt.

Kawasaki Z1000

Motoren

In Summe sprechen wir hier über 3091 Kubik, 395 PS und 314 NM. Das Honda Motorrad verpasst mit 998 Kubik die 1-Liter-Marke knapp. Kawasaki und Triumph liegen bei 1043 respektive 1050 Kubik. Auch in der Leistung und dem Drehmoment bleibt die CB1000R hinter der Konkurrenz: 125 PS und 99 NM verbucht die Honda. Die Speed Triple liefert 132 PS und 105 NM. An der Spitze liegt die Z1000: 138 PS und 110 NM. Ob dies auf der Straße eine Rolle spielt? Nein. Alle drei Mopeds haben mehr Leistung als man braucht. Das Leistungsmanko der Honda macht sich im Fahrbetrieb in keinster Weise bemerkbar. Im direkten Vergleich mit der Z1000 kann die CB1000R allerdings das niedrigere Drehmoment nicht ganz verleugnen. Zwar tritt die Honda auch bei niedrigen Drehzahlen ordentlich an, aber sowohl die Triumph und vor allem die Kawa sind da ein Quäntchen besser. Wer alleine mit der Honda unterwegs ist, wird am Durchzug nichts zu mäkeln haben. Der Motor der Z1000 ist ein absoluter Hochgenuss. Bäriger Durchzug, tolle Drehfreude und dieser fauchende Sound. Da verzeiht man der Z1000 die ständig präsenten leichten Vibrationen.

Auspuff CB1000R

Dazu passt auch das stets einwandfrei funktionierende Getriebe. Der Gangwechsel funktioniert zuverlässig und ohne unangenehme Nebengeräusche. Dicht auf den Fersen der Kawa folgt die Speed Triple. Für die Triumph gilt im Grunde genommen das gleiche wie für die Z: bäriger Durchzug, fast lineare Leistungsentfaltung und dann noch der süchtig machende 3-Zylindersound. Da passt wirklich alles. Außer dem Getriebe. Im Gegensatz zu früheren Testmodellen, erwies sich die Schaltbox des Testmodells als störrisches Exemplar. Hochschalten funktioniert gut, wenn auch mit dem einen oder anderen Klonk. Beim Runterschalten musste der Fuß so manches mal mehrere Versuche starten um den kleineren Gang einzulegen. Die Honda gerät da etwas ins Hintertreffen. Die Leistung passt, der Durchzug auch. Im Sound ist die Honda eher zurückhaltend, dies betrifft eigentlich die gesamte Performance der CB1000R. Der Motor läuft angenehm weich, das Getriebe lässt sich butterweich schalten. Aber im Vergleich zu Triumph und Kawasaki fehlt es etwas an Charakter.

Fahreindrücke

Um es kurz zu machen: WOW! Und zwar für alle drei Kandidaten. Die Performance der drei Nackten ist unglaublich. Welches einem am besten liegt, ist reine Geschmacksache. Fangen wir mit der CB1000R an. Die Honda punktet mit in diesem Kreis konkurrenzloser Handlichkeit. Die CB1000R fällt geradezu in Schräglage und zieht wie mit dem Messer gezogen ihre Bahn. Das Fahrwerk spielt hier prima mit. Die Front spricht sensibel an, penible Seelen würden sie sich vielleicht einen Tick straffer wünschen. Das Heck tendiert eher in die andere Richtung, hier wäre man mit etwas weniger Dämpfung genauso schnell aber komfortabler unterwegs. Die Sitzposition einiges zum tollen Handling bei, großgewachsene Fahrer fühlen sich aber zu Nahe am Lenker platziert. Die Bremsen der Honda liefern eine sehr gute Verzögerung, verlangen aber nach einem beherzten Zugriff. ABS ist bei Honda zumindest optional an Bord. Damit kann die Speed Triple leider nicht einmal gegen Aufpreis dienen. Wenn man der Triumph einen Vorwurf machen will, dann diesen. ABS ist bei der Konkurrenz längst Standard. Hier wird die Nachfolgerin sicher nachbessern.

Instrumente Z1000

Dennoch verzögern die Stopper der Triumph brachial bei angemessenem Kraftaufwand. Das Fahrwerk der Speed Triple ist im Vergleich zur Honda speziell an der Front deutlich straffer abgestimmt, was sportlichem Einsatz entgegen kommt. Das Handling ist nicht ganz so easy wie auf der Honda, dafür ist die Triumph für extremen Einsatz noch mehr geeignet. Keine Schräglage scheint zu tief, man hat immer das Gefühl da geht noch mehr. Gerade auf bekannten Strecken lotet man mit der Speed Triple ständig die eigenen Grenzen aus. Und die Kawasaki Z1000? Als erstes ist da dieser ultrageile Motor. Die Art und Weise wie die Z1000 am Gas hängt und die Befehle der Gashand umsetzt, ist schon beeindruckend. Die Power verführt auch bei sportlicher Hatz zu schaltfaulem Fahren. Dazu diese perfekt ins Motorrad integrierte Sitzposition. Als Fahrer hat man das Gefühl man duckt sich gemeinsam mit dem Motorrad. Damit macht die Kawasaki die Arbeit mit dem Oberkörper extrem leicht und liefert ein tolles Gefühl für das Vorderrad. Die Bremsen vereint die Vorteile der Konkurrenz, Bedienung und Wirkung ähnlich topp wie bei der Triple und für den Notfall hat die Kawa wie die Honda den Blockierverhinderer serienmäßig an Bord.